In einem anspruchsvollen Marktumfeld aus Geldpolitik, Nahostrisiken und KI-Fantasien hat der DAX am Donnerstag ein neues Rekordhoch markieren können. Der jüngste US-Arbeitsmarktbericht dürfte dabei ganz nach dem Geschmack der Anleger gewesen sein, welcher die Zinserhöhungssorgen etwas gedämpft hat.
Feiertagsbedingt bleiben die Börsenpforten am heutigen Freitag an der Wall Street geschlossen.
DAX

Iran-Konflikt bleibt schwelend – Nahostrisiko dürfte immer wieder zur Vorsicht mahnen
Der Nahostkonflikt hat Anleger auch in dieser Woche nicht vollständig losgelassen. Trotz eines Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran hatten sich beide Parteien zuletzt gegenseitig militärisch attackiert, sodass die geopolitische Unsicherheit noch nicht vollständig verflogen sein dürfte. Auch wenn besagter Konflikt aktuell lediglich auf der Nebenbühne präsent ist, sollte das Risiko nicht verkannt werden.
Deutsche und europäische Inflation niedriger als gedacht
Die deutsche Inflationsrate lag vorläufigen Zahlen zufolge (gegenüber dem Vorjahresmonat) bei 2,3 Prozent und damit niedriger als erwartet (2,6 Prozent), nach zuvor 2,6 Prozent.
Die Eurozoneninflation notierte mit 2,8 Prozent ebenfalls unter den Erwartungen (3 Prozent), nach 3,2 Prozent im Vormonat, wie die Zahlen am Dienstag zeigten.
Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA konnte die im Vorfeld getätigten Erwartungen (54 Punkte) am Mittwoch mit 53,3 Zählern nicht ganz erfüllen, nach 54 Einheiten im Vormonat.
Fed-Chef Kevin Warsh bekräftigt Priorität der Preisstabilität in den USA
Auf der mit Spannung erwartete Rede auf dem EZB-Notenbankforum im portugiesischen Sintra bekräftigte der neue Fed-Chef Kevin Warsh zur Wochenmitte die Priorität der Preisstabilität in den USA. Zugleich verwies er auf die institutionelle Unabhängigkeit der Fed in Bezug auf die Grundlage der geldpolitischen Glaubwürdigkeit.
US-Jobdaten deutlich niedriger als gedacht – Arbeitslosenquote allerdings rückläufig
Als Wochenhöhepunkt fungierten die US-Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls), welche mit 57.000 neuen Stellen allerdings die Erwartungen nicht haben erfüllen können (110.000 Einheiten). Im Monat zuvor wurden (revidiert) 129.000 neue Jobs geschaffen.
Die separat ermittelte Arbeitslosenquote sackte allerdings in diesem Zusammenhang um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent ab.
Auffällig bleibt, dass laut Angaben des „Fed-Watch-Tools“ der CME Group insgesamt 82,4 Prozent der Marktteilnehmer nun mit einer Zinspause auf der Sitzung am 29.06. rechnen und lediglich 17,6 Prozent mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Vor einer Woche hatten noch insgesamt 29,9 Prozent mit einem Zinsschritt gerechnet.
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