Futures sind Finanzprodukte, mit denen wir Rohstoffe, Finanzinstrumente und mehr in der Zukunft handeln können. Wie das funktioniert, welche Chancen und Risiken Sie erwarten und was Sie vor allem in Deutschland beachten müssen, haben wir im folgenden Guide zusammengefasst!
Das wichtigste in Kürze
- Futures sind Verträge über einen Handel in der Zukunft. Handelsgegenstand können zum Beispiel Rohstoffe, Devisen, Aktienindizes, Anleihen und mehr sein.
- Der Preis des Handelsguts wird vorab vereinbart, sodass sich die Futures sehr gut zur Absicherung eignen. Auch der spekulative Einsatz ist jedoch möglich.
- Deutsche Broker können kein Future Trading anbieten. Sie müssen einen internationalen Broker wie CapTrader nutzen.
- Future Trading bietet die Chance auf hohe Gewinne, aber auch enorme Verluste und ist daher eher für fortgeschrittene Händler geeignet.
Was ist Future Trading?
Futures sind Handelsverträge (“Terminkontrakte”) zwischen zwei gleichberechtigten Partnern, die zu einem Zeitpunkt in der Zukunft ausgeführt werden. Sie bieten spannende Möglichkeiten für Händler, da sie sich damit gegen Preisveränderungen absichern können - oder von diesen profitieren!
Die folgenden Eigenschaften müssen bei Abschluss eines Futures festgelegt sein:
- Das zu handelnde Gut, zum Beispiel ein Rohstoff, ein Aktienindex oder eine Währung.
- Wer Käufer und wer Verkäufer des Handelsguts ist.
- Der Umfang, also wie viele Einheiten des Handelsguts den Besitzer wechseln werden.
- Der Preis des Guts, zu dem der Handel vollzogen wird.
- Der Zeitpunkt, an dem das Geschäft abgeschlossen wird.
Das Future Trading, also der Handel mit solchen Verträgen, bietet enorme Gewinnpotenziale, kann aber auch für herbe Verluste sorgen: Verändert sich der Kurs des Handelsguts während der Laufzeit, kann ein Future an Wert gewinnen oder verlieren.
Wichtige Fachbegriffe:
Da man mit Futures nicht direkt eine Wertsache handelt, sondern Verträge auf ein solches Objekt, zählen sie zu den “Derivaten”, also den “abgeleiteten Finanzinstrumenten”. Das Handelsgut wird auch als “Basiswert” oder “Underlying” bezeichnet, da ein Derivat auf ihm aufbaut bzw. als Basis nutzt.
Wofür sind Futures gut?
Future Trading ist ein wichtiger Aspekt unseres Wirtschafts- und Finanzsystems, denn die Verträge bringen Sicherheit und Berechenbarkeit in den Handel. Es gibt drei zentrale Einsatzzwecke:

1. Preise sichern
Schon im 16ten Jahrhundert kamen Produzenten und Käufer von Rohstoffen auf die Idee, die Preise für ihre Waren in der Zukunft zu sichern. So konnten Händler etwa das Risiko der damals langen Transportzeiten regulieren.
Durch einen Terminkontrakt war zum Beispiel der Wert einer Schiffsladung beim Eintreffen am Zielhafen gesichert. Selbst, wenn der Preis für die Güter in der Zwischenzeit drastisch gefallen war (immerhin konnte so eine Reise Monate dauern!), erhielt der Verkäufer den vorher vereinbarten Wert.
Auch heute nutzen Unternehmen, Zwischenhändler und Käufer Futures, um Preise zu sichern. So könnte sich zum Beispiel ein Landwirt den Preis für seinen Weizen noch vor der Ernte absichern. Das schafft Sicherheit und macht sein Gewerbe besser planbar.
2. Hedging
Ein zweiter, nützlicher Anwendungsfall ist das Hedging, also die Absicherung gegen Verluste. Sie können mit Future Trading sowohl von steigenden, als auch fallenden Preisen des Basiswerts profitieren und so unerwünschte Verluste ausgleichen. .
