Die dynamischen Entwicklungen im Iran-Konflikt haben Anleger dies- und jenseits des Atlantiks in den vergangenen Tagen verstärkt beschäftigt. Die Märkte scheinen einem möglichen Frieden zwischen Washington und Teheran womöglich erst trauen zu wollen, wenn die Tinte unter einer belastbaren Vereinbarung tatsächlich trocken ist. Neben den US-Inflationszahlen sorgte zudem die EZB-Notenbanksitzung für Gesprächsstoff.
Im Fokus steht heute zudem der mit Spannung erwartete Handelsstart von SpaceX. Der Börsengang könnte zur Nagelprobe für die Risikobereitschaft der Anleger sowie das milliardenschwere KI-Wachstumsnarrativ und damit zum Lackmustest für den Bewertungshunger der Märkte werden. In den kommenden Handelstagen dürften Investoren Farbe bekennen müssen, ob sie der KI-getriebenen Wachstumsstory weiter Vorschussvertrauen gewähren oder ob die Stunde der fundamentalen Bewährungsprobe geschlagen hat.
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US-Inflation mit 4,2 Prozent auf höchsten Stand seit drei Jahren
Im Fokus der Anleger standen am vergangenen Mittwoch vor allem die US-Verbraucherpreise, welche mit 4,2 Prozent zwar so hoch ausfielen wie im Vorfeld erwartet, (zuvor 3,8 Prozent), allerdings damit auf dem höchsten Stand seit drei Jahren notieren. In diesem Zusammenhang könnte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) schon bald unter Zugzwang stehen, an den Zinsschrauben nach oben zu drehen, um die Inflation zu bekämpfen.
Die Kernrate der Teuerung lag bei 2,9 Prozent und damit ebenfalls so hoch wie erwartet (zuvor: 2,8 Prozent).
EZB erhöht Einlagenzins um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent
Der Donnerstag stand indes ganz im Zeichen der EZB-Notenbanksitzung. Erwartungsgemäß hatte der europäische Währungshüter in Höhe eines Viertelprozentpunkts an den Zinsschrauben nach oben gedreht und den für Banken und Sparer bedeutenden Einlagenzins um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent nach oben geschraubt, wie der EZB-Rat in Frankfurt am Main mitteilte.
Einer ersten Schätzung des EU-Statistikamts Eurostat zufolge hatte die Teuerung im Mai bei 3,2 Prozent gelegen und damit deutlich über der mittelfristig angepeilten Zielmarkte von 2,0 Prozent.
Die US-Erzeugerpreise kletterten neuesten Daten zufolge um 1,1 Prozent (gegenüber dem Vorjahresmonat) und damit deutlich stärker als angenommen (0,7 Prozent), nach zuvor ebenfalls 1,1 Prozent. Hintergrund für den Anstieg sind die erneut ansteigenden Energiekosten. Im Mai im Jahresvergleich legten die Preise um 6,5 Prozent zu, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Die US-Erzeugerpreise werden nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Entwicklung der Verbraucherpreise stark beachtet.
Aus Sicht des Wirtschaftskalender könnte es am heutigen Nachmittag noch mit den Verbraucherstimmungsdaten (Uni Michigan) spannend werden (16:00 Uhr).
Erwarteter Handelsstart von SpaceX wirft Schatten voraus
Im Fokus steht heute allerdings der geplante Handelsstart des KI- und Raumfahrtunternehmens SpaceX, welches bis zu 86 Milliarden Dollar einsammeln will. Dabei dürfte das Unternehmen mit einer Bewertung von 1,77 Billionen Dollar debütieren und zum siebtwertvollsten börsennotierten Unternehmen in den USA vorrücken. Die Aktien sollen unter dem Ticker „SPCX“ an der US-Technologiebörse NASDAQ (ISIN: US84615Q1031) den Start gehen.
Im letzten Jahr verbuchte SpaceX einen Verlust von ca. 4,94 Milliarden Dollar, bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden Dollar.
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