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Erfolgreich durch Daytrading Charts: So funktioniert das Daytrading Charting

Der Einsatz von Daytrading Charts hilft Tradern, günstige Zeitpunkte für den Ein- und Ausstieg abzupassen. Gemeinsam mit anderen Techniken bildet das Daytrading Charting so einen wichtigen Baustein für den erfolgreichen Tageshandel. Wir haben die Funktionsweise von Daytrading Charts sowie die wichtigsten Daytrading Patterns für Trader unterschiedlicher Erfahrungsstufen zusammengestellt!

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Das wichtigste in Kürze

  • Chart Patterns/Daytrading Charts sind Muster in den Graphen von börsengehandelten Werten
  • Sie lassen keine hundertprozentige Prognose zu, können aber nützliche Indikatoren bilden
  • Es gibt viele Daytrading Charts, von denen wir Ihnen die Wichtigsten vorstellen

    Daytrading Charts: Was ist Daytrading Charting?

    Beim Daytrading kommen kurzfristige Handelspositionen (Laufzeit: maximal ein Handelstag) zum Einsatz, um Gewinne zu generieren. Um trotz der begrenzten Laufzeit eine nennenswerte Rendite zu erzielen, nutzen Daytrader fast immer gehebelte Produkte, die eine Kursbewegung um einen vorgegebenen Faktor verstärken. 

    Da sich auf diese Weise jede Veränderungen an den Märkten massiv auf den Börsenerfolg auswirkt, setzen Händlerinnen und Händler alles daran, die richtigen Vorhersagen zu treffen. Sie nutzen dazu unter anderem die Analyse von Daytrading Charts, auch als Daytrading Charting bezeichnet. Dabei werden die aktuellen Kursentwicklungen interessanter Assets optisch untersucht. 

    Trader versuchen, typische Formen und Muster zu entdecken, die einen Rückschluss auf den aktuellen Zustand und die künftige Entwicklung der Preise geben könnten. Das Ziel: Unter den vielen Tausend möglichen Investments die profitablen Kandidaten finden. Das Daytrading Charting kommt aber auch zum Einsatz, um die aktuellen Stimmungen der Märkte besser zu verstehen. 

    Händlerinnen und Händler nutzen die Daytrading Charts, um das Interesse der Anlegenden an einem Asset zu ergründen. Im Idealfall lassen sich durch die Daytrading Chartanalyse also nicht nur lukrative Positionen finden und eröffnen, sondern auch andere Signale ableiten: Welche Trends liegen vor, wie lange werden sie anhalten, wie stark ist die Bewegung und vieles mehr. 

    Wie so oft an den Börsen handelt es sich aber auch beim Daytrading Charting nicht um eine exakte Wissenschaft, die zuverlässige Ergebnisse liefert! Stattdessen bilden die Daytrading Charts mögliche Signale, die gemeinsam mit anderen Indikatoren betrachtet werden müssen, um mögliche Prognosen abzugeben. Erfolgreiche Daytrader setzen dabei immer auf das Daytrading Charting, aber niemals alles: Erst in Kombination mit weiteren Analysen können Daytrading Charts ihren vollen Nutzen entfalten. 

    Abgrenzung der Daytrading Chartanalyse zur Fundamentalanalyse

    Der Blick auf die Daytrading Charts, um dort nützliche Muster und Formen zu erkennen, ist eine wichtige Disziplin. Sie steht im starken Kontrast zu einer ebenfalls bedeutenden Form der Informationsgewinnung: Der Fundamentalanalyse. 

    Die beiden Methoden könnten nicht unterschiedlicher sein: Bei der Analyse der Daytrading Charts sucht man Muster und geometrische Formen. Man schließt anhand von Abständen und Bewegungen, in Kombination mit viel Erfahrung, auf die weiteren Bewegungen der Märkte. Durch die Daten zu Preisen und Volumina, die in den Daytrading Charts erkennbar sind, leiten Trader bei der Daytrading Chartanalyse Prognose ab.

    Die Fundamentalanalyse hingegen ignoriert die Bewegungen der Kurse, die für das Daytrading Charting so wichtig sind und setzt stattdessen auf die Kennzahlen des jeweiligen Assets. Wer sich zum Beispiel für das beliebte Daytrading mit Aktien entscheidet, untersucht im Rahmen der Fundamentalanalyse Umsätze, Gewinne, Kapitalstruktur, Kurs-Gewinn-Verhältnis und ähnliche Unternehmensdaten. 

