Neben frischen US-Inflationsdaten war es insbesondere die Sitzung der Europäischen Zentralbank, welche Anleger in den vergangenen Tagen beschäftigte. Investoren könnten in einem potenziellen Niedrigzinsumfeld somit weiterhin einen Nährboden finden. Hierzulande konnte der DAX erneut ein Rekordhoch bei deutlich über 20.000 Punkten markieren. Gewinnmitnahmen im Techsektor bremsten die US-Börsen zuletzt allerdings aus. Indes dürfte die US-Notenbanksitzung nun ihre Schatten vorauswerfen.
DAX 40 Chart
Quelle: TradingView
China-Daten bescheren Anlegern Sorgenfalten – Furcht vor Handelskonflikt wegen Trump-Politik
In der ersten Wochenhälfte waren es zunächst neue China-Daten, welche Investoren umtrieben. So sorgt der chinesische Außenhandel weiterhin für Sorgenfalten auf der Stirn. Im November stiegen die Exporte mit 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich weniger stark. Im Oktober hatte es noch ein Plus von 12,7 Prozent gegeben. Anleger fürchten zudem einen Handelskonflikt mit den USA und Europa. Der designierte US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, zusätzlich Zölle von 10 Prozent auf China-Waren erheben zu wollen.
Kernrate der US-Teuerung verharrt bei 3,3 Prozent – Verbraucherpreise inklusive Treiber Energie und Lebensmittel zieht an
Mit 3,3 Prozent (per Jahresmonatsvergleich) lag die für die Fed maßgebliche Kernrate der Teuerung so hoch wie erwartet und damit unverändert zum Vormonat. Allerdings zogen die Verbraucherpreise inklusive der Treiber Energie und Lebensmittel im gleichen Zeitraum wieder etwas an (2,6 vs. 2,7 Prozent). Unter dem Strich dürfte die Erkenntnis bestehen bleiben, dass der Rückgang der Teuerung damit stockt.
Abzuwarten gilt, ob die US-Notenbank das Tempo der Zinssenkungen in Zukunft damit weiter hochhält. Anleger setzen aktuell allerdings weiterhin auf einen Zinsschritt um einen Viertelprozentpunkt auf der finalen Fed-Sitzung des Jahres 2024 am kommenden Mittwoch.
EZB senkt Zinsen wie erwartet – Insgesamt keine größeren Überraschungen
Die EZB hat wie erwartet an den Zinsschrauben nach unten gedreht und damit zum vierten Mal in diesem Jahr das Zinsniveau nach unten angepasst. Insgesamt reduzierte der Währungshüter den für den Finanzmarkt bedeutenden Banken-Einlagensatz um einen Viertelprozentpunkt auf ein Niveau von 3,0 Prozent. Der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken neues Kapital bei der EZB beschaffen können, sinkt in diesem Zusammenhang ebenfalls, von 3,4 Prozent auf 3,15 Prozent.
"Es gab einige Diskussionen, möglicherweise 50 Basispunkte zu erwägen, aber alle waren sich insgesamt einig, dass 25 Basispunkte tatsächlich die richtige Entscheidung sei", hieß es von Lagarde.
Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe ziehen wieder an – Alle Augen auf die Fed im Jahresendspurt
Beachtung fanden am Donnerstag zudem auch die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe, welche mit 242.000 Einheiten deutlich höher ausfielen als von Ökonomen erwartet.
Der offizielle US-Jobbericht vom vergangenen Freitag hatte noch unerwartet mehr Jobs außerhalb der Landwirtschaft hervorgebracht. Allerdings zog die US-Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent an.
Am heutigen Freitag stehen wie am vergangenen Montag aus Sicht des Wirtschaftskalender keine relevanten Impulsgeber auf der Agenda.
Ihre Aufmerksamkeit dürften Marktteilnehmer nun auf die für den Mittwoch anstehende US-Notenbanksitzung richten, welche schon bald ihre Schatten vorauswerfen dürfte.




