Geprägt waren die vergangenen Handelstage insbesondere durch die Entwicklungen im US-Haushaltsstreit. Die Ungewissheit über die nun anstehenden Wirtschaftsdaten nach dem Ende des US-Shutdowns beschert Anlegern kalte Füße. Die fehlenden US-Konjunkturdaten waren für viele Investoren paradoxerweise tendenziell vorteilhaft, da die Datenlücke offenbar Raum für Zinssenkungsfantasien ließ. Sollten neue Zahlen auf dem Tisch liegen, könnte dieser Nährboden nun wegfallen. Neben den geldpolitischen Impulsen war es die Berichtssaison, welche Anleger beschäftigte.
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Historischer US-Shutdown ist Geschichte - Übergangshaushalt bis Ende Januar 2026 beschlossen
Der längste Shutdown in der US-amerikanischen Geschichte ist nach insgesamt 43 Tagen beendet worden. US-Präsident Donald Trump hatte die Haushaltssperre mit seiner Unterschrift finalisiert. Zuvor hatte das Repräsentantenhaus für den Übergangshaushalt gestimmt.
Wegen des partiellen US-Shutdowns wurden in den vergangenen Wochen zahlreiche US-Wirtschaftsdaten nicht oder nur verzögert veröffentlicht, womit auch etwa am Donnerstag etwa die US-Verbraucherpreisdaten nicht publik wurden.
Wann es zur tatsächlichen Publikation frischer Konjunkturdaten kommt, bleibt abzuwarten.
ZEW-Index unter den Erwartungen – „Konjunkturerwartungen bleiben stabil“
Der ZEW-Index hatte hierzulande am Dienstag für Aufsehen gesorgt, welcher mit 38,5 Punkten die im Vorfeld getätigten Erwartungen (40 Punkte) verfehlte, nach 39,3 Punkten im Vormonat. Für den Monat November schätzt das in Mannheim ansässige Institut die Erwartungen in Bezug auf die wirtschaftliche Lage der Bundesrepublik Deutschland „nahezu unverändert“. „Die ZEW-Konjunkturerwartungen bleiben stabil. Allerdings ist das Stimmungsbild durch einen Rückgang der Zuversicht in die wirtschaftspolitische Handlungsfähigkeit der Regierung geprägt. Das Investitionsprogramm dürfte einen
konjunkturellen Impuls geben, aber die strukturellen Probleme sind weiterhin vorhanden“, so ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, PhD.
US-Währungshüter dämpfen Zinssenkungserwarten – Chance laut „Fed-Watch-Tool“ deutlich gesunken
Immer wieder sahen sich Anleger auch mit Kommentaren durch verschiedene Fed-Vertreter konfrontiert. Am Mittwoch senkte etwa die Währungshüterin Susan Collins die Erwartungen an rasche US-Zinssenkungen. Demnach sehe sie eine „relativ hohe Hürde“ für eine erneute Lockerung. Dabei verwies sie auf die Bedenken wegen einer hartnäckig hohen Inflation. Aktuell liegt die Spanne bei 3,75 bis 4,00 Prozent. Powell hatte auf der jüngsten Fed-Notenbanksitzung gesagt, dass eine weitere Zinssenkung auf der Dezember-Sitzung „keine ausgemachte Sache“ sei.
Das „Fed-Watch-Tool“ der CME Group schätzt derzeit die Chance für eine weitere Zinssenkung in Höhe eines Viertelprozentpunkts im kommenden Monat (10.12.) nur noch auf 49,6 Prozent, nach 94,4 Prozent Wahrscheinlichkeit von vor einem Monat.
Berichtssaison mit Impulsen – Siemens Energy hebt Ziele an
Auch in der Berichtssaison war es in dieser Woche immer wieder spannend. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2024/45 kletterte der Umsatz um 9,7 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro. Nach Steuern stand ein Gewinn von 236 Millionen Euro auf dem Papier, nachdem das Unternehmen im Vorjahreszeitraum noch einen Verlust von 254 Millionen Euro ausgewiesen hatte.
Für 2025 habe Siemens Energy (ISIN: DE000ENER6Y0) eine Dividende von 70 Cent je Aktie vorgeschlagen, so der Konzern am Donnerstagabend.
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