Mit der technischen Analyse können Händler die Bewegungen von Aktien und anderen Assets abschätzen. Obwohl die Grundlagen schnell erklärt sind, gibt es nur wenige praktische Anleitungen.
Das wollen wir ändern! Mit diesem Ratgeber helfen wir Ihnen, die technische Analyse am Beispiel von Aktien zu lernen und in der Praxis umzusetzen. Dazu betrachten wir die grundlegende Methodik, führen diese an einigen Beispielen aus und geben Ihnen zusätzliche Tipps und Tricks mit auf den Weg.
Das wichtigste in Kürze
- die technische Analyse ist die Untersuchung von Kursen und Handelsdaten mithilfe von Mustern und Indikatoren
- Richtig ausgeführt erlaubt sie Händlern, Preisentwicklungen und Trends sowie deren Stärke statistisch belegt vorherzusagen
- Es stehen Hunderte von Berechnungsmethoden und Mustern zur Verfügung – wir beschränken uns auf die Wichtigsten
Grundlagen der technischen Analyse
Die technische Analyse, auch “Chartanalyse” genannt, ist ein Oberbegriff für verschiedene Methoden, mit denen Händler Börsenkurse untersuchen. Ziel ist es, nützliche Informationen abzuleiten und diese für lukrative Trades zu nutzen.
Dabei betrachtet man die Kurse von Aktien, Indizes, kurzfristigen Anleihen oder anderer Assets. Es handelt sich um eine überwiegend optische Untersuchung, bei der Händler eine Vielzahl von Berechnungsmethoden und Kennzahlen nutzen, die sie mit dem Chart abgleichen.
Aus den Ergebnissen lassen sich Bewegungen (Trends) an der Börse prognostizieren. Auch für die Festlegung von Einstiegs-, Ausstiegs- und Absicherungspunkten ist die Methode sehr gut geeignet.
Denn wir haben Zugriff auf einen gigantischen Schatz an historischen Daten: Die Börsenkurse für Millionen von Aktien, Rohstoffen, Währungen und anderen Investmentklassen aus den letzten Jahrzehnten sind jederzeit einsehbar.
Alle Bewegungen sind “schonmal da gewesen” und wiederholen sich regelmäßig. Entdecken wir solche Muster, die bereits in der Vergangenheit auftraten, können wir davon ausgehen, dass auch die weitere Entwicklung in der Gegenwart ähnlich verlaufen wird.
Bei der technischen Analyse betrachtet man mehrere solcher Muster und Kennzahlen gleichzeitig. Deuten Sie in eine konkrete Richtung der Kurse, entsteht eine Prognose mit hoher Treffergenauigkeit - sofern die richtigen Zahlen gewählt wurden!
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Welche und wie viele Indikatoren sollte ich betrachten?
Die gewaltige Auswahl an möglichen Indikatoren stellt die Händler bei der technischen Analyse vor ein grundlegendes Problem: Wie viele Kennzahlen sollte ich betrachten? Eine? Zehn? Einhundert?
Eine genaue Zahl lässt sich nicht geben, wohl aber ein Näherungswert! Zunächst lässt sich ganz klar sagen, dass Sie nicht nur auf einen einzigen Indikator vertrauen sollten. Die technische Analyse ist keine genaue Wissenschaft (auch, wenn sie sehr mathematisch-akkurat wirken kann)!
Die verschiedenen Berechnungsmethoden haben also keine hundertprozentige Treffergenauigkeit. Das könnte in der Praxis zum Beispiel so aussehen: Der “MACD”-Indikator zeigt eindeutig steigende Kurse für eine Aktie an, aber der Preis sinkt dennoch.
Das Ergebnis ist keineswegs, dass der MACD nutzlos wäre; er gibt in der Mehrzahl der Fälle ein korrektes Signal, aber eben nicht zu 100 Prozent. Außerdem kann es immer wieder vorkommen, dass wir eine Kennzahl falsch ermittelt und zum Beispiel Eckpunkte (Höhepunkte, Tiefpunkte …) nicht richtig gesetzt haben.
Nun könnte man Annehmen, je mehr Indikatoren man für die technische Analyse einsetzt, desto besser werden die Ergebnisse. Auch das wäre jedoch nicht korrekt, denn ab einer gewissen Menge bringen weitere Kennzahlen keinen zusätzlichen Erkenntnisgewinn.
Man betrachtet den Markt in diesem Fall von zu vielen Blickwinkeln gleichzeitig! Dadurch kommt es zu einer unnötigen Verkomplizierung - das Ziel der technischen Analyse ist jedoch genau das Gegenteil, nämlich eine Vereinfachung und gezieltes Ausblenden der zahlreichen Einflüsse und Störfaktoren.