Wollen Sie sich zum Beispiel vor einem Kursrückgang einer Aktie in Ihrem Aktienportfolio schützen, legen Sie einfach einen Future in Short-Position an. Sollte der Preis des Wertpapiers tatsächlich fallen, gewinnt der Short-Future gleichzeitig an Wert. So lässt sich der finanzielle Verlust problemlos ausgleichen.
Gut zu wissen:
Bei Derivaten wie Futures oder Optionen sind Short-Positionen sehr einfach umzusetzen. Sie müssen lediglich die passende Seite des jeweiligen Handelsvertrags einnehmen. Wer hingegen keine Derivate handeln möchte, kann über einen Leerverkauf shorten.
3. Preisspekulation
Wer die Preisentwicklung des Basiswerts korrekt vorhersagt, kann mit Future Trading stattliche Gewinne erzielen. Besonders spannend sind die Kontrakte, da sie in der Regel mit Hebeln gehandelt werden: Alle Gewinne, aber auch Verluste vervielfachen sich um den angegebenen Faktor.
Future Trading ist ein beliebtes Werkzeug für fortgeschrittene Händler, die durch passendes Risiko- und Money-Management die Gefahren meistern können.
Solche Geschäfte sind ebenfalls schon seit Jahrhunderten üblich. Bereits 1556 verbot man in Amsterdam Termingeschäfte zeitweise, nachdem Spekulanten für untragbare Steigerungen der Getreidepreise gesorgt hatten.
Das macht Terminkontrakte zu einem zweischneidigen Schwert: Einerseits sind sie für einen funktionierenden Warenverkehr und die Versorgungssicherheit unerlässlich; andererseits können sie zu dramatischen Schäden führen, wenn es an der notwendigen Regulierung und Kontrolle fehlt.
Preisbildung beim Future Trading
Jedes Termingeschäft basiert auf einem Basiswert, dessen Kurs schwankt. Wie der Preis eines Futures entsteht, ist jedoch nicht immer ganz einfach zu verstehen!
- Der Kurs von Futures bildet sich aus dem Preis des Basiswerts plus zusätzlichen Faktoren wie etwa den Lagerkosten (“Cost of carry”) bei Rohstoffen.
- Abweichungen durch solche Einflüsse sind beim Future Trading eher gering und nivellieren sich schnell. Dennoch kann der Preis vor allem kurzzeitig vom Basiswert abweichen!
- Trader sollten nicht vergessen, dass sie hier börsengehandelte Produkte einsetzen - Angebot und Nachfrage bestimmen also letztlich den Preis!
- Zusätzlich ist die Restlaufzeit für den Wert eines solchen Geschäfts von Bedeutung. Je mehr Zeit bis zur Ausführung Verfügung steht, desto mehr Möglichkeiten für Preisschwankungen bestehen.
Insgesamt ist die Preisbildung leichter nachvollziehbar als bei anderen Derivaten. Insbesondere, wenn Sie Optionen handeln, gestalten sich die Preise schwieriger: Hier kommen unter anderem die Optionsgriechen ins Spiel und machen den Einstieg für Laien komplizierter.
Wie riskant ist Future Trading?
Das Future Trading ist eine Handelsform mit hohem Risiko. Gefahr droht von mehreren Seiten:
- Marktrisiko: Entwickeln sich die Kurse nicht wie erhofft, drohen Verluste.
- Liquiditätsrisiko: Ist ein Markt nicht ausreichend liquide, kann der Kauf oder Verkauf eines Future-Kontrakts schwerfallen.
- Gegenparteirisiko: Wenn die Gegenseite ihren Verpflichtungen nicht nachkommen kann, drohen ebenfalls Verluste.
- Kreditrisiko: Auch der Broker oder die Clearing-Stelle könnten in Zahlungsschwierigkeiten geraten und Ihr Investment in Gefahr bringen.