    Auch Informationen, die wir zum Beispiel aus den Nachrichten oder durch externe Analysen gewinnen, spielen eine Rolle. Durch sie können wir erkennen, welche Marktentwicklungen vorliegen, wie sich die Konkurrenten entwickeln, das politische Umfeld aussieht und vieles mehr. Solche “weichen” Aspekte fließen ebenfalls in die Fundamentalanalyse mit ein. 

    Die beiden Methoden sind zwar grundverschieden, lassen sich aber hervorragend kombinieren: Wer sowohl die Daytrading Chartanalyse als auch die Fundamentalanalyse beherrscht und erfolgreich einsetzt, kann dadurch bessere Prognosen erstellen und höhere Gewinne erzielen!

    Daytrading Charting Glossar

    Der aktive Börsenhandel - egal ob Scalping, Daytrading oder Swingtrading - zeichnet sich durch eine hohe Anzahl an Fachbegriffen aus. Diese machen es Neulingen schwer, das Handwerkszeug eines Daytraders zu erlernen und können abschreckend wirken. 

    Wir haben daher im Folgenden die wichtigsten Begriffe speziell zum Thema Daytrading Charting zusammengefasst: 

    • Average True Range (zu Deutsch: “Durchschnittliche, wahre Reichweite”) – Die Reichweite der Kurse über einen bestimmten Zeitraum. Sie wird normalerweise täglich angegeben, kann aber auch andere Längen aufweisen. 
    • Widerstand – Fällt es dem Kurs scheinbar schwer, ein konkretes Preisniveau nach oben zu durchbrechen, spricht man von einem Widerstand, Widerstandslinie oder Widerstandsniveau. Es kann sich dann bilden, wenn zu viele Verkaufsaufträge genau an diesem Punkt platziert wurden. Erreicht der Kurs diesen Wert, werden die Aufträge ausgelöst und es kommt zu einem Kursrückgang. Bei der Daytrading Chartanalyse sieht es dann aus, als ob der Preis von diesem Niveau “abprallt”. Ein Durchbruch gelingt in der Regel erst, wenn die Bewegung durch ein hohes Volumen an Kaufaufträgen ausreichend Momentum erzeugt hat.  
    • Unterstützung – Eine Unterstützung, Unterstützungslinie oder Unterstützungsniveau kann als das Gegenteil eines Widerstands betrachtet werden. Ein hohes Volumen an Kaufaufträgen, das bei einem konkreten Preisniveau platziert wurde, verhindert einen weiteren Fall von Kursen. Auch hier “prallt” der Kurs ab und steigt anschließend wieder. Eine Unterstützungslinie in Daytrading Charts hält in der Regel so lange, bis das Volumen der Verkaufsaufträge zu stark wird und die Kaufaktivitäten übersteigt. 
    • Retracement – Bewegen sich die Kurse eines Daytrading Charts in eine Richtung (Trend) kann es trotzdem zu vorübergehenden Gegenbewegungen kommen. Diese werden als “Retracement” bezeichnet. Sie sind oft nur vorübergehender Natur, können aber eine Trendumkehr ankündigen und bis zum nächsten Widerstands-/Unterstützungsniveau reichen. 
    • Breakout – Der Durchbruch einer Widerstandslinie oder Unterstützungslinie wird als Breakout bezeichnet. Sie können zum Beispiel durch einen raschen Anstieg der Kauf- oder Verkaufaufträge entstehen. 
    • Zyklus – Zeitraum, in dem durch Daytrading Charting ein bestimmtes Muster vorhergesagt wird. 
    • Momentum – Die Bewegungen an den Börsen können in unterschiedlicher Geschwindigkeit verlaufen. Man beschreibt die Intensität der Kursveränderungen als “Momentum”. Es wird durch die Anzahl der Kauf- bzw. Verkaufsaufträge sowie deren Volumen bestimmt.  
    • Dead Cat Bounce – Bei stark fallenden Kursen sehen einige Trader und Anleger die Möglichkeit, das jeweilige Asset günstig zu erwerben. Dies führt zu einem kurzzeitigen Anstieg, bevor die Talfahrt weitergeht. Man vergleicht diese Bewegung im Daytrading Charting mit den letzten Zuckungen eines toten Tieres und verleiht dem Muster daher den Namen “Dead Cat Bounce” oder “Toter Katzensprung”. 
    • Doji – Ein Doji ist eine spezielle Form der Kerzenbewegung, die sich durch (nahezu) gleiche Kurse zum Start als auch dem Schlusskurs auszeichnet. Als Daytrading Chart symbolisiert ein Doji Unentschlossenheit an den Märkten.
    • Fibonacci-Linien – Der Einsatz der Fibonacci Zahlenreihen ist bei der Daytrading Chartanalyse sehr beliebt. Das Modell gibt Linien vor, anhand derer Unterstützungs- und Widerstandslinien sowie weitere Bewegungen vorhergesagt werden sollen.