Das absolute Minimum dürfte bei etwa drei Zahlen liegen; bei mehr als 20 ist eindeutig der “Overkill” erreicht. Viel wichtiger als die Anzahl ist jedoch die Qualität: Am lohnendsten sind die Kennzahlen mit der höchsten Treffergenauigkeit! Zudem müssen Sie sicherstellen, dass Sie die Indikatoren korrekt anwenden und deuten können.
Aus diesem Grund haben sich die “Standard Kennzahlen” besonders bewährt: Sie sind für Anfänger leicht zu verstehen, aber selbst für Profi-Trader noch größter Bedeutung. Zudem bilden Sie die Grundlage für komplexere Berechnungen und sind allein schon aus diesem Grund unverzichtbar!
Das sollten Sie beachten
Die technische Analyse gilt als wissenschaftlich umstritten: Es ist kein genereller Erfolg nachweisbar, was vor allem an der Tatsache liegt, dass es keine eine, ultimative Analysemethode gibt.
Verschiedene Händler betrachten die Charts mit unterschiedlichen Zielen, setzen unterschiedliche Kennzahlen mit unterschiedlicher Präzision ein und erzielen dabei häufig schlechte Ergebnisse, das heißt: Es gelingt ihnen nicht, die Performance des Gesamtmarktes zu übertreffen.
Erschwerend kommt hinzu, dass nicht alle der vielen hundert möglichen Kennzahlen und Analysemethoden für sämtliche Assetklassen geeignet sind. Mit der richtigen Kombination aus Indikatoren und Mustern ausgestattet, können gewissenhafte Händler Trader jedoch durchaus hervorragende Resultate erzielen!
Das sorgt dafür, dass die technische Analyse aus jeder Menge Trial-and-Error besteht. Haben Sie eine neue Hypothese entwickelt, sollten Sie diese nicht direkt an der Börse erproben! Die Wahrscheinlichkeit eines Misserfolgs ist hoch und die Folge ein entsprechender finanzieller Verlust.
Wir empfehlen daher dringend, Ihre Strategie auf unserem Demokonto zu testen: Dort können Sie das gewaltige Angebot von CapTrader in einer realen Umgebung mit “Spielgeld” einsetzen, ohne Ihr echtes Kapital zu gefährden. Haben Sie mit einer Kombination aus verschiedenen Indikatoren Erfolg, ist der Umstieg auf ein reguläres Depot schnell und problemlos möglich.
Ein solches Testkonto ist auch dann noch sinnvoll, wenn Sie bereits eine passende Strategie gefunden haben! Denn durch Veränderungen an den Märkten und im Verhalten der Trader werden immer wieder Anpassungen nötig. Bei der Chartanalyse können Sie sich also nicht lange auf Ihren bisherigen Erfolgen ausruhen!
Sollte Ihnen das zu viel Stress und Aufwand bedeuten, ist möglicherweise eine andere Strategie besser für Sie geeignet - und muss keineswegs mit geringerem Verdienst einhergehen! Langfristig orientierte Anleger, die zum Beispiel einen Aktien-Sparplan für den Vermögensaufbau einsetzen, erzielen im Durchschnitt sehr gute Renditen!
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Praktische Anwendung der technischen Analyse
Wir wollen im Folgenden die technische Analyse anhand praktischer Beispiele demonstrieren. Dazu nutzen wir vier Standard-Indikatoren, die jeder Trader beherrschen sollte, sowie eine Gruppe von Mustern in Kerzencharts, die zusätzliche Impulse liefern können.
Zur Veranschaulichung analysieren wir die Kurse einiger bekannter Blue-Chip-Aktien. Die technische Analyse von Aktien ist der wohl häufigste Anwendungsfall. Sowohl Privatanleger als auch Trader, die Aktien für Daytrading oder andere Strategien einsetzen, nutzen diese Methoden.
1. Volumen
Eine der grundlegendsten Aspekte der technischen Analyse ist das Handelsvolumen. Wie viele Aktien ge- und verkauft werden, kann sehr viel über mögliche Trends, Richtungswechsel und mehr aussagen. Zudem lässt sich das Volumen sehr einfach erfassen.
Die meisten Trading-Programme, wie etwa das beliebte “TradingView”, bieten verschiedene Darstellungsmöglichkeiten für das Volumen an. Eine einfache Balkengrafik in Grün (höhere Anzahl an Kaufaufträgen) und Rot (höhere Anzahl an Verkaufsaufträgen), bei der die Balkenhöhe das jeweilige Volumen darstellt, bilden den Standard.