- Operationelles Risiko: Technische Komplikationen können für kostspielige Verzögerungen sorgen.
Die gute Nachricht gleich vorneweg: Drei dieser Risiken, Gegenpartei, Kredit und Operationelles Risiko, lassen sich durch die Wahl des richtigen Brokers minimieren. Ein prämierter, internationaler Anbieter wie CapTrader kann Sie durch seine Größe und umfassenden Sicherheitsmechanismen vor diesen Gefahren bewahren.
Auch beim Liquiditätsrisiko spielt die Brokerwahl eine wichtige Rolle! Sie sollten sich für einen Dienstleister mit umfangreichem Angebot an Terminbörsen entscheiden. Nur so erhalten Sie Zugriff auf besonders liquide Märkte und können eine schnelle und lukrative Abwicklung sicherstellen.
Ein Marktrisiko bleibt leider in jedem Fall bestehen. Händler versuchen durch unterschiedlichste Methoden, die Börsenkurse vorherzusagen. Eine Erfolgsgarantie gibt es dabei selbstverständlich nicht. Entwickelt sich der Kurs Ihres Futures nicht wie erhofft, kann es zu Verlusten kommen.
Einige Methoden könnten Ihnen beim Erstellen von Prognosen helfen:
- Newstrading: Strukturierte Auswertung aktueller Nachrichten
- Trading Signale: Oberbegriff für Dienstleistungen und Systeme, die Handelsempfehlungen abgeben.
- Forex Signale: Tradingsignale, die speziell für den Handel mit Währungen entwickelt wurden.
- Chartanalyse: Untersuchung der aktuellen Kursverläufe, um zukünftige Entwicklungen abzuschätzen.
- Markttechnik: Rein mathematische Analyse von Preis und Handelsvolumen.
- Technische Analyse: Betrachtung von geometrischen Figuren in Charts + Indikatoren, die aus den Kursen abgeleitet werden.
- Social-Trading: Sie können die Strategie erfolgreicher Händler direkt kopieren.
- KI-Trading: Versuche, Preisveränderungen durch künstliche Intelligenz vorauszusagen.
- Traderfox: Hervorragender Informationsdienst, der nützliche Handelssignale liefert.
- Fundamentalanalyse: Intensive Untersuchung eines Unternehmens und seiner Kennzahlen.
- Volumen Trading: Besonders Augenmerk auf das Handelsvolumen, um Marktinteresse einzuschätzen.
Lot-Größe: Was bedeuten “E-Mini” und Co.?
Futures sind genormte, börsengehandelte Derivate. Diese Normierung umfasst auch die Größe des jeweiligen Kontrakts. Der Umfang eines “normalen” Futures, ein sog. Standard Lot, ist sehr groß: Er liegt zum Beispiel bei 100.000 Dollar, wenn Sie die US-Währung als Basiswert handeln möchten!
Auch bei Rohöl (100 Fässer) oder Getreide (5.000 Büschel) müssen Sie sehr viel Kapital bereithalten. Der große Umfang der Termingeschäfte ist historisch begründet: Es handelt sich um Kontrakte, die ursprünglich zwischen institutionellen Händlern und Produzenten abgeschlossen wurden - kleinere Lot-Größen waren hier nicht nötig.
Seither hat sich jedoch viel getan und das Interesse privater Anleger am Future Trading hat sich enorm vergrößert. Die Börsen reagierten entsprechend und haben mehrere kleinere Größen eingeführt:
- Standard Lot: Ein Standard Lot ist die Ausgangsgröße für einen Future. Sie ist generell recht groß (zum Beispiel 100.000 Euro beim Währungshandel) und daher überwiegend für institutionelle Händler geeignet.
- Mini Lot: Ein Mini Lot ist eine deutlich kleinere Variante und somit besser für private Händler zugänglich. Der Umfang ist nicht bei allen Basiswerten einheitlich und beträgt zum Beispiel bei Rohöl 10 Fässer (statt 100 im Standard Lot).
