Geprägt waren die vergangenen Handelstage insbesondere durch die Hoffnung auf ein mögliches Abkommen im Handelsstreit zwischen den USA und China. Indes fiel die im Vorfeld mit Spannung erwartete Fed-Notenbanksitzung unspektakulärer aus als gedacht. Auch die laufende Berichtssaison hierzulande dürfte Anleger immer wieder auf Trab gehalten haben.
DAX
Möglicher Durchbruch im Handelsstreit zwischen den USA und China stimmt Anleger hoffnungsvoll
Die Aussicht auf ein mögliches Abkommen im Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt hat Anleger dies- und jenseits des Atlantiks wieder zuversichtlich gestimmt.
Am kommenden Samstag wollen sich US-Finanzminister Scott Bessent und der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer in Genf mit Chinas Vize-Ministerpräsident He Lifeng treffen. Ob es zu einem tatsächlichen Deal kommt, bleibt abzuwarten. In diesem Kontext könnte nicht zuletzt das Enttäuschungspotenzial ausgeprägt sein.
Am Donnerstag hatte Trump zudem einen Handelsdeal mit Großbritannien verkündet, was allgemein für Entspannungssignale sorgte.
ISM-Index für Servicesektor fällt besser aus als gedacht – US-Notenbanksitzung ohne größere Überraschungen - Fed will „abwarten“
Der sogenannte ISM-Index für den Servicebereich war zu Wochenbeginn mit 51,6 Punkten deutlich besser ausgefallen als im Vorfeld gedacht (50,6 Punkte), nach 50,8 Punkten im Vormonat.
Der Mittwoch stand indes ganz im Zeichen der US-Notenbanksitzung. Erwartungsgemäß hatte die Federal Reserve (Fed) nicht an den Zinsschrauben gedreht und das Zinsband bei einer Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent belassen.
Am 02. April hatte Trump Zölle von zehn Prozent auf Importe in die USA aus den meisten Ländern angekündigt. Für viele Handelspartner gilt sogar ein noch höherer Zollsatz.
Powell sagte zudem, dass das Weiße Haus keinen Einfluss auf die Arbeit der Zentralbank habe. "Wir sind in einer guten Position, um abzuwarten und haben es nicht eilig." In diesem Zusammenhang wolle die Fed abwarten umso mehr Klarheit zu erlangen, wie es tatsächlich um die Auswirkungen des Handelsstreits auf die Konjunktur bestellt ist. Bis dato würden sich noch keine großen wirtschaftlichen Auswirkungen in den Daten zeigen, so Powell.
Zu Beginn des Jahres war die US-Wirtschaft leicht zurückgegangen, nachdem sie lange floriert hatte. Die Unsicherheit über die zukünftige Konjunkturentwicklung habe zugenommen, hieß es weiter.
Deutsche Industrie auf höchstem Stand seit dreieinhalb Jahren
Für Aufsehen sorgten am Donnerstag neue Zahlen hierzulande zur Entwicklung der deutschen Industrie. In der Produktion konnte das stärkste Wachstum seit dreieinhalb Jahren verbucht werden. Im Monat März produzierten Industrie, Bau als auch Energieversorger 3,0 Prozent mehr als im Februar, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Zahlreiche Unternehmen hätten ihre Bestellungen vorgezogen, umso Zölle zu vermeiden, hieß es.
In der Nacht von Donnerstag auf Freitag waren es wichtige China-Daten, welche wichtige Vorgaben für den Freitagshandel liefern könnten. So sind die chinesischen Exporte nach dem durch Donald Trump initiierten Handelskrieg viermal so stark gewachsen wie gedacht. Die Ausfuhren legten im April um 8,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Trump hatte im April einen Strafzoll von 145 Prozent auf China-Einfuhren angeordnet. Peking hatte wiederum mit 125 Prozent auf US-amerikanische Waren gekontert.
Hintergrund für den Zuwachs sei die Nachfrage aus Ländern wie Vietnam oder Thailand, welche ihre Produktion hochgefahren hätten, hieß es.
BMW hält an Prognose fest
BMW hält, trotz der Zölle in den Vereinigten Staaten, an seiner Prognose fest und erwartet einen Gewinn auf Vorjahresniveau. Der Autobauer rechnet damit, dass die Zollerhöhungen lediglich temporär seien und es ab Juli 2025 zu einer Reduzierung der Zölle komme. Zudem würde die Nachfrage nach Autos in zahlreichen Märkten ansteigen. Hintergrund dafür sei eine Unterstützung der Preise als auch moderate Zinssenkungen. Ein Risiko würde allerdings bestehen, sollten sich die Zölle bis weit in die zweite Jahreshälfte ziehen.
Im ersten Quartal des Jahres sank der Umsatz um 7,8 Prozent auf 33,8 Milliarden Euro. Dabei kam insbesondere der chinesische Markt unter die Räder. Vor Steuern lag der Gewinn bei 3,1 Milliarden Euro.
Bayerischen Motorenwerk (BMW)

Quelle: TradingView
Dow Jones Industrial Average Index

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