In der praktischen Anwendung lassen sich vor allem Anstieg oder Einbrüche des Handelsvolumens gut deuten. Typische Signale für die technische Analyse sind:
- Nach einer Phase seitwärts laufender Kurse steigt das Volumen plötzlich stark an. Eine baldige Bewegung des Preises (Anstieg bei hohem Kaufvolumen, Einbruch bei Verkaufsvolumen) ist anzunehmen.
- Während einer starken Kursbewegung bricht das dazugehörige Handelsvolumen ein. Trader könnten nun davon ausgehen, dass der Trend ebenfalls stoppt und möglicherweise sogar umkehrt.
Der Ausbruch im Candlestick-Chart ist von einem entsprechenden Volumen im Balkendiagramm darunter begleitet.
Zudem ist das Volumen besonders nützlich, um die Stärke einer Bewegung einzuschätzen. Ein höheres Handelsvolumen spricht dabei für einen entsprechend starken Trend; geringes Volumen oder Rückgänge können auf einen ebenso schwachen Trend schließen lassen.
Aus dem Volumen lassen sich weitere Indikatoren ermitteln. So bietet zum Beispiel Volumen-Preis-Trend-Indikator nützliche Informationen zur Bestätigung von Trends oder der Festlegung einer Stop-Loss-Order. Der VPT benötigt dafür selbstverständlich das Handelsvolumen als Grundlage.
2. Volatilität
Die Volatilität stellt die Schwankungsbreite der Aktienkurse dar und ist ebenfalls ein Standardwert, den Trader bei der technischen Analyse untersuchen. Im Gegensatz zum Volumen steht jedoch keine einfache, klare Kennzahl zur Messung zur Verfügung.
Speziell für den Aktienhandel im S&P 500 bildet der VIX eine hervorragende Möglichkeit. Dieser Volatilitätsindex bildet die Schwankungsbreite des US-Indizes ab und ist vor allem bei Optionshändlern beliebt. Denn Sie können den Volatilitätsindex selbst nicht handeln, wohl aber als Basiswert für VIX-Optionen verfügbar! Auch ein Hedge-Trade mit VIX-Optionen ist eine beliebte Anwendungsform.
Falls Sie sich für diese spannende Tradingvariante interessieren, empfiehlt sich ein Blick in unseren großen “Optionen handeln”-Ratgeber!
Aber auch Aktien-Investoren können den Volatilitätsindex einsetzen, um die Schwankungen des Marktes abzuschätzen. Für den deutschen DAX steht mit dem VVDAX ebenfalls ein solcher Index zur Verfügung.
Besonders beliebt zur Volatilitätserfassung in der technischen Analyse sind zudem die Bollinger-Bänder. Sie entstehen durch Berechnung eines einfachen, gleitenden Durchschnitts (Zeitraum: 20 Tage), von dem aus die Standardabweichung der Aktie ermittelt wird. Das Ergebnis ist Korridor, der den Aktienkurs umschließt.
Im Falle steigender Volatilität weitet sich der Korridor/entfernen sich die Bänder voneinander. Bei sinkender Vola verhält es sich umgekehrt. Die Bänder lassen sich flexibel einsetzen und sind nicht an einen bestimmten Index gebunden. Sie zählen zu den Standardindikatoren der technischen Analyse und sind in Trading-Programmen wie TradingView leicht zu finden.
Weitere Möglichkeiten zur Volatilitätsermittlung, wie zum Beispiel der Average-True-Range-Indikator, stehen ebenfalls zur Verfügung. Egal, wie Sie die Schwankungsbreite bestimmen: Sie müssen Ihre Ergebnisse anschließend deuten, um Handelsignale daraus abzuleiten.
Die typische Interpretation lautet:
- Hohe Volatilität sorgt für ein höheres Risiko, da eine Position durch die starken Schwankungen schnell in den Verlustbereich laufen kann und dort Ihre Stop-Loss-Order auslöst. Gleichzeitig sind dadurch aber auch hohe Gewinne möglich.
- Eine niedrige Volatilität kann ein Warnsignal für eine Seitwärtsbewegung oder allgemeine Phase geringer Bewegung bilden. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn niedrige Werte mit weiteren Anzeichen, wie etwa einem niedrigen Handelsvolumen, einhergehen.
