Die jüngste Sommersorglosigkeit ist abrupt beendet worden. Statt unbeschwerter Rekordjagd könnte nun ein von Unsicherheit geprägter Sommerblues das Börsengeschehen bestimmen. Nach dem jüngsten DAX-Rekordhoch ist die Verunsicherung an den Aktienmärkten zurück. Die erneute Eskalation im Iran-Konflikt hat die Risikobereitschaft der Anleger spürbar gedämpft. Zwar gibt es weiterhin Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung, doch die jüngsten militärischen Entwicklungen und die gestiegenen geopolitischen Spannungen wirken wie ein Denkzettel für die Börsen. Nach der Rekordjagd kehrt die Erkenntnis zurück, dass geopolitische Unwägbarkeiten jederzeit wieder zum dominierenden Marktthema werden können. Anleger befinden sich im Klammergriff zwischen Nahostrisiken und der Hoffnung auf eine diplomatische Lösung.
Für Gesprächsstoff an den Börsen sorgt neben den geldpolitischen Entwicklungen zudem die US-Berichtssaison, welche mit Spannung erwartet wird.
DAX

Iran-Krieg beschäftigt Anleger wieder stärker – Zwischen Eskalationssorge und Hoffen auf Diplomatie
Die zuletzt wieder in den Hintergrund getretenen Nahostrisiken sind in dieser Handelswoche wieder hochgekocht. Die wechselseitigen Angriffe zwischen dem Iran und den USA haben geopolitische Risiken geschürt und Anlegern vor Augen geführt, dass das Thema „Iran-Krieg“ offensichtlich noch nicht ad acta gelegt ist. Der US-Präsident hatte zudem das jüngst unterzeichnete Rahmenabkommen und die Waffenruhe mit dem Iran für beendet erklärt. "Ich denke, es ist vorbei", sagte er am Rande des NATO-Gipfels in der türkischen Hauptstadt Ankara. Laut Angaben Trumps wolle der Iran aber „unbedingt einen Deal“ machen, hieß es.
ISM-Einkaufsmanagerindex für Servicesektor weiter über 50 Zählern
In einem insgesamt vergleichsweise überschaubaren Wirtschaftsdatenkalender wurden zu Wochenbeginn etwa neue Daten zum ISM-Einkaufsmanagerindex für den US-Servicesektor publik. Mit 54 Zählern konnte dieser die im Vorfeld getätigten Erwartungen erreichen. Im Vormonat wurden allerdings noch 54,5 Punkte ausgewiesen. Ein Wert über 50 signalisiert dabei nicht zuletzt ein Wachstum.
Fed-Mitschriften heben Fokus auf Preisstabilität hervor
Zur Wochenmitte waren es die Protokolle der jüngsten Fed-Notenbanksitzung, welche Anleger am Abend bzw. am Donnerstag beschäftigten. So kamen die Geldhüter überein eine Formulierung zu streichen, die auf eine geldpolitische Lockerungstendenz auf den kommenden Sitzungen hingedeutet hatte. Auf der vergangenen Sitzung vor rund zwei Wochen waren sich die Währungshüter einig, im Begleittext das Ziel der Preisstabilität hervorzuheben.
US-Berichtssaison wirft Schatten voraus
Für Zurückhaltung an den Märkten könnte auch der mit Spannung erwartete Startschuss zur US-Berichtssaison sorgen. Am kommenden Dienstag werden die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsquartals von der Bank of America (ISIN: US0605051046), Citigroup (ISIN: US1729674242), Goldman Sachs (ISIN: US38141G1040), JPMorgan (ISIN: US46625H1005) und Wells Fargo (ISIN: US9497461015) erwartet. Am Mittwoch berichten etwa BlackRock (ISIN: US09290D1019) und Morgan Stanley (ISIN: US6174464486).
Dow Jones Industrial Average Index





