Vor dem Wochenende dominiert am deutschen Aktienmarkt zunächst das Prinzip Vorsicht. Ob sich Anleger in den USA zu weiteren Engagements hinreißen lassen, bleibt abzuwarten. Nachdem auf eine schnelle Entspannung im Irankonflikt spekuliert worden war, macht sich zusehends Ernüchterung breit. Da der große diplomatische Wurf in puncto Iran-Konflikt bislang ausgeblieben ist, könnten Marktteilnehmer die vorab gewährten Vertrauensvorschüsse nun wieder einkassieren. Am Markt setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass der Trump-Xi-Gipfel vor allem symbolischen Charakter hatte und die geopolitischen Risiken lediglich kaschiert, ohne die eigentlichen Unsicherheiten zu beseitigen.
DAX

Anleger dürften sich klarere Signale erhofft haben – Iran-Konflikt bleibt weiter schwelend
Die Ergebnisse der Gespräche zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping waren am Donnerstag bzw. Freitagmorgen mit Spannung erwartet worden. Doch ein wirklicher Durchbruch in Sachen Iran-Konflikt bleibt Anlegern nach wie vor verwehrt. Laut US-Angaben seien sich beide jedoch einig, dass die Straße von Hormus für Energietransporte geöffnet bleiben müsse. China sprach sich auf der Gegenseite gegen eine Militarisierung der Meerenge und gegen Gebühren für Schiffe aus, welche die Straße passieren wollen.
US-Inflation steigt im April auf 3,8 Prozent – US-Erzeugerpreise springen nach oben
Im Fokus der Anleger standen in den vergangenen Handelstagen insbesondere die US-Inflationsdaten. Mit 3,8 Prozent lag die Teuerung im April (im Vergleich zum Vorjahresmonat) höher als im Vorfeld erwartet (3,7 Prozent), nach 3,3 Prozent im Vormonat.
Auch die Kernrate der Inflation, welche die Treiber Energie und Lebensmittel ausblendet, fiel mit 2,8 Prozent ebenfalls höher aus als gedacht (2,7 Prozent), nach 2,6 Prozent im April.
Die am Mittwoch veröffentlichten US-Erzeugerpreise bestätigten den Preisdruck in der größten Volkswirtschaft der Welt. Gegenüber dem Vormonat zogen besagte Preise um 1,4 Prozent an und damit deutlich stärker als im Vorfeld von Ökonomen geschätzt (0,5 Prozent). Im Vergleichszeitraum waren diese noch um 0,7 Prozent gestiegen.
Am Feiertagshandel an Christi Himmelfahrt sahen sich Anleger hierzulande mit den US-Einzelhandelsumsätzen konfrontiert, welche mit 0,5 Prozent (im Vergleich zum Vormonat) in der Höhe anzogen wie erwartet (zuvor: 1,6 Prozent). Die Umsätze im Einzelhandel legten trotz der durch die Inflation verursachten Belastungen damit weiter zu.
Kevin Warsh durch US-Senat zum neuen Fed-Vorsitzenden bestätigt
Für Gesprächsstoff am Markt dürfte zudem die jüngste Bestätigung durch den US-Senat von Kevin Warsh als neuen Fed-Vorsitzenden sorgen. 54 Gouverneure hatten für ihn und 45 gegen ihn votiert. Powells Amtszeit endet Mitte Mai. Welche Geldpolitik Warsh in Zukunft einschlagen wird, bleibt offen. Anleger dürften insbesondere auf die Wahrung der Unabhängigkeit der Notenbank hoffen. US-Präsident Donald Trump hatte die Fed in den letzten Monaten abermals öffentlich kritisiert und auf niedrigere Zinsen gepocht.
Dow Jones Industrial Average Index