- E-Mini: Der E-Mini ist eine Sonderform des Mini Lots, die von der CME entwickelt und herausgegeben wurde. Man wendet es auf Aktienindizes und andere Finanzprodukte an. Sein Umfang beträgt zum Beispiel 50 USD multipliziert mit dem aktuellen Kurs des S&P 500.
- Micro Lot (Micro Mini Lot, Micro E-Mini Lot): Das Micro Lot entspricht meist einem Zehntel des Mini Lot oder einem Hundertstel des Standard Lot. Esc umfasst zum Beispiel 1.000 Euro beim Handel mit der Währung.
- Nano Lot: Die kleinste verfügbare Größe ist gemeinhin das Nano Lot. Es umfasst zum Beispiel 100 € bei einem Future auf den Euro. Es ist somit vor allem für Händler mit kleinem Vermögen interessant.
Welche Lot-Größen zur Verfügung stehen, hängt vom verwendeten Broker und dem Handelsplatz ab. Sofern Sie nicht genügend Kapital haben, um in 100.000 Euro Schritten zu traden, sollten Sie daher unbedingt auf einen Anbieter mit passender Auswahl achten!
An diesen Börsen können Sie Futures handeln
Sie können Futures an speziellen Terminbörsen traden. Over-the-counter (OTC) Handel ist nicht möglich. Wenn Sie jedoch Termingeschäfte mit der höheren Flexibilität der außerbörslichen Abwicklung verbinden wollen, könnten Forwards für Sie geeignet sein.
Verschiedene Terminbörsen bieten jeweils unterschiedliche Kontrakte. Auch die Preise können an den einzelnen Handelsplätzen abweichen. Bevor Sie ein Depot eröffnen und mit Future Trading beginnen, sollten Sie daher die Auswahl der Börsen prüfen.
Zu den wichtigsten Terminbörsen zählen:
- EUREX: Die europäische Terminbörse EUREX (“European Exchange”) ist der Handelsplatz für Futures, Optionen und Co. in Europa und der Schweiz. Sie zählt zu den größten und wichtigsten Börsen und hat ihren Sitz in Eschborn, Deutschland. Hier können Trader alle Arten von Basiswerten handeln; speziell für Geschäfte mit Aktien, Aktienindizes und Anleihen ist die EUREX sehr gefragt.
- CME: Auch an der CME, der Chicago Mercantile Exchange, können Sie Terminkontrakte auf Rohstoffe, Aktien und mehr handeln. Besonders Währungsfutures und Geschäfte mit dem S&P 500 als Basiswert machen einen Großteil der Aktivitäten aus. Es handelt sich um die größte Terminbörse der Welt (nach Volumen) und die drittgrößte Börse für Futures.
- ICE: Die International Currency Exchange ist eine wichtige Anlaufstelle für den Handel mit Agrarrohstoffen. Auch für Kontrakte auf den Energiemarkt ist diese Börse von Bedeutung.
- LIFFE/ICE Futures Europe. Die ICE Futures Europe ist eine Terminbörse, die vielen unter der früheren Bezeichnung “London International Financial Futures Exchange” oder LIFFE bekannt ist. Die in London ansässige Börse gehört zum Intercontinental Exchange Inc. Konzern, der auch zahlreiche weitere Handelsplätze betreibt.
- National Stock Exchange of India. Die wichtigste indische Terminbörse spielt für die meisten Händler in Europa oder Nordamerika nur eine untergeordnete Rolle. Mit mehr als 17 Milliarden gehandelten Kontrakten pro Jahr ist sie jedoch mit Abstand der größte Handelsplatz (nach Volumen) für Futures.
- B3. Die “Brasil, Bolsa, Balcão” ist der wichtigste Handelsplatz Brasiliens. Er bildet mit fast 9 Milliarden gehandelten Terminkontrakten pro Jahr die zweitgrößte Terminbörse der Welt - nahezu das doppelte Handelsvolumen der drittplatzierten CME.
