Geprägt waren die vergangenen Handelswoche insbesondere durch eine mit Spannung erwartete Rede auf dem Wirtschaftssymposium in „Jackson Hole“ durch Fed-Chef Jerome Powell, welche für heute Nachmittag erwartet wird.
Neben den zur Wochenmitte veröffentlichten Mitschriften der jüngsten US-Notenbanksitzung mussten Anleger zudem einige Einkaufsmanager dies- und jenseits des Atlantiks verarbeiten. In puncto Ukraine-Russland-Konflikt dürften Marktakteure nach wie vor auf die Fortsetzung möglicher Friedensgespräche setzen.
DAX
Quelle: TradingView
Nach Gesprächen im Weißen Haus – Anleger hoffen nach wie vor auf Frieden im Ukraine-Russland-Konflikt
Zu Wochenbeginn sorgten zunächst die Entwicklungen bei den Gesprächen in puncto Ukraine-Russland-Konflikt für Gesprächsstoff. US-Präsident Donald Trump hatte verschiedene EU-Staatschefs und den ukrainischen Präsidenten Selenskyj in das Weiße Haus eingeladen, um über einen möglichen Frieden in der Ukraine zu beraten. Ob es nun zu einem Treffen zwischen Kreml-Chef Putin und Selenskyj kommt, bleibt abzuwarten. Unter anderem Trump hatte ein bilaterales Treffen beider Präsidenten innerhalb von zwei Wochen angekündigt.
Wirtschaftssymposium in Jackson Hole läuft seit Donnerstag
Das seit Donnerstag laufende Wirtschaftssymposium in Jackson Hole (Wyoming) dürfte nicht zuletzt ebenfalls seine Schatten vorausgeworfen haben. Notenbanker, Politiker und Wirtschaftsvertreter bzw. Ökonomen kommen vom 21. bis zum 23. August aus aller Welt zusammen, um über etwa über die Ausgestaltung der Geldpolitik zu diskutieren.
Fed-Protokolle geben keine wirklichen Impulse – Wenig Unterstützung für Zinssenkungen auf Juli-Sitzung
„Nahezu alle Teilnehmer hielten es für angemessen, den Zielkorridor für den Leitzins bei dieser Sitzung bei 4,25 bis 4,50 Prozent zu belassen“, hieß es laut Protokollen der Sitzung vom 29. und 30. Juli. Allerdings hatten Fed-Vizechefin Michelle Bowman und Fed-Gouverneur Christopher Waller gegen die Entscheidung gestimmt. Beide würden eine Senkung um einen Viertelprozentpunkt befürworten, um so einer Abschwächung des Jobmarkts entgegenzusteuern.
Zu Monatsbeginn waren die US-Arbeitsmarktdaten tatsächlich sonderbar schwach ausgefallen.
Die in den vergangenen Tagen schwindenden Zinssenkungsfantasien fungierten als Belastungsfaktor für die Aktienmärkte hierzulande als auch in den USA. Derzeit taxiert das „Fed-Watch-Tool“ der CME Group die Chance für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte auf der kommenden Sitzung am 17. September nur noch auf 71,4 Prozent, nach 85,4 Prozent von vor einer Woche.
Einkaufsmanager hierzulande mit gemischtem Bild – US-Werte über den Erwartungen
Die Einkaufsmanager (HCOB) für das verarbeitende Gewerbe und Gesamt konnten für die Bundesrepublik Deutschland als der Eurozone etwas besser ausfallen als erwartet, während der Dienstleistungssektor unter den Erwartungen blieb. In den USA konnten die Pendants (S&P Global) die Erwartungen allesamt deutlich übertreffen.
Deutsches BIP bricht stärker ein als erwartet – Powell-Rede ab 16:00 Uhr im Fokus
Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal stärker zurückgegangen als bis dato angenommen. Das sogenannte Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im Zeitraum April bis Juni um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. In einer ersten Schätzung war man zunächst von einem Minus in Höhe von 0,1 Prozent ausgegangen.
Über Wohl und Wehe könnte heute eine Rede durch Fed-Chef Jerome Powell auf dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole entscheiden, welche für 16:00 Uhr erwartet wird. Seit Tagen fiebern Anleger besagter Ansprache entgegen. Die Erwartung an mögliche Zinssenkungssignale ist groß und das Enttäuschungspotenzial in diesem Zusammenhang möglicherweise ausgeprägt.
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