Für Anleger dies- und jenseits des Atlantiks dürfte die Handelswoche ein Auf und Ab gewesen sein. Während in den USA der KI-Chiphersteller NVIDIA erstmals den Börsenwert von drei Milliarden Dollar knackte und damit Apple ablöste, sorgte hierzulande die EZB für die erhoffte Zinswende. Gen Wochenschluss dürften die US-Arbeitsmarktdaten über Wohl und Wehe entscheiden.
DAX 40 Chart
Quelle: Tradingview
US-Konjunktursorgen holen Anleger zu Wochenbeginn wieder ein – ADP-Daten als Hoffnungsschimmer
Zu Wochenbeginn hatten die ISM-Daten für das verarbeitende Gewerbe Anleger umgetrieben. Mit 48,7 Punkten notierten diese im Mai deutlich unter den Erwartungen von 49,6 Zählern, welche damit weiterhin einen Abschwung für besagten Sektor signalisieren.
Auch wenn die Schwächesignale der Konjunktur im Gegenzug die Zinssenkungsfantasien forciert haben dürften, überwog offensichtlich die Sorge vor einer Konjunkturabkühlung.
Während der Dienstag weniger relevanten Daten hervorbrachte, sorgten umso mehr am Mittwoch die ADP-Daten für positive Stimmung am Markt. Besagte Daten waren mit 152.000 neuen Stellen deutlich schlechter ausgefallen als erwartet (175.000). In diesem Zusammenhang hoffen Anleger auf eine Eintrübung des offiziellen Jobberichts (Non-Farm Payrolls).
Das Pendant für den ISM-Index für den Dienstleistungssektor konnte mit 54,8 Punkten so ausfallen wie erwartet, nach 51,3 Punkten im April, welches damit einen Aufschwung signalisiert.
EZB senkt Leitzinsen erstmals seit 2019 um 0,25 Prozentpunkte auf 4,25 Prozent
Indes senkte die EZB erstmals seit 2019 wieder das Leitzinsniveau um 0,25 Prozentpunkte auf 4,25 Prozent. Der Einlagenzinssatz für die Geschäftsbanken sank auf 3,75 Prozent von zuvor 4,00 Prozent. Wann es zu einem nächsten Zinsschritt kommen könnte, blieb jedoch offen.
„Der EZB-Rat legt sich nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad fest“, hieß es aus den Reihen der EZB.
Für 2024 erwartet die EZB nun eine Teuerungsrate von 2,5 Prozent, nachdem sie im März noch von 2,3 Prozent ausgegangen war. Für 2025 werde nun mit einer Teuerung von 2,2 Prozent gerechnet, nach 2,0 Prozent im März. Für 2026 steht immer noch eine Rate von 1,9 Prozent im Raum.
Der KI-Chiphersteller NVIDIA konnte zudem erstmals die Marke von drei Billionen Dollar Börsenwert überschreiten und damit den iPhone-Hersteller Apple als zweitwertvollstes Unternehmen überholen.
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Schätzungen zum EU-BIP fallen erwartungsgemäß aus – Non-Farm Payrolls im Blick
Am Freitagvormittag sorgten auch zunächst die dritten Schätzungen zur Entwicklung des EU-Bruttoinlandsprodukts für Aufsehen. Erwartungsgemäß dürfte die EU-Wirtschaft im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent zugelegt haben, nach minus 0,1 Prozent im Zeitraum zuvor.
Im Fokus der Anleger stehen heute Nachmittag die Zahlen zum US-Arbeitsmarktbericht auf der Agenda (14:30 Uhr). Ökonomen erwarten in diesem Fall ein Stellenplus von 185.000 Einheiten nach 175.000 Einheiten im April.
Für die Arbeitslosenquote wird weiterhin ein Wert von 3,9 Prozent erwartet und damit keine Veränderung im Vergleich zum Vormonat.
Ab 16:15 Uhr dürfte eine Rede durch EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf Interesse stoßen. Eine Rede durch Fed-Gouverneurin (18:00 Uhr) rundet eine durchaus ereignisreiche Handelswoche ab.