- Steigt die Volatilität an, könnte dies dafür sprechen, dass der aktuelle Trend zu einem Ende kommt. Es kann an dieser Stelle sinnvoll sein, entsprechende Take-Profit-Orders zu platzieren, um Ihre erzielten Buchgewinne nicht wieder zu verlieren.
3. EMA und MACD
Der “Exponential moving average” (EMA) ist eine Variante des gleitenden Durchschnitts, die sich in der technischen Analyse großer Beliebtheit erfreut. Aktuellere Werte nehmen dabei größeren Einfluss, während weiter zurückliegende Kurse an Bedeutung verlieren. Man spricht daher auch vom “gewichteten, gleitenden Durchschnitt”.
Die praktische Anwendung des EMA ist vielseitig; eine der simpelsten Möglichkeiten ist das Betrachten des Wertes über einen Zeitraum von 200 Tagen. Kreuzt der Aktienkurs diesen langfristigen EMA, gehen Trader von einer baldigen Trendumkehr aus. Damit wäre der Zeitpunkt gekommen, Positionen zu schließen oder die erzielten Gewinne abzusichern.

Auch die Vorbereitung auf die Umkehr durch neue Positionen kommt an dieser Stelle infrage. Besonders nützlich ist der gewichtete gleitende Durchschnitt zur Bestätigung von Annahmen, die Sie aus anderen Indikatoren der technischen Analyse gewonnen haben.
Denn der Wert hinkt dem aktuellen Aktienkurs immer etwas hinterher und bietet daher die Möglichkeit, Hypothesen rückblickend zu untermauern. Der Indikator erklärt also, “warum der Kurs da ist, wo er gerade ist” und bietet somit Hintergrundwissen.
Es ist daher nicht überraschend, dass Trader, die Aktien für Daytrading einsetzen, gern den EMA heranziehen. Sie nutzen den Indikator, um die allgemeine Richtung des jeweiligen Tages zu bestimmen - für kurzfristige Handelsentscheidungen und die Trendbestimmung ist er allerdings eher ungeeignet.
Der EMA bildet zudem die Basis für den MADC-Indikator. Er zählt ebenfalls zu den Grundlagen der technischen Analyse und kann helfen, Kauf- und Verkaufssignale zu bestimmen.
Wir erhalten ihn, wenn wir einen EMA mit der Laufzeit von 26 Tagen von einem weitere EMA mit 12 Tagen abziehen. Dazu ergänzen wir einen weiteren gewichteten, gleitenden Durchschnitt mit 9 Tagen Laufzeit - die sogenannte “Signallinie”.
Handelsimpulse entstehen durch die Bewegungen der beiden Linien im Verhältnis. Besonders die Kreuzung von MACD und Singallinie gilt als wichtiges Zeichen! Kreuzt die MACD–Linie die Signallinie von unten nach oben (ist also im Anschluss höher als die Signallinie), liegt ein Kaufsignal vor.
Eine umgekehrte Kreuzung (MACD lag über der Signallinie und kreuzt diese nun nach unten) spricht in der technischen Analyse für baldige Kursverluste. Zu diesem Zeitpunkt wäre das Schließen der Long-Positionen oder ein Leerverkauf sinnvoll.
4. Relativer-Stärke-Index
Der Relative-Stärke-Index (RSI) darf im “Werkzeugkoffer” der technischen Analyse nicht fehlen! Er ist hervorragend geeignet, um die Kraft einer Trendbewegung einzuschätzen und kann zugleich übertriebene - und dadurch riskante - Handelszahlen aufzeigen.
Die Darstellung erfolgt als Oszillator, der zwischen den Extremwerten 0 und 100 schwankt. Vereinfacht ausgedrückt nimmt er zu, je stärker und länger die Kurse einer Aktie steigen und nimmt ab, je stärker und länger die Aktienkurse sinken.
Ein RSI von über 70 gilt allgemein als Zeichen für einen “überkauften” Markt, während Werte unter 30 als “überverkauft” gelten. Diese Richtwerte können sich allerdings in Zeiten größerer Trends (zum Beispiel Rezessionen, Börsenrallyes …) etwas verschieben.
Möchten Sie die jeweilige Aktie erwerben, können diese Signale eine wichtige Rolle spielen: In vielen Fällen führt der Kauf eines Wertpapiers mit einem RSI über 70 (überkauft) nicht zu den gewünschten Erfolgen. Hier wäre ein niedriger Wert (unter 30) wünschenswert.
Umgekehrt würden die meisten Trader davon abraten, bei einem RSI von 30 einen Leerverkauf abzuschließen, da die Kurse bald ansteigen könnten.