    So funktioniert die Analyse der Daytrading Charts 

    Die Anwendung von Daytrading Charts scheint zunächst recht einfach: Durch Analyse der jeweiligen Kursentwicklungen versuchen Trader, eine Reihe von typischen Mustern zu entdecken. Doch was wie ein simples Konzept erscheint, stellt bei der Durchführung hohe Anforderungen!

    Durch seine steile Lernkurve und die hohe Bedeutung ist das Daytrading Charting eine Grunddisziplin, die über Erfolg oder Misserfolg für Daytrader entscheiden kann. Wurde ein Daytrading Chart, also ein konkretes Muster in den Kursen, entdeckt, lassen sich mögliche Ableitungen treffen. Dadurch ist das Daytrading Charting (eine) Voraussetzung für das Eröffnen lukrativer Positionen. 

    Für die Durchführung von Daytrading Chartanlysen kommen Trading-Softwarelösungen wie die Trader Workstation TWS oder TradingView zum Einsatz. Derartige Programme zeigen nicht nur die Kursverläufe an; hochwertige Ausführungen kommen auch mit zahlreichen Werkzeugen daher, die bei der Analyse der Daytrading Charts behilflich sind. So lassen sich oft mit wenigen Klicks Fibonacci-Linien, Widerstandslinien und viele weitere Hilfsmittel einzeichnen. 

    Warum Daytrading Charts für aktive Händlerinnen und Händler so wichtig sind, ist leicht zu erklären: Die Bewegungen an den Börsen wiederholen sich bereits seit Jahrhunderten. Aufschwünge, Abwärtsbewegungen, Krisen, Rallyes… die Muster in den Kursen, die wir beim Daytrading Charting einsetzen, sind bekannt und haben sich tausendfach als nützliche Basis für Prognosen erwiesen. 

    Die Funktion der Daytrading Chartanalyse ist also letztlich die Anwendung historischer, bewährter Muster. Wir setzen darauf, dass sich die Auf- und Abbewegungen wie in der Vergangenheit wiederholen und uns so lukrative Ein- und Ausstiegspunkte aufzeigen. 

    Schwierigkeiten beim Daytrading Charting

    Die Arbeit mit Daytrading Charts ist ein wichtiger Bestandteil des Daytradings. Dabei bestehen für aktive Händlerinnen und Händler jedoch mehrere Gefahren: 

    • Fehlendes Wissen über Daytrading Chart-Muster. Händlerinnen und Händler, die bestimmte Formen nicht kennen, können diese auch unmöglich erkennen. Das Erlernen der Grundlagen rund um das Daytrading Charting kann einiges an Zeit in Anspruch nehmen, ist jedoch ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum erfolgreichen Handel. 
    • Falsche Zuordnung von Daytrading Charts. Wer ein Daytrading Chart/Muster erkannt hat, muss damit noch lange nicht richtig liegen! Aufgrund der Vielzahl von möglichen Signalen und geometrischen Figuren schätzen Händlerinnen und Händler die Situation immer wieder falsch ein - es kommt in diesem Fall wahrscheinlich zu Verlusten oder Rendite-Einbrüchen. Fehldeutungen gehören zum Risiko des Daytradings. 
    • Falsche Folgerungen aus den Daytrading Charts. Selbst, wenn ein Daytrading Chart-Muster korrekt erkannt wurde, ist der Erfolg noch keineswegs sicher: Trader müssen nun auch die passenden Schlüsse ziehen und eine lukrative Position eröffnen. Auch bei diesem Schritt gibt es zahlreiche Schwierigkeiten und es ist generell Erfahrung und Analysefähigkeit gefragt.  