- NYBOT und NYMEX. Die New York Mercantile Exchange und die New York Bord of Trade sind zwei weitere, wichtige US-Terminbörsen. Sie sind Dreh- und Angelpunkt für viele Millionen Kontrakte pro Jahr, unterscheiden sich aber in der Basiswert-Auswahl.
Diese Futures sollten Sie kennen
Die bedeutendsten Futures lassen sich sehr leicht am Handelsvolumen festlegen. Dabei zeigt sich unter den Top-Platzierungen stets eine interessante Mischung unterschiedlicher Basiswerte. Sowohl Rohstoffe, Währungen als auch Finanzprodukte wie Anleihen sind hier zu finden.
Wir stellen Ihnen die wichtigsten Futures vor, da diese nicht ohne Grund so beliebt sind und sich oft sehr gut für den Einstieg in das Future Trading eignen.
U.S. Anleihen
Anleihen der US-Regierung nehmen beim Future Trading fast ausnahmslos die Spitzenposition ein. Das Handelsvolumen ist hier generell sehr hoch. Zur Verfügung stehen unterschiedliche Laufzeiten, wobei 10 und 5 Jahre die größte Nachfrage erleben.
S&P 500
Der S&P 500 ist der beliebteste Aktienindex im Bereich Future Trading. Mit seinem Tradingvolumen erreicht er stets einen Spitzenplatz. Auch der NASDAQ und der DWIA - ebenfalls wichtige US-Indizes - sind sehr beliebt.
US-Dollar, Euro und Yen
Forex (Währungen) bilden den am häufigsten gehandelten Basiswert. Sie machen mehr als dreiviertel des gesamten Volumens aus.
Die beliebteste Währung für Future Handel ist der US-Dollar, gefolgt vom Euro und dem japanischen Yen. Auch das britische Pfund und der australische Dollar erfreuen sich vergleichsweise großer Beliebtheit. Diese stärksten Währungen werden von zahlreichen kleineren Zahlungsmitteln erweitert.
Falls Sie mit dem Devisenhandel beginnen wollen - egal ob durch Optionen oder Future Trading - empfehlen wir einen Blick in unsere Anleitung zum Devisenhandel.
Rohöl
Der am häufigsten genutzte Rohstoff für Terminkontrakte ist Rohöl. Dabei unterscheidet man zwischen verschiedenen “Sorten”: WTI (“US-Öl”), Brent (“Nordsee-Öl”) und Shanghai-Öl machen einen Großteil des Handelsvolumens aus.
Öl ist durch seine hohe Bedeutung auch für Einsteiger geeignet: Sie finden nicht nur umfangreiche Lehrmaterialien zum Thema Future Trading mit Rohstoffen, sondern profitieren auch von hervorragender Liquidität. Alternativ können Sie Rohöl auch durch Rohstoff Optionen handeln.

Vor- und Nachteile des Future Trading
Bevor Sie mit dem Future Trading beginnen, sollten Sie sich der speziellen Vor- und Nachteile bewusst sein. Sie unterscheiden sich maßgeblich von anderen Finanzvehikeln.
Vorzüge:
- Ideal für Hedging: Sie können Ihr Vermögen gegen Verluste absichern, da Sie durch Terminkontrakte einen garantierten Preis erhalten.
- Sehr hohe Gewinne möglich: Bei erfolgreichem Einsatz können Sie mit Terminprodukten hohe Renditen erzielen. Insbesondere die Möglichkeit, sehr große Hebel einzusetzen, verbessert Ihre Ergebnisse im Erfolgsfall massiv.
- Wichtig für die Produzenten von Rohstoffen: Durch Terminkontrakte sichern sich die Hersteller und Händler von Rohöl, Weizen, Schweinebäuchen und Co. einen vorteilhaften Preis. Das macht Futures zu einem wichtigen Finanzvehikel, das Preisstabilität erzeugt und Unternehmen vor finanziellen Schäden bewahrt.
