Vor Veröffentlichung der US-Inflationsdaten halten Anleger ihr Pulver trocken. Die Zahlen könnten als finaler Hinweis verstanden werden, ob die US-Notenbank tatsächlich bereit ist am kommenden Mittwoch an den Zinsschrauben nach unten zu drehen.
Gleichzeitig nährt die wachsende Zuversicht auf den großen Wurf im Handelsstreit zwischen Washington und Peking das Prinzip Hoffnung an den Märkten. Ein Scheitern der Gespräche oder eine Verschärfung der Rhetorik könnte Anleger jederzeit auf dem falschen Fuß erwischen.
Für Gesprächsstoff hatte in den vergangenen Tagen auch wie erwartet die weiter an Fahrt aufnehmende Berichtssaison dies- und jenseits des Atlantiks gesorgt.
DAX
Mögliches Treffen zwischen Trump und Xi lässt Anleger im Handelsstreit hoffen
Laut der Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, wolle US-Präsident Donald Trump den chinesischen Staatschef Xi Jinping am kommenden Donnerstag am Rande des Zusammenkommens der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) in Südkorea treffen. Vor zwei Wochen hatte Trump noch gesagt, dass es keinen Grund mehr für ein Treffen mit Xi zu geben scheine. Der US-Präsident hatte damals als Reaktion auf schärfere Kontrollen Chinas bei Ausfuhren von seltenen Erden mit Extrazöllen in Höhe von 100 Prozent auf chinesische Importe gedroht.
US-Wirtschaftsdaten wegen partiellen Regierungsstillstands weiterhin Mangelware – Deutsche Erzeugerpreise langsamer rückläufig
Wegen des nach wie vor teilweisen Regierungsstillstands in den Vereinigten Staaten fiel es aus Sicht des Wirtschaftsdatenkalenders für die US-amerikanische Seite abermals überschaubar aus.
Zu Wochenbeginn wurden die deutschen Erzeugerpreise publik. Hersteller gewerblicher Produkte, welche von Nahrungsmitteln bis hin zu Industriegütern reichen, nahmen im Mittel 1,7 Prozent weniger als noch vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im August lag besagte Rate bei minus 2,2 Prozent, was dem stärksten Rückgang seit Mai 2024 entspricht.
„Hauptursächlich für den Rückgang der Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahresmonat waren auch im September 2025 die niedrigeren Energiepreise“, hieß es aus den Reihen des Amtes.
Einkaufsmanager überraschen – US-Pendants am Nachmittag im Blick
Der Einkaufsmanagerindex des Finanzdienstleisters S&P Global hat für die Privatwirtschaft für die deutsche Wirtschaft im Oktober überraschend an Dynamik gewonnen, welcher so stark wie seit rund zweieinhalb Jahren nicht mehr gewachsen ist.
Bereits heute Vormittag konnte der Einkaufsmanagerindex für die Industrie und Dienstleister in der Eurozone zusammen um 1,0 Prozent 52,2 Punkten steigen, wie der Finanzdienstleister S&P Global mitteilte.
Am heutigen Nachmittag kommt es indes zur Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisdaten (14:30 Uhr), welche mit großer Spannung beachtet werden dürften. Wegen des partiellen Regierungsstillstands in den USA waren besagte Daten vergangene Woche Mittwoch nicht veröffentlicht worden.
Erwartet wird eine Teuerungsrate in Höhe von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, nach 2,9 Prozent im August.
Die Kernrate der Inflation könnte Schätzungen zufolge im gleichen Zeitraum bei 3,1 Prozent gelegen haben und damit unverändert.
Last but not least gilt es noch verschiedene Einkaufsmanager (S&P Global) um 15:45 Uhr zu beachten und nach konjunkturellen Hinweisen abzuklopfen.
SAP mit überraschend hohen Gewinn
Das Unternehmen SAP (ISIN: DE0007164600) hat einen überraschend hohen Quartalsgewinn einfahren können, welches auf Kostendisziplin zurückzuführen sei, hieß es. Das Wachstum der Cloud-Sparte habe sich allerdings verlangsamt. Währungsbereinigt konnten die Erlöse im Cloud-Geschäft um 27 Prozent, nach einem Plus von 28 Prozent im Vorquartal zulegen. SAP teilte mit, dass man für das Gesamtjahr mit einem Umsatz am unteren Ende der anvisierten Spanne von 21,6 bis 21,9 Milliarden Euro rechne.
SAP

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