    Gut zu wissen:

    Wie bei allen Aspekten rund um das Daytrading empfehlen wir dringend, die Funktionsweisen zunächst mit einem Demokonto zu erproben. So können Sie das Daytrading-Handwerkszeug erlernen, ohne ihr echtes Kapital zu gefährden.

    Unterschiedliche Darstellung der Daytrading Charts

    Da es sich bei der Daytrading Chartanalyse um eine optische/geometrische Methode handelt, kommt der Darstellung von Kursen, Oberfläche der jeweiligen Software etc. eine recht hohe Bedeutung zu: Händlerinnen und Händler müssen über ein verständliches Interface verfügen, wenn sie durch Daytrading Charts erfolgreiche Prognosen treffen wollen. 

    Daher hat sich eine Reihe von verschiedenen Darstellungsweisen etabliert. Sie zeigen nicht nur die Kursentwicklung, sondern bilden jeweils Eröffnungs- und Schlusskurse einzelner Handelstage, Handelsspanne und teilweise weitere Informationen ab. Zu den typischen Formen von Daytrading Charts zählen: 

    Kerzendiagramme/Candle Charts

    Die Darstellung als “Kerzen” ist die gebräuchlichste Form für Daytrading Charts und in vielen Trading-Programmen die Standardeinstellung. Jede dieser Kerzen stellt einen Zeitraum dar, der - je nach Strategie und Vorliebe des Trades - zwischen 5 Minuten und mehreren Tagen betragen kann. Eine rote Einfärbung signalisiert dabei fallende Kurse, eine grüne Kerze zeigt steigende Kurse an. 

    Das obere und untere Ende des Kerzenkörpers symbolisiert den Eröffnungs- bzw. Schlusskurs. Je größer (länger) eine Kerze ist, desto drastischer war die Kursveränderung in diesem Zeitraum. Der “Docht” der Kerze zeigt den jeweiligen Höchst- und Tiefststand an. Auch hier gilt: Ein größerer Abstand zwischen den beiden Enden zeigt starke Veränderungen während der Phase an.  

    Dargestellt sind zwei Kerzenmuster mit der Bezeichnung „Kerzenmuster“. Die rote Kerze stellt einen Abwärtstrend dar, und die grüne Kerze repräsentiert einen Aufwärtstrend, mit Bezeichnungen für „Hoch“, „Eröffnung“, „Schluss“ und „Tief“.
    Die Kerzendarstellung ist für Daytrading Charts besonders beliebt, da sie sehr viele Informationen übersichtlich darstellt.

    Ebenfalls in die Kategorie der Kerzendiagramme zählt die Form “Heiken-Ashi”. Dabei kommt die gleiche Darstellung wie bei den Kerzendiagrammen zum Einsatz (rote und grüne Balken sowie schwarze Linien). Im Hintergrund findet jedoch eine Berechnung statt, die eine bessere Daytrading Chartanalyse ermöglichen soll. Es werden also nicht nur die Start-, End-, Höchst- und Tiefststände wiedergegeben. 

    Balkenchart

    Balkenchart sind als einfache Darstellungen für Diagramme und Präsentationen bekannt. Beim Einsatz als Daytrading Chart werden sie um eine zusätzliche Funktion erweitert und zeigen auch die Eröffnungs- und Schlusskurse als seitlich abgehende Linien an. Dadurch bieten Balkencharts die gleiche Aussagekraft wie die Kerzendarstellung. Der betrachtete Zeitraum pro Balken kann hier ebenfalls von wenigen Sekunden bis hin zu mehreren Tagen reichen. 

    Auch hier zeigt ein roter Balken fallende, ein grüner Balken steigende Kurse im Verlauf an. Der untere Punkt des Balkens bildet den Tiefstwert, der obere Punkt den Höchstwert. Ein nach links abgehender “Haken” zeigt den Preis zur Eröffnung, ein nach rechts gehender den Preis zum Börsenschluss an. 

