Angesichts der jüngst zunehmenden politischen Risiken in den USA und den damit verbundenen Unsicherheiten für die Handelsbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland sind DAX-Anleger in dieser Woche verstärkt in Deckung gegangen. Auch an der Wall Street scheint die Stimmung gekippt. Wegen möglicher Handelsbeschränkungen mit China gingen zuletzt verstärkt Techtitel auf Tauchstation.
DAX Chart
Quelle: Tradingview
Chancen auf Rückkehr ins Weiße Haus für Donald Trump vergrößern sich
Die Aussicht, dass Donald Trump zurück in das Weiße Haus kehren könnte, sorgt zusehends für Kopfzerbrechen in Anlegerkreisen. Am vergangenen Wochenende war der 78-Jährige bei einem Schussangriff verletzt worden. Nun könnte Trump Kapital aus den Geschehnissen schlagen, sodass sich die Chancen auf eine Rückkehr zum US-Präsidenten verstärkt haben dürften. Da der ehemalige US-Präsident jedoch möglicherweise eine protektionistische Politik an den Tag legen dürfte, fürchten Anleger eine Verschlechterung der Handelsbeziehungen mit der EU bzw. China.
Fed-Chef Jerome Powell signalisiert Fortschritte an Inflationsfront
Am Montag hatte Fed-Chef Jerome Powell auf einer Veranstaltung des Economic Club of Washington gesagt, dass er zwar Fortschritte an der Teuerungsfront sehe, dies jedoch kein Signal für eine Zinswende darstellen würde. Anleger setzen weiterhin auf eine Zinssenkung im kommenden September.
ZEW-Daten schwächer als gedacht – US-Einzelhandelsumsätze mit keiner Überraschung
Der ZEW-Index signalisierte mit 41,8 Punkten erneut eine Eintrübung der Konjunktur, nach 47,5 Punkten im Vormonat.
Indes fielen die US-Einzelhandelsumsätze mit 0 Prozent so aus wie erwartet, nachdem der Sektor im Monat zuvor noch um 0,3 Prozent hat zulegen können.
EU-Kerninflation verharrt bei 2,9 Prozent – EZB lässt Leitzins zunächst unverändert
Zur Wochenmitte hatten neue Zahlen zur Kernrate der EU-Inflation für keine größere Überraschung gesorgt. Mit 2,9 Prozent lag die Teuerung so hoch wie erwartet und damit unverändert im Vergleich zum Vormonat.
Der Donnerstag stand indes ganz im Zeichen der EZB-Sitzung. Erwartungsgemäß hat der Währungshüter nicht an den berüchtigten Zinsschrauben gedreht und das Leitzinsniveau bei 4,25 Prozent belassen. Zuletzt hatte die EZB im Juni und damit erstmals seit 2019 das Leitzinsniveau nach unten korrigiert.
Auch in Zukunft wolle die EZB die Dauer und Höhe des restriktiven Kurses weiterhin von der Datenlage abhängig machen und von Sitzung zu Sitzung entscheiden, hieß es weiter.
"Der EZB-Rat legt sich nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad fest."
Am heutigen Nachmittag gilt es wie in den Tagen zuvor erneut Reden durch Fed-Vertreter im Auge zu behalten und nach geldpolitischen Hinweisen abzuklopfen. Neben John Williams von der New York-Fed (16:40 Uhr) kommt Raphael Bostic von der Atlanta-Fed zu Wort (19:00 Uhr).