- Große Auswahl: Sie können tausende verschiedener Basiswerte für das Future Trading nutzen. So ist für jeden Anlegertyp und für jede Strategie etwas dabei. Zusätzlich stehen Ihnen dutzende von Handelsplätzen und Lot-Größen zur Verfügung, die weitere Flexibilität bieten.
Nachteile:
- Garantierte Durchführung: Futures kommen immer zur Ausübung (es gibt kein Wahlrecht wie bei Optionen), sodass Trader im Falle einer nachteiligen Preisentwicklung Verluste realisieren oder Positionen vorzeitig schließen müssen.
- Entgangene Preise: Unternehmen und Händler, die ihre Waren durch Futures absichern, sind an den im Kontrakt vereinbarten Preis gebunden. Steigen die Kurse während der Laufzeit, entgeht ihnen dieser zusätzliche Gewinn.
- Komplexität: Futures Trading ist eine Disziplin mit hohem Komplexitätsgrad und besonders für Laien entsprechend schwierig zu erlernen.
- Hoher Einsatz: Trotz Micro- und Mini-Kontrakten benötigen Sie vergleichsweise viel Kapital, um mit dem Handel zu beginnen. Auch die eventuellen Verluste sind entsprechend hoch.
Unsere Empfehlung: Aufgrund des hohen Kapitaleinsatzes und der erheblichen Risiken empfehlen wir dringend, den Future Handel zunächst auf einem Paper-Trading-Konto zu erproben. Hier können Sie Ihre Strategie in einer realistischen Umgebung mit Spielgeld testen und erste Erfahrungen sammeln!
Future Trading lernen: So funktioniert der Handel in der Praxis
Wenn Sie sich für das Trading der beliebten Termingeschäfte interessieren, führt der nächste Schritt nun zur praktischen Umsetzung. Dabei sind verschiedene Aspekte, wie die Brokerwahl, Kapitalbedarf, rechtliche Rahmenbedingungen und mehr zu bedenken.
Wir haben daher eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Sie zusammengestellt.
Broker für Future Trading
Sie benötigen für das Trading zunächst nur einen passenden Broker:
- Nur wenige Broker bieten das “Profi-Werkzeug” Futures an.
- Dienstleister aus Deutschland stellen aus rechtlichen Gründen keine Futures bereit; Sie müssen stattdessen einen internationalen Broker wie CapTrader einsetzen.
- Achten Sie beim Vergleich der einzelnen Anbieter unbedingt auf die Auswahl an Handelsplätzen und Qualität und Größe des Brokers.
- Nur, wenn Sie Zugang zu den wichtigsten Terminbörsen und Kontrakten haben, können Sie Future Trading erfolgreich betreiben.
- Ein großer, internationaler Broker bietet Ihnen zusätzliche Sicherheit und minimiert Ausfallrisiken.
Bei einigen Dienstleistern suchen Sie die wichtigen Mini- und Micro-Kontrakte vergeblich. In diesem Fall müssten Sie Standard Lots im Wert von Hunderttausenden von Euros handeln - eine Größenordnung, die sich für private Trader auch bei hohen Kapitalreserven kaum lohnt.
Haben Sie sich für einen Broker entschieden, müssen Sie ein Depot eröffnen. Das Future Trading ist besonders beim Handel mit Margin sinnvoll: dabei leiht Ihnen der Broker zusätzliches Kapital, sodass Sie effektiver handeln können.
Dieser Service stellt jedoch hohe Anforderungen an den Dienstleister. Er muss seiner Sorgfaltspflicht nachkommen und sicherstellen, dass kein größerer Verlust für den Trader entsteht, als dieser an Kapital eingebracht hat.