Längere Hoch- und Tiefphasen sind durchaus möglich; sollten Sie bei der technischen Analyse solche Extremwerte des RSI entdecken, ist Vorsicht geboten: Die Wahrscheinlichkeit einer Trendumkehr ist dann erheblich!
5. Kerzenchart Muster
Bei der technischen Analyse zeigen sich immer wieder einfache, optische Muster, die trotz ihrer geringen Größe erstaunliche Aussagekraft besitzen können! Hierfür ist die Ansicht als Kerzenchart nötig, da diese Form mehr Informationen vermittelt, als etwa ein Linien- oder Balkenchart.

Candlestick-Charts bieten zahlreiche Informationen und sind daher für die technische Analyse besonders nützlich.
Wir wollen uns im Folgenden einige einfache Kerzenformationen ansehen, die nur aus zwei bis drei Candlesticks bestehen:
- “Dreiteilige Umkehr/Dreikerzen-Umkehr”: Eine besonders deutliche Formation, die eine Trendumkehr anzeigt. Auf eine Kerze mit ausgeprägtem Körper folgt eine zweite, die die gleiche Richtung fortsetzt, aber bereits einen kleineren Kerzenkörper aufweist. Es folgt ein Candlestick in der Gegenrichtung, der den neuen Trend eindeutig kennzeichnet.

Händler können bei einer solchen Formation oberhalb der letzten Kerze einkaufen, wenn es sich um eine bullische Variante handelt (Abwärtstrend wandelt sich in Aufwärtsbewegung) oder unterhalb der letzten Kerze verkaufen, wenn eine bärische Form vorliegt.
- “Erschöpfungskerze”: Bei diesem Muster begegnet uns zunächst eine Lücke zwischen zwei Kerzen, bei der die zweite Kerze nahe am Hoch/Tief schließt. Die Formation zeigt, dass die jeweilige Richtung (bullisch/bärisch) erschöpft ist und ein Trendwechsel bevorsteht. In der Praxis können Sie nun über der bullischen Erschöpfungskerze kaufen oder unter der bärischen Erschöpfungskerze verkaufen.
- “Umkehr-Kerze”: Sie begegnet uns in einer bullischen Variante, wenn der Tiefpunkt der Folgekerze unterhalb des Vorgängers liegt, der Schlusskurs aber gleichzeitig höher. Bei der bärischen Umkehr-Kerze verhält es sich genau andersherum. Beide Formen sind ein mögliches Signal für eine baldige Trendumkehr, auf die Sie durch entsprechende Positionen reagieren können.
Fazit: die technische Analyse ist auch für Anfänger gut anwendbar
Bei der technischen Analyse betrachten wir die Kurse eines Assets, um Trends zu identifizieren und passende Einstiegs- und Ausstiegspunkte zu finden. Auch für das Risikomanagement ist diese Methode hilfreich, da wir so zum Beispiel die richtige Position für eine Stop-Loss-Order ermitteln können.
Das funktioniert durch den Abgleich der Kurse mit speziellen Mustern, das Anlegen von verschiedenen Berechnungsmethoden und die Betrachtung von zusätzlichen Daten wie dem Handelsvolumen. Sprechen mehrere solcher Indikatoren für eine Kursbewegung, können wir einen passenden Trade platzieren und bei korrekter Prognose profitieren.
Dabei ist die korrekte Anwendung der Kennzahlen viel wichtiger als deren bloße Anzahl! Gleichzeitig sollten Sie sich aber auch nicht nur auf einen einzelnen Wert verlassen.
In der Praxis haben sich vor allem die “Standardwerte” wie der gewichtete gleitende Durchschnitt, MACD und der Relative-Stärke-Index bewährt. Sie gelten als einfach zu meistern und erlauben nützliche Einschätzungen zu Trends, Richtungswechseln und der Stärke von Bewegungen.
Ergänzend dazu passen einige simple Kerzenchart Muster, die ebenfalls Bewegungen und Wechsel anzeigen. In Kombination zeichnet sich so ein relativ zuverlässiges Bild des möglichen Kursverlaufs.
Trader sind gut beraten, auch auf Werte wie das Handelsvolumen und die Volatilität der Kurse zu achten. Diese offensichtlichen Kennzahlen sagen viel zur Stimmung des Marktes und der Stärke von Trends aus.
Bei einer sinnvollen Mischung aus Indikatoren und Kennzahlen kann die technische Analyse gute Ergebnisse liefern. In unserem Beitrag Trading Signale stellen wir Ihnen weitere interessante Möglichkeiten vor.




