Die erste reguläre Handelswoche des neuen Jahres hatte es bislang in sich. Neben neuen Inflationsdaten hierzulande waren es robuste Konjunkturwerte in den USA, welche Anleger verstärkt umtrieben. Zum Wochenabschluss wartet auf Marktteilnehmer abschließend der offizielle US-Arbeitsmarktbericht. Auch der designierte US-Präsident Donald Trump dürfte sich zusehends zum Gesprächsthema entwickeln.
DAX Chart
Quelle: TradingView
Deutsche Teuerung zieht stärker an als gedacht – ISM-Index und „JOLTs“ verprellen Anleger
Bereits zu Wochenbeginn mussten Anleger neue Inflationsraten für die Bundesrepublik Deutschland verarbeiten. Vorläufigen Schätzungen zufolge dürfte die Teuerung im Januar 2025 im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 2,6 Prozent notieren und damit deutlich höher als gedacht (2,4 Prozent), nach insgesamt 2,2 Prozent im Vormonat.
Die ISM-Einkaufsmanager für den Dienstleistungssektor fielen am Dienstag deutlich stärker aus als erwartet (54,1 Punkte), nachdem im Vorfeld 53,3 Punkte prognostiziert wurden. Die Schwelle von 50 Zählern fungiert als Wachstumsschwelle.
Auch die im Jargon sogenannten „JOLTs“, welche die offenen Stellen am Arbeitsmarkt wiedergeben, fielen mit 8,098 Millionen Einheiten deutlich besser aus als gedacht (7,7 Millionen).
Deutscher Einzelhandel besser als gedacht – ADP-Daten und Fed-Mitschriften bewegen
Zur Wochenmitte sorgten die Einzelhandelsumsätze für die Bundesrepublik Deutschland für einen kleinen Lichtblick. Gegenüber dem Vormonat gingen die Umsätze um lediglich 0,60 Prozent zurück, nachdem im Vorfeld ein Plus von 0,50 Prozent erwartet wurde.
Die ADP-Daten signalisierten mit 122.000 Einheiten einen knappen Abschwung, nach 146.000 Stellen im Vormonat. Erwartet wurden 140.000 neue Stellen. Besagte Werte können nicht zuletzt einen wichtigen Vorgeschmack auf die heutige Publikation der Non-Farm Payrolls (NFPs) abgeben.
Ebenfalls sorgte der zukünftige US-Präsident Donald Trump am Mittwoch für Aufsehen, nachdem dieser mit erneuten Zolldrohungen der Stimmung an den Handelsplätzen einen Dämpfer verpasst hatte. Sollten die geplanten Einfuhrzölle die Teuerung befeuern, könnte dies die Zinssenkungsfantasien tendenziell drosseln.
Indes initiierten die am späten Mittwochabend veröffentlichten Fed-Mitschriften Gesprächsstoff, auch wenn diese insgesamt keine größeren Überraschungen mit sich brachten.
"Die Teilnehmer rechneten damit, dass sich die Inflation weiter in Richtung zwei Prozent bewegen würde, obwohl sie feststellten, dass die jüngsten unerwartet hohen Inflationswerte und die Auswirkungen möglicher Änderungen in der Handels- und Einwanderungspolitik darauf hindeuteten, dass dieser Prozess länger dauern könnte als bisher angenommen", hieß es.
Am Donnerstag fand in den USA wegen der Trauerfeier des ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter kein Handel statt.
Hierzulande konnten die Einzelhandelsumsätze für die Eurozone ein kleines Wachstum in Höhe von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat aufweisen.
Auch die deutsche Industrieproduktion hat gegenüber dem Vormonat überraschend deutlich anziehen können (1,50 Prozent), nach einem Rückgang (-1,00 Prozent) im Vormonat.
US-Arbeitsmarktdaten als Wochenhighlight – Ökonomen erwarten Eintrübung des Jobmarkts
Am heutigen Freitag liegt der Fokus insbesondere auf der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls), welche wichtige Impulse liefern sollten.
Ökonomen erwarten ein Stellenplus außerhalb der Landwirtschaft in Höhe von 160.000 Einheiten, nach insgesamt 227.000 Einheiten im Vormonat. Für die Arbeitslosenquote wird indes mit keiner Veränderung im Vergleich zum Vormonat gerechnet (4,2 Prozent).
Ebenfalls für Impulse dürfte auch das Verbrauchervertrauen (Reuters/Uni Michigan) um 16:00 Uhr sorgen.