    Zwei Balkendiagramme mit der Bezeichnung „Daytrading Balkenchart“ zeigen rote und grüne Balken mit markierten Punkten für Hoch-, Tief-, Eröffnungs- und Schlusskurse. „CAPTRADER“ wird in der Mitte angezeigt.
    Balkencharts zeigen ebenfalls Hoch-, Tief-, Eröffnungs- und Schlusswerte an. 

    Linienchart

    Eine Liniengrafik ist eine besonders einfache Möglichkeit, Kursveränderungen anzuzeigen - leider vermittelt sie nur minimale Informationen. Bei dieser Form eines Daytrading Charts werden mehrere Punkte - üblicherweise der Schlusskurs eines Assets - verbunden. 

    Daraus ergibt sich die typische Auf-und-ab-Linie, die man aus einfachen Darstellungen von Börsenkursen kennt. Angaben zum Eröffnungspreis und der Preisschwankung pro Tag sucht man vergeblich. Die Veränderungen zum Vor- und Folgetag sind nur durch den Kontext ersichtlich und werden nicht, wie bei anderen Daytrading Charts, in Rot oder Grün dargestellt. 

    Dadurch sind Liniencharts für die Daytrading Chartanalyse eher ungeeignet. Sie können jedoch für einen ersten Überblick geeignet sein, bevor ein Trader mittels Kerzendiagrammen, Balkencharts etc. tiefer ins Detail geht. Teilweise wird die Fläche unterhalb der Linie farblich ausgefüllt oder schattiert. Man spricht dann auch von einem Flächengraf oder Flächenchart. 

    Daytrading Charts: Die wichtigsten Daytrading Patterns

    Nachdem Funktionsweise und Darstellung der Daytrading Charts ausgiebig behandelt wurde, ist es nun an der Zeit, die wichtigsten Daytrading Patterns vorzustellen. Diese Muster in den Daytrading Charts sind es, die Händlerinnen und Händler bei der Daytrading Chartanalyse zu erkennen und nutzen versuchen. 

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    Trendumkehr

    Das wohl simpelste Muster, dass wir in Daytrading Charts finden können, ist die Trendumkehr. Hier kehrt sich ein Kurs um, nachdem er vorher eine gewisse Zeit in eine Richtung tendiert hatte. Eine Trendumkehr kann dabei in beide Richtungen, also bei steigenden und fallenden Kursen, funktionieren. 

    Die Trendumkehr ist häufig Teil größerer Daytrading Chartpatterns und kann zum Beispiel am Ende einer längeren Abwärtsbewegung stehen. Isoliert begegnet sie uns daher eher selten. Da sie oft nur Abschnitt aus dem Daytrading Chart repräsentiert, ist ihre Deutung (also zum Beispiel, wie lange der neue Trend anhält) relativ schwierig.  

    Breakout (“Ausbruch”)

    Ein Breakout oder Ausbruch liegt immer dann vor, wenn ein Kurs eine Linie durchbricht. Wo eine solche Linie liegt oder auf welchem Wert sie fußt, ist dabei eine Frage des Blickwinkels. Generell können Sie eine Linie nach Belieben setzen. In der Praxis kommen dafür vor allem Fibonacci-Linien, Unterstützungs- und Widerstandslinien zum Einsatz. 

    Wer im Rahmen der Daytrading Chartanalyse einen wichtigen Breakout erkennt, kann davon erheblich profitieren: Oft sind solche Ausbrüche der Startschuss für einen längeren Trend. Händlerinnen und Händler platzieren beim Durchbruch der Linie eine passende Position, um davon zu profitieren. Deutlich komplizierter als das Erkennen eines Ausbruchs ist allerdings das korrekte Anlegen der Linie, die durchbrochen werden soll …

    Der Breakout entsteht in diesem Beispiel, nachdem der Kurs längere Zeit zwischen einer Widerstands- und Unterstützungslinie gewechselt war. 
    Der Breakout entsteht in diesem Beispiel, nachdem der Kurs längere Zeit zwischen einer Widerstands- und Unterstützungslinie gewechselt war. 

    Shootingstar

    Als Shootingstar (“Sternschnuppe”) bezeichnet man einen vorübergehenden Höhepunkt in einer Abwärtsbewegung. Dieses Daytrading Chartmuster begegnet uns fast immer in den Eröffnungsstunden der jeweiligen Börse. Die geläufigste Interpretation geht von verspäteten Anlegerinnen und Anlegern aus, die ein Asset noch schnell abstoßen wollen, nachdem sie den günstigen Zeitpunkt am Vortag verpasst haben und so den Preis nach oben treiben. 

