An den Aktienmärkten dies- und jenseits des Atlantiks herrscht nach wie vor eine Mixtur der Unsicherheit, bestehend aus geopolitischen Risiken und wachsenden Zinssorgen. Die militärische Eskalation im Iran-Konflikt und die daraus resultierenden Turbulenzen am Ölmarkt halten die Anleger weiterhin in Atem. Steigende Energiepreise schüren zugleich neue Inflationsängste und nähren die Sorge, dass der geldpolitische Gegenwind nun deutlich anziehen könnte.
Die Erwartung einer schnellen Entspannung hat sich erneut als zu optimistisch erwiesen. Jede neue Eskalationsmeldung stellt dieses Szenario infrage. Was aktuell noch als fragile Hoffnung am Markt vorhanden ist, kann jederzeit in noch größere Ernüchterung umschlagen.
Auch wenn der Wirtschaftsdatenkalender am heutigen Freitag überschaubar ausfällt, könnte es wegen des großen Verfallstages zu möglicherweise unkonventionellen Bewegungen kommen, da etwa viele Optionen als auch Futures verfallen.
DAX

ZEW-Index bricht ein – Auswirkungen vor Iran-Krieg auf Wirtschaft verunsichern
Angesichts des Iran-Kriegs sind Fachleute in Bezug auf die deutsche Wirtschaft deutlich pessimistischer geworden. Das Barometer der Konjunkturerwartungen (ZEW-Index) sackte für die kommenden sechs Monate im März um 58,8 Zähler auf minus 0,5 Punkte ab. Von Reuters befragte Ökonomen hatten im Vorfeld mit einem Rückgang auf 39 Einheiten gerechnet. Für den Monat März kletterte das Barometer um 3 Zähler auf insgesamt minus 62,9 Punkte an (Erwartung: -67,3 Punkte).
Fed lässt Leitzins wie erwartet unverändert – Unsicherheit wegen Nahostkonflikt
Wie erwartet hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am späten Mittwochabend ihr Leitzinsniveau unverändert bei einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Auf der Januar-Sitzung hatte die Fed das Zinsniveau bereits konstant gehalten.
„Die Unsicherheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Aussichten bleibt hoch“, hieß es von der Notenbank. So seien die Auswirkungen der Entwicklungen im Nahen Osten in Bezug auf die US-Wirtschaft ungewiss.
Lediglich Stephen Miran hatte im geldpolitischen Ausschluss für eine Zinssenkung in Höhe eines Viertelprozentpunkts votiert. Insgesamt besteht der sogenannte Offenmarktausschuss der Fed aus zwölf stimmberechtigten Mitgliedern.
„Kurzfristig werden höhere Energiepreise die gesamte Inflation in die Höhe treiben“, so Powell. Allerdings sei es jedoch zu früh, um das Ausmaß nebst Dauer der möglichen Auswirkungen auf die Wirtschaft abzuschätzen, hieß es.
EZB und weitere Währungshüter halten Zinsniveau konstant
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat trotz hoher Ölpreisnotierungen und möglicher Inflationsrisiken ihren Leitzins zum sechsten Mal in Serie konstant gehalten. Der sogenannte Einlagensatz notiert damit weiterhin bei 2,0 Prozent.
Die EZB rechnet für das laufende Jahr mit einem Anstieg der Teuerungsrate im Mittel auf 2,6 Prozent, was insgesamt 0,7 Prozentpunkte gegenüber der letzten Projektion entspricht. Auf die bis dato nicht absehbaren Auswirkungen des Iran-Konflikts in Bezug auf die Inflationsentwicklung könnte die EZB möglicherweise mit Zinserhöhungen reagieren.
Neben der und EZB kamen auch die Bank of Japan (BoJ) sowie die Bank of England (BoE) am Donnerstag zusammen, um über die Geldpolitik zu entscheiden, welche ebenfalls ihren Leitzins stabil hielten.
Dow Jones Industrial Average Index

Ölpreis (West Texas Intermediate)





