Auch in den vergangenen Handelstagen sind Anleger dies- und jenseits zwischen geopolitischen als auch geldpolitischen Risiken hin und her balanciert. Doch der Iran-Krieg scheint sich für die Börse offensichtlich zusehends zur berechenbaren Unbekannten zu entwickeln. Anleger hierzulande haben sich womöglich damit abgefunden, dass handfeste diplomatische Fortschritte eher in die Kategorie Wunschdenken fallen. Statt auf den großen Wurf zu warten, spielen die Märkte nach wie vor nach ihren eigenen Spielregeln und blicken insbesondere auf den Dreiklang aus Energiepreisen, Unternehmensgewinnen und Geldpolitik.
Zur Wochenmitte sahen sich Anleger insbesondere mit neuen US-Inflationsdaten konfrontiert, welche wie erwartet ausfielen. Der geldpolitische Druck könnte zumindest vorübergehend etwas an Dynamik verloren haben.
DAX

Deutsche Verbraucherpreise bei 2,8 Prozent im Juli
Am Mittwoch wurden zudem die Inflationsdaten für die Bundesrepublik Deutschland publik. Bestätigt wurden die vorläufigen Schätzungen in Höhe von 2,8 Prozent im Juli (gegenüber dem Vorjahresmonat) durch das Statistische Bundesamt (DeStatis). Von Juni bis Juli kletterten die Verbraucherpreise um 0,8 Prozent an.
Preisdruck könnte wegen Iran-Krieg und Niedrigwasser in deutschen Flüssen befeuert werden
Möglicherweise könnte der Preisdruck durch den andauernden Iran-Krieg weiterhin anhalten. Der Konflikt zwischen Washington und Iran ist nach wie ungelöst. Zugleich bleibt auch die Straße von Hormus de facto blockiert. Befeuert werden könnte die Teuerung durch den Anstieg der Energiepreise. Verbraucher mussten im Juni für das Tanken und Heizen 8,3 Prozent mehr bezahlen als noch vor einem Jahr. Zugleich könnte auch das Niedrigwasser in deutschen Gewässern zum Anstieg der Energiepreise beitragen.
US-Teuerung bei 3,4 Prozent im Juli – Geldpolitische Sorgen gehen etwas zurück
Die US-Inflationsrate lag im Vergleich zum Vorjahresmonat neuesten Daten zufolge im Monat Juli bei 3,4 Prozent und damit so hoch wie im Vorfeld von Ökonomen erwartet, nach 3,5 Prozent im Juni. Gegenüber dem Vormonat zog die Teuerung um 0,1 Prozent an, nachdem diese im Juni noch um 0,4 Prozent zurückgegangen war.
Wie aus am Donnerstag veröffentlichten Daten hervorging, traten die US-Erzeugerpreise im Vergleich zum Vormonat auf der Stelle, nach -0,1 Prozent zuvor. Fachleute hatten mit einem Anstieg um 0,2 Prozent gerechnet.
Das „Fed-Watch-Tool“ signalisiert aktuell eine Chance von 69,6 Prozent, dass es am 16. September zu einer Zinspause kommt. 30,4 Prozent der Marktteilnehmer rechnen mit einer Erhöhung des Zinsniveaus um 25 Basispunkte.
US-Konjunkturdaten runden Handelswoche ab
Zum Wochenabschluss steht neben den Einzelhandelsumsätzen noch vorläufige Daten zum Verbrauchervertrauen aus dem Hause Uni Michigan auf der Agenda.
Dow Jones Industrial Average Index