    Der Shootingstar ist ein typischer Einstiegspunkt für Short-Positionen. Trader, die dieses Daytrading Chartmuster korrekt erkannt haben, profitieren durch Leerverkäufe von der folgenden Abwärtsbewegung. Bei der Identifikation helfen die Kerzencharts: Ein Shootingstar entsteht fast immer nach drei aufeinanderfolgenden grünen Kerzen. Der Höhepunkt dieses Daytrading Charts zeichnet sich durch einen Kerzendocht aus, der deutlich länger als der Körper der Kerze ist. 

    Ein Candlestick-Chart mit dem Titel „Shooting Star Day Trading“, das ein „Shooting Star“-Muster mit abwechselnd grünen und roten Balken und dem über das Chart liegenden Text „CAP TRADER“ hervorhebt.
    Der “Shootingstar” ist ein vorübergehender Höhepunkt während einer Abwärtsbewegung, der uns häufig in den ersten Stunde des Börsenhandels begegnet. 

    Doji-Kerze

    Der Begriff “Doji” stammt aus dem Japanischen und bedeutet soviel wie Unentschlossenheit - und genau diese Unentschlossenheit der Märkte wird bei diesem Daytrading Chart deutlich! Die Kerzen zeigen hier nur einen sehr kleinen Körper, da der Unterschied zwischen Start- und Schlusskursen oft nur minimal ausfällt. 

    Der Docht der Kerze kann bei diesem Daytrading Chart jedoch durchaus recht lang sein. Sie sollten sich von den Kursschwankungen jedoch nicht beeinflussen lassen. Stattdessen hat sich in der Daytrading Chartanalyse der Blick auf den Bereich VOR der Doji-Kerze bewährt: Trader prüfen in der Regel, ob die vorherigen Kerzen einen Abwärts- oder Aufwärtstrend abbilden. 

    Folgt die Doji-Kerze auf ein bullisches Daytrading Chart, kann oft mit einer bärischen Weiterbewegung im Anschluss gerechnet werden. Umgekehrt deutet eine bärische Tendenz vor der Doji-Kerze oft auf eine bullische Fortsetzung hin. Wie bei allen Daytrading Patterns ist aber auch hier keine hundertprozentig verlässliche Aussage möglich. 

    Bullish Engulfing Pattern

    Bei einem Bullish Engulfing Chartpattern umschließt (“engulfed”) eine bullische, grüne Kerze eine vorhergehende, bärische Kerze vollständig. Ein solches Daytrading Chart zeigt, dass die Käuferinnen und Käufer aktuell den Markt um das jeweilige Asset kontrollieren und deutlich in der Überzahl sind.

    Es handelt sich um ein besonders deutliches und beliebtes Zeichen, dass Daytrader zu einem Einstieg mit Long-Positionen motiviert. Denn ein solcher, deutlicher Kaufimpuls kann darauf hindeuten, dass ein stärkerer Aufwärtstrend folgt. 

    Bild eines Finanzchartmusters mit der Bezeichnung „Bullish Engulfing Muster“, das eine rote Kerze gefolgt von einer größeren grünen Kerze zeigt, mit dem Text „CAP TRADER“ im Hintergrund.
    Die bullische (grüne) Kerze schließt die vorhergehende, rote Kerze völlig ein.

    Bull Flag

    Von einer Flagge spricht man bei der Daytrading Chartanalyse, wenn ein Rechteck, Parallelogramm oder eine Raute vorliegt. Die Sonderform der Bullenflagge bildet hingegen ihres Namens nicht unbedingt eine Aufwärtsbewegung ab, sondern ist fast immer durch sinkende oder seitwärts bewegende Kurse gekennzeichnet. Dieses Daytrading Chartpattern erhält seinen Namen durch die Tatsache, dass es im Anschluss oft zu einer starken, bullischen Bewegung kommt. 