Denn beim Future Trading gibt es, zumindest in Deutschland, keine “Nachschusspflicht”: Die Verluste können bei Termingeschäften theoretisch unbegrenzt hoch ausfallen. Durch das Nachschusspflichtverbot sind die Broker seit 2023 in der Pflicht, diese Ausfälle rechtzeitig durch den sogenannten Margin Call zu begrenzen.
Contango und Backwardation verstehen
Unter Contango und Backwardation versteht man zwei grundsätzliche Formen der Preiskurve eines Futures. Sie geben uns Aufschluss über Zustand und Potenzial eines Kontrakts und sind sowohl für das Hedging als auch bei Spekulationsgeschäften enorm wichtig.
- Das Ende einer solchen Preiskurve bildet immer der Ausführungszeitpunkt des Futures - immerhin handelt man mit solchen Kontrakten einen Wert in der Zukunft.
- Der Beginn der Kurve ist hingegen der aktuelle Preis des Basiswerts (Spot Price, Kassapreis).
- Befindet sich der Preis eines Futures über dem aktuellen Kassapreis, befindet sich der Kontrakt im Contango - die Preiskurve steigt auf.
- Ist der derzeitige Preis des Basiswerts hingegen größer als der Preis des Futures, befindet sich dieser in einer Backwardation - die Kurve sinkt.

Eine Contango-Kurve tritt zum Beispiel bei Rohstoffen häufig auf, da hier Lagerkosten (“Cost of carry”) dafür sorgen, dass der Future-Preis über dem Kassapreis liegt. Sie gilt als Standardsituation. Eine Entwicklung hin zur Backwardation sollte Ihre Aufmerksamkeit wecken: Die Meinung der Marktteilnehmer zum Kontrakt könnte sich verändert haben und Preisveränderungen folgen!
Backwardation begegnet uns zum Beispiel, wenn ein Rohstoff knapp ist - ihn jetzt sofort zu besitzen ist dann attraktiver als ein Vertrag mit Ausführung zu einem zukünftigen Zeitpunkt. Der Kassapreis liegt dann über dem Preis des Futures. Auch hier ist jedoch die Änderung hin zu einer Contango-Kurve möglich.
Absicherung nicht vergessen!
Beim Future Trading kommen fast immer Hebel zum Einsatz, die Gewinne und Verluste vervielfachen. Dadurch können Sie theoretisch sogar mehr Geld verlieren, als Sie ursprünglich eingesetzt haben!
Gutes Risiko- und Money-Management ist daher unerlässlich. Dazu zählt die Stop-Loss-Order. Sie ist der Standard-Schutz, der Sie vor katastrophalen Verlusten bewahren kann.
Erreicht der Kurs einen von Ihnen vorgegebenen Wert, löst die Stop-Loss-Order aus. Die Position wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt geschlossen und weitere Verluste verhindert.
Eine Stop-Loss-Order sollten Sie sofort eröffnen, wenn Sie einen Future-Kontrakt gekauft oder verkauft haben. Die Position ist typischerweise etwas unterhalb des aktuellen Kurses - ein geringer Verlust gilt gemeinhin als akzeptabel.
Achtung!
Es kann zu einer Verzögerung zwischen dem Auslösen der Stop-Loss-Order und dem eigentlichen Schließen der Position kommen! Besonders bei geringer Liquidität kann sich die Ausführung verzögern. Sie sollten daher an Börsen mit möglichst hoher Liquidität handeln!
Paper-Trading-Konto nutzen
Kaum ein anderer Faktor entscheidet so stark über den langfristigen Erfolg eines Traders, wie das Know-how. Auch beim Future Trading ist es unumgänglich, die Funktionsweise der Kontrakte, Märkte, Preisbildung und mehr zu verstehen.
Bevor Sie daher mit dem aktiven Handel beginnen, sollten Sie unbedingt tiefer in die Materie einsteigen und die Feinheiten dieser Finanzvehikel verinnerlichen. Wir empfehlen daher unbedingt zunächst den Handel auf einem Paper-Trading-Konto zu erproben.
