Im Fokus der Anleger standen in den vergangenen Handelstagen neben den Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China frische Verbraucherpreisdaten für die Vereinigten Staaten. Zum Wochenabschluss dürften sich die Börsen dies- und jenseits des Atlantiks insbesondere mit neu entfachten geopolitischen Risiken im Nahostkonflikt zwischen Israel und dem Iran konfrontiert sehen. Wie lang die Beine geopolitischer Börsen ausfallen, bleibt abzuwarten.
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Quelle: TradingView
Handelsstreit: USA und China einigen sich laut Trump auf eine grundsätzliche Einigung in strittigen Fragen
Zu Wochenbeginn haben sich Vertreter der chinesischen als auch US-amerikanischen Delegation in London getroffen, um in puncto Handelsstreit zu beraten. Trump zufolge habe es eine grundsätzliche Einigung mit China in strittigen Fragen in Bezug auf den Zollkonflikt gegeben. Beide Länder verständigten sich demnach auf die Reduktion von Exportbeschränkungen bei seltenen Erden.
Zudem gebe es laut Angaben Trumps eine Abmachung zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. So würden die USA auf chinesische Waren Zölle in Höhe von 55 Prozent verlangen. Andersherum lege das Reich der Mitte einen Zollsatz in Höhe von zehn Prozent auf US-Importe fest.
Die chinesische Seite sprach indes von „Fortschritten“ und unter dem Strich von einem konstruktiven Austausch, äußerte sich insgesamt aber zurückhaltender.
China-Exporte in die USA brechen so stark ein wie seit Februar 2020 nicht mehr
Aus Sicht des Wirtschaftskalenders gaben zu Wochenbeginn neue Konjunkturdaten aus dem Reich der Mitte wichtige Vorgaben ab. So konnten die chinesischen Ausfuhren im Mai wieder anziehen, welche im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,8 Prozent zulegten. Im April lagen die Exporte bei 8 Prozent, während sich die Importe um 3,4 Prozent rückläufig ausgestalteten.
Wegen des Handelsstreits sind die chinesischen Exporte in die USA im Mai allerdings so stark eingebrochen wie seit Februar 2020 nicht mehr.
US-Teuerung schwächer als erwartet – Zinssenkungsfantasien könnten an Dynamik gewonnen haben
Schwächer als erwartete US-Verbraucherpreisdaten könnten die Zinssenkungsfantasien insgesamt beflügelt haben. Die Teuerung inklusive der Treiber Energie und Lebensmittel lag im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat bei 2,4 Prozent und damit niedriger als von Ökonomen im Vorfeld geschätzt (2,5 Prozent).
Bestätigt wurde der rückläufige Preistrend am Donnerstag auch durch die US-Erzeugerpreise, welche gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent anzogen und damit nur halb so stark wie gedacht.
Die Kernrate der Inflation lag mit 2,8 Prozent (im Vergleich zum Vorjahresmonat) ebenfalls unter den Erwartungen (2,9 Prozent).
Dass es am kommenden Mittwoch zu einer Zinssenkung in den Reihen der US-Notenbank Federal Reserve kommt, bleibt unwahrscheinlich. Nach Angaben des "Fed-Watch-Tools" beträgt die Wahrscheinlichkeit derzeit 97,2 Prozent, dass es zu einer weiteren Zinspause kommt. Das Zinsband liegt derzeit bei 4,25 bis 4,50 Prozent.
Deutsche Inflationsrate verharrt knapp über 2,0 Prozent – Uni-Michigan-Verbrauchervertrauen im Blick
Aktuellen Daten zufolge notiert die deutsche Teuerung weiterhin knapp über der Schwelle von 2 Prozent. Wie im April stiegen die Verbraucherpreise im Mai um 2,1 Prozent (gegenüber dem Mai 2024), wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.
Zum Wochenabschluss blicken Anleger last but not least auf neue Verbraucherstimmungsdaten der Uni Michigan (16:00 Uhr).
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