    Die Ursache, so die übliche Interpretation, sind Trader, die recht spät während einer Bull Flag noch Short-Positionen eröffnen. Sie werden meist sehr schnell zum Schließen dieser Positionen gezwungen, wodurch es zu sprunghaften Kursanstieg kommen kann. Wird dieses Daytrading Chartmuster korrekt identifiziert, kann eine lukrative Long-Position eröffnet werden, von der wir beim folgenden Anstieg stark profitieren. 

    Die Bull Flag verdankt ihren Namen nicht einer Aufwärtsbewegung innerhalb der Flagge, sondern dem Aufwärtstrend, der oft im Anschluss folgt. 

    Aufsteigendes Dreieck

    Neben den Flaggen sind Dreiecke häufig in Daytrading Charts anzutreffen. Sie lassen verschiedene Interpretationsmöglichkeiten zu, je nachdem, in welche Richtung die Spitze des Dreiecks zeigt. So ist zum Beispiel ein symmetrisches Dreieck, bei dem die Spitze weder nach oben, noch nach unten zeigt, ein mögliches Signal für abwartende Märkte mit unklarer Richtung. 

    Ein besonders beliebtes Daytrading Chart ist das aufsteigende Dreieck, auch “Bullischer Wimpel” genannt. Es ist ein starkes Signal für eine aufsteigende Preisentwicklung. Bei diesem Muster läuft die Spitze des Dreiecks nach oben hin, sodass man auch von einer aufsteigenden Trendlinie sprechen kann. 

    Die typische Interpretation ist ein anstehender, starker Aufwärtstrend, der auf das aufsteigende Dreieck folgen wird. Dies wird durch die stetig steigenden Werte innerhalb des bullischen Wimpels begründet: Immer mehr Trader verlassen ihre Short-Positionen, sodass sich der Aufwärtstrend Stück für Stück manifestiert. 

    Diagramm mit einem bullischen Wimpel-/aufsteigenden Dreiecksmuster, wobei gelbe Trendlinien eine Wimpelform bilden und ein blaues aufsteigendes Dreieck darüber gelegt wird. Deutscher Text oben beschriftet das Diagrammmuster.
    Ein bullischer Wimpel wird häufig als anstehender Aufwärtstrend interpretiert.

    Weitere Daytrading Chart-Patterns

    Neben den bereits vorgestellten Daytrading Chartmustern gibt es noch viele weitere Formen, die Trader für ihre Arbeit nutzen können. Dazu zählen zum Beispiel doppelte Böden und doppelte Spitzen oder die zahlreichen Sonderfälle der Dreiecke und Flaggen. 

    Ein Liniendiagramm mit dem Titel „Doppelter Boden und doppelte Spitze“, das zwei Aufwärts- und Abwärtstrends zeigt, mit einem Pfeil mit der Aufschrift „Prognose“, der einen zukünftigen Rückgang anzeigt.
    Die doppelte Spitze kann in beiden Richtung vorliegen und erinnert an den Buchstaben “W” oder “M”. 

    Dabei gibt es offensichtlichere Daytrading Chartmuster und andere, die weniger auffällig oder weniger deutlich erscheinen. Die große Anzahl und oft komplexe Interpretation macht Daytrading Charts zu einem zweischneidigen Schwert: Einerseits bieten sie uns tiefe Einblicke in die Märkte, Stimmungen und mögliche Bewegungen; andererseits verleiten sie Trader zu falschen oder vorzeitigen Schlüssen und können Grundlage kostspieliger Fehlentscheidungen bilden. 

    Das kann CapTrader:

    In jedem Fall ist es daher zu empfehlen, sich zunächst mit den Funktionsweisen der Daytrading Charts vertraut zu machen. Ein Testkonto wie das kostenlose CapTrader Demokonto ist unbedingt zu empfehlen, um die Daytrading Chartanalyse zu erlernen. Hier können Sie sich auf einzelne Chartpatterns spezialisieren und daran arbeiten, diese Muster sicher zu identifizieren. 

    Denn für den langfristigen Erfolg mit Daytrading Charts ist nicht unbedingt ein Wissen über möglichst viele Muster erforderlich; stattdessen kann es sich lohnen, eine kleine Anzahl von Daytrading Chartpatterns zu meistern und diese zuverlässig zu erkennen und einzusetzen. 