Hier können Sie gefahrlos mit echten Daten in einer realistischen Umgebung üben, ohne Ihr Kapital in Gefahr zu bringen. Hat sich Ihre Strategie bewährt, können Sie problemlos auf ein “echtes” CapTrader-Konto umsteigen!
Zudem sind Coachings, Seminare, Lehrbücher und ähnliche Angebote beim Future Trading besonders sinnvoll. Sie können Ihnen dabei helfen, das komplexe Feld besser zu verstehen und ihre Gewinnchancen zu verbessern.
Futures oder Optionen: Was ist für mich geeignet?
Sowohl Optionen als auch Futures sind Terminkontrakte und daher eng verwandt. Der wichtigste Unterschied ist aber die Ausübung:
- Bei Optionsgeschäften hat der Optionskäufer die Möglichkeit, ein ungünstiges Geschäft verfallen zu lassen. Er muss in diesem Fall lediglich die gezahlte Prämie als Verlust verbuchen.
- Ein Optionsverkäufer (Stillhalter) muss der Entscheidung der Gegenseite Folge leisten. Er erhält jedoch als Entschädigung eine Prämie.
- Futures werden hingegen immer ausgeführt: Beide Seiten müssen den Handel am Ende der Laufzeit durchführen.
- So können sich für beide Seiten negative Resultate ergeben.
Dadurch gelten Futures allgemein als riskanter als das Optionen handeln, wenn es um die Preisspekulation geht. Planen Sie hingegen, Ihr Vermögen durch Hedging abzusichern, sind Future-Kontrakte oft das Mittel der Wahl.
Insgesamt bieten Optionen enorme strategische Möglichkeiten, gepaart mit guter Gewinnmöglichkeit, aber auch enormen Komplexitätsgrad. Sie empfehlen sich daher für Händler, die bereits Vorkenntnisse im Finanzmarkt mitbringen oder sich diese erarbeiten möchten.
Für simples und zuverlässiges Hedging eignen sich Futures hingegen oft besser. Auch Personen, die durch Preisspekulation hohe Gewinne erzielen wollen und ausreichend Kapital mitbringen, sind mit dem Future Trading gut beraten.
Fazit: Erhebliche Chancen und Risiken beim Future Trading
Unter den zahlreichen Formen von Termingeschäften ist das Future Trading besonders lukrativ. Aufgrund des hohen Kapitalbedarfs geht es allerdings auch mit einem entsprechenden Risiko einher! Mit einem solchen Kontrakt vereinbaren zwei Parteien den Handel eines Rohstoffs, Indizes, Währung oder anderen Basiswerts in der Zukunft.
Anders als bei Optionen, mit denen sie viele Gemeinsamkeiten aufweisen, findet die Ausübung des Handels immer statt. Hat sich der Preis des Basiswerts in der Zwischenzeit verändert, können Käufer und Verkäufer hohe Gewinne oder Verluste erzielen.
Insbesondere beim Hedging, also der Absicherung gegenüber Risiken, machen die Terminkontrakte eine gute Figur. Rohstoffproduzenten und Händler nutzen sie, um sich vor schwankende Kurse zu schützen. Als privater Marktteilnehmer können Sie durch Futures zum Beispiel Wertpapiere in Ihrem Aktienportfolio absichern.
Das erhebliche Risiko, in Verbindung mit dem meist recht hohen Kapitalaufwand, limitiert die praktische Anwendung der Future-Kontrakte als reines Finanzprodukt. Ein Broker wie CapTrader bietet Ihnen jedoch durch Angebote wie Mini-Futures und günstige Gebühren die Möglichkeit, auch ohne großes Vermögen Future Trading zu betreiben.
Dennoch können Alternativen wie Optionen bei kleinen Konten und geringen Vorkenntnissen oft besser geeignet sein. In jedem Fall empfehlen wir, das Trading zunächst auf einem Paper-Trading-Konto zu erproben, bevor Sie er echtes Geld in Gefahr bringen.


