Die vergangenen Handelstage waren geprägt durch die mit Spannung erwartenden Quartalszahlen von NVIDIA und die verspätet publizierten US-Arbeitsmarktdaten für den Monat September. Doch trotz überzeugender Ergebnisse des KI-Chipherstellers bleibt die Furcht vor einer KI-Blase sowie ein Ausbleiben eines Zinsschritts der Fed im Dezember bestehen. Zum Wochenabschuss warten last but not least erneut Reden durch Fed-Vertreter als auch US-Einkaufsmanager auf Anleger.
DAX
„FOMC-Minutes“ signalisieren Uneinigkeit über zukünftigen Zinskurs
Am späten Mittwochabend signalisierten die sogenannten „FOMC-Minutes“, dass die Meinungen über die zukünftige Geldpolitik auseinandergehen würden. Ende Oktober hatte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) das Leitzinsniveau um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent gesenkt. Allerdings forderte eine Stimme eine falkenhafte und eine Stimme eine taubenhafte Geldpolitik. Die Mehrheit wies jedoch darauf hin, dass weitere Zinssenkungen das Risiko einer „Verfestigung der Inflation“ erhöhen könnten.
Einige Teilnehmer gingen zudem davon aus, dass eine weitere Senkung auf der kommenden Dezember-Sitzung angemessen wäre.
US-Arbeitsmarktdaten deutlich besser als gedacht – aber mit Makeln
Die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls) lagen mit 119.000 Einheiten deutlich über den im Vorfeld getätigten Erwartungen in Höhe von 50.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Allerdings kletterte die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent an. Erwartet wurde ein Niveau von 4,3 Prozent.
Zudem wurde der Augustwert von 22.000 Einheiten um 4.000 Einheiten nach unten revidiert.
Deutsche Einkaufsmanager: Aufschwung dürfte vorerst ausbleiben
Erste Schätzungen zu den Einkaufsmanagern (HCOB) für das verarbeitende Gewerbe signalisierten bereits heute Morgen eine Abschwächung (48,4 Punkte), nachdem im Vorfeld 49,8 Punkte erwartet wurden (zuvor: 49,6 Punkte).
Der Index für die Privatwirtschaft – Industrie und Dienstleister zusammengenommen sackte um 1,8 Punkte auf 52,1 Zähler ab. Ein Aufschwung der deutschen Konjunktur dürfte damit vorerst ausbleiben.
Wie bereits in den vergangenen Handelstagen werden am heutigen Freitag zudem verschiedene Fed-Vertreter erwartet. Neben Gouverneur Michael Barr (14:30 Uhr) sprechen Philip Jefferson (14:45 Uhr) und Lorie Logan (15:00 Uhr/Dallas).
Am Nachmittag folgen noch die Einkaufsmanager-Pendants für die US-amerikanische Seite (S&P Global) um 15:45 Uhr.
Auch das Verbrauchervertrauen (Uni Michigan) sollte beachtet werden (16:00 Uhr).
NVIDIA glänzt erneut mit Zahlen – Risikoappetit steigt aber nur kurz
Am Mittwochabend nach US-Börsenschluss hatte NVIDIA (ISIN: US67066G1040) seine Ergebnisse für das vergangene Geschäftsquartal vorgelegt und die allgemeine Risikostimmung somit beflügelt. Im dritten Quartal habe der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 62 Prozent auf 57 Milliarden Dollar zugelegt. Der Nettogewinn kletterte um 65 Prozent auf 31,9 Milliarden Dollar an. „Die Verkaufszahlen für Blackwell-Chips sind unglaublich hoch“, so Konzernchef Jensen Huang. „Der Bedarf an Rechenleistung wächst exponentiell.“ Für das vierte Quartal 2025 stellte der NVIDIA-Chef Erlöse von 65 Milliarden (plus/minus zwei Prozent) in Aussicht, womit auch die Erwartungen übertroffen werden konnten.
NVIDIA

Dow Jones Industrial Average Index