    Fazit: Daytrading Charts als nützliches Hilfsmittel

    Daytrading Charts richtig zu erkennen und aus ihnen die passenden Schlüsse zu ziehen, ist ein wichtiger und hilfreicher Prozess für Händlerinnen und Händler. Wie bei allen Tipps und Tricks rund um das Daytrading sind auch Daytrading Charts allein nicht geeignet, um Sie zum Erfolg zu führen - sie können jedoch einen wichtigen Beitrag leisten!

    Bei der Daytrading Chartanalyse untersuchen wir die Kursbewegungen der letzten Minuten bis hin zu Tagen, um sinnvolle Handelsentscheidungen abzuleiten. Durch das Entdecken von bekannten und bewährten geometrischen Figuren lassen sich Ableitungen formen. Die Trefferwahrscheinlichkeit schwankt dabei stark mit den Erfahrungen des jeweiligen Traders sowie den Eigenheiten der Märkte. 

    Eine umfangreiche Kenntnis der verschiedenen Daytrading Charts kann einen hilfreichen Beitrag zum eigenen Handelserfolg leisten. Aber auch Fehlentscheidungen aufgrund inkorrekter Daytrading Chartananlyse (oder einfach, weil die Märkte unvorhergesehen reagieren) können jederzeit auftreten. 

    Wir empfehlen, die Analyse von Daytrading Charts zunächst mit einem Demo-Konto zu erproben. Auf diese Weise können Sie in aller Ruhe und ohne Risiko erlernen, wie und wann die verschiedenen Muster auftreten. Schon mit solider Kenntnis zu einer kleinen Anzahl von Daytrading Chartpatterns lassen sich Trends durchaus zuverlässig erkennen und in der Folge sehr lukrative Positionen eröffnen. 

    FAQ - Häufig gestellte Fragen zu Daytrading Charts

    Welche Charts sind für Daytrading geeignet?

    Als Daytrading Chart kommen eigentlich nur Kerzen- oder Balken Charts infrage. 5 und 15 Minuten bilden dabei die beliebtesten Zeiteinheiten. Für Scalping oder Swingtrading können auch längere oder kürzere Zeiträume als für Daytrading Charts zum EInsatz kommen.

    Welche Daytrader am erfolgreichsten?

    Erfolgreiche Daytrader agieren rational und sind analytisch interessiert. Frauen sind im Daytrading durchschnittlich deutlich erfolgreicher als Männer, da sie weniger emotional agieren.

    Wie wird Daytrading versteuert?

    Für Gewinne aus dem Daytrading wird die Kapitalertragssteuer in Höhe von 25 Prozent (+ Soli und ggf. Kirchensteuer) erhoben. Unter Umständen kann stattdessen der Einkommenssteuersatz verwendet werden (Günstigerprüfung).

    Ist Daytrading riskant?

    Daytrading ist extrem riskant und nur selten lukrativ – weniger als ein Prozent der Beteiligten machen langfristig Gewinn. Durch korrekte Absicherung mit Stop-Loss-Orders und Co. kann die Gefahr etwas reduziert werden. Dennoch ist Daytrading ein riskantes Unterfangen.

    Welche Daytrading Charts sind am wichtigsten?

    Zu den wichtigsten Daytrading Charts zählen die Widerstands- und Unterstützungslinien. Aus ihnen lassen sich Wimpel, Flaggen und Co. ableiten und Ausbrüche vorhersagen. Der korrekte Einstieg in solche Ausbrüche ist sehr lukrativ.

    Philipp Gilg mit kurzen hellen Haaren und Bart trägt ein hellblaues Hemd mit Knöpfen. Er steht vor einer Glasscheibe und blickt in die Kamera.
    Philipp Gilg

    Philipp Gilg ist selbständiger SEO-Experte und Finanzredakteur. Auf dem CapTrader Blog veröffentlicht er regelmäßig SEO-optimierte Artikel rund um die Themen Aktien, Trading, Optionen und Geldanlage. Er arbeitet außerdem mit namenhaften Finanzinfluencern zusammen und unterstützt diese bei der organischen Reichweitengewinnung auf Google. Bereits in jungen Jahren entwickelte er eine große Leidenschaft für die Börse, schon im Alter von 16 Jahren handelte er seine ersten Aktien. Dadurch verfügt er mittlerweile über jahrelange Erfahrung und Expertise in diesem Bereich.

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