Arbitrage ist der gleichzeitige Handel an verschiedenen Orten, um kleinste Preisunterschiede auszunutzen. Es handelt sich um eine risikoarme Form des Tradings. Wir erklären, wie das möglich ist und warum es letztlich doch nicht ganz so einfach ist …
Das wichtigste in Kürze
- Beim Arbitrage Trading machen sich Händler kleinste Preisunterschiede zwischen Handelsplätzen zunutze
- Derartige Preisabweichungen sind minimal und oft innerhalb weniger Sekunden wieder geschlossen
- Finanzinstitute haben technologische Vorteile und nutzen Arbitrage Trading sehr erfolgreich. Für private Marktteilnehmer ist der erfolgreiche Arbitragehandel hingegen nahezu unmöglich geworden
- In anderen Formen kann das Konzept aber wichtigen Input liefern und ist für Händler von großer Bedeutung
Arbitrage Handel: Definition und Bedeutung
An den Börsen werden Assets wie Aktien, Anleihen oder Optionen gehandelt. Der Preis für diese Güter errechnet sich aus Angebot und Nachfrage. Ein Blick auf das umfangreiche Angebot von CapTrader zeigt: Es stehen Dutzende von Börsen rund um die Welt für den Handel zur Verfügung!
Doch die Preise sind nicht immer exakt gleich. Es kann zu minimalen Abweichungen zwischen den einzelnen Handelsplätzen kommen. Beim Arbitrage Trading versuchen Marktteilnehmer, diese Unterschiede auszunutzen.
Entdecken sie einen Preisunterschied, kaufen sie die jeweilige Aktie, Anleihe, ETF, Forex-Währung etc. am günstigeren Ort und verkaufen sie sofort zum höheren Preis an einer anderen Börse.
Dies könnte zum Beispiel folgendermaßen aussehen:
- Eine Aktie wird an der Börse in London für umgerechnet 17,89 € verkauft
- Am Handelsplatz in Frankfurt beträgt der Kaufpreis für die gleiche Aktie 17,94 €
- Ein Arbitrageur kauft mehrere Hundert dieser Aktien zum günstigeren Einkaufspreis in London
- Er verkauft sie sofort für den höheren Preis in Frankfurt. Er erzielt pro Aktie einen Gewinn von 5 Cent

Damit steht Arbitrage, was zu Deutsch so viel wie “nach eigenem Ermessen” bedeutet, im Gegensatz zur Spekulation: Arbitrageure profitieren vom sofortigen Handel an verschiedenen Orten, während Spekulanten über einen bestimmten Zeitraum (aber am gleichen Ort) aktiv sind.
Obwohl die Verdienste beim Arbitrage Trading zunächst sehr gering aussehen, bietet es lukrative Möglichkeiten: Finanzinstitute und andere professionelle Marktteilnehmer nutzen für den Arbitragehandel besonders leistungsfähige, automatisierte Computersysteme.
So gelingt es ihnen durch stetige Wiederholung in Summe sehr hohe Gewinne zu erzielen. Auch private Händler können abweichende Preise gezielt nutzen. Da sie aber weder über die nötige Infrastruktur verfügen noch das enorme Kapital der Geldinstitute vorweisen können, eignet sich das klassische Arbitrage Trading kaum noch als alleinstehende Strategie; es kann jedoch einen wichtigen Indikator bilden!
Wie kommt es zu den Preisunterschieden?
Trading Arbitrage ist nicht nur für Händler wichtig; auch Wirtschaftswissenschaftler sind sehr an den minimalen Preisunterschieden interessiert. Denn sie stellen eine Ineffizienz dar und sollten, wenn man den ökonomischen Theorien Glauben schenkt, überhaupt nicht existieren.
Doch die Ökonomie ist keine exakte Wissenschaft und die Märkte nicht perfekt.
| Theorie | Realität |
| Preise an den Börsen entstehen durch Angebot und Nachfrage | Preise entstehen durch Angebot und Nachfrage sowie eine Vielzahl von weiteren Einflussfaktoren |
| Marktteilnehmer kennen den realen Wert eines Assets | Marktteilnehmer können den realen Wert eines Assets nur grob abschätzen |
| Da der reale Wert bekannt ist, ist auch der Preis eines Assets an allen Börsen gleich | Da der reale Wert nicht exakt bekannt ist, können die Preise an verschiedenen Handelsplätzen abweichen |
| Eventuelle Preisunterschiede werden sofort ausgeglichen | Eventuelle Preisunterschiede werden ausgeglichen, wenn sie von Marktteilnehmern entdeckt werden |
Das Arbitrage Trading beweist, dass die Idee, die Börsen würden perfekte Märkte darstellen, nicht ganz korrekt ist. Da Preisunterschiede heute aber bereits in Sekundenbruchteilen ausgeglichen werden, zeigt sich, dass es sich um einen nahezu perfekten Finanzmarkt handelt.
Die unterschiedlichen Preise werden ausgeglichen, wenn Marktteilnehmer sie entdecken. Somit ist Arbitrage Trading nur möglich, da kein perfekter Informationsaustausch vorliegt und die Händler nicht allwissend sind.
Generell gilt dabei: Je größer (und somit lukrativer) eine Preisabweichung ist, desto schneller wird sie von den Marktteilnehmern auf der Suche nach Profiten geschlossen. Auch die Liquidität spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle! Denn je häufiger ein Asset gehandelt wird, desto schneller gleicht sich sein Preis an.
Daher können private Händler zum Beispiel bei den typischerweise sehr liquiden Aktien für Daytrading kaum darauf hoffen, abweichende Preise vorzufinden. Bei illiquiden Wertpapieren von kleinen Unternehmen ist es hingegen weiterhin möglich, auf Fehlbewertungen zu stoßen.
Nicht ohne Grund lautet einer der wichtigsten Trading Tipps für Personen, die das Trading lernen wollen, auf eine ausreichende Liquidität zu achten - oder bei Arbitragestrategien diese eben gezielt zu vermeiden.
Arbitrage-Formen
Die Arbitrage tritt im Trading in unterschiedlichen Formen auf. Sie umfassen praktische Handelsstrategien ebenso wie theoretische Konzepte. Die wichtigsten Beispiele sind:
1. “Klassische” Trading Arbitrage (ein Asset)
Ein börsengehandeltes Asset weist einen unterschiedlichen Preis an zwei verschiedenen Handelsplätzen auf. Ein Händler kann durch den Kauf zum niedrigeren und Verkauf zum höheren Kurs einen Gewinn erzielen.
Durch solche Geschäfte gleichen sich die beiden Kurse immer weiter an und die Abweichung wird geschlossen. Dieser Vorgang dauert heute oft nur wenige Sekundenbruchteile, da institutionelle Trader im Rahmen des Hochfrequenzhandels nach solchen Preisdifferenzen Ausschau halten.
Privatpersonen, die solche Arbitragestrategien ausführen möchten, müssen ebenfalls auf Automatisierung setzen, sind hier aber deutlich im Nachteil. Sie haben kaum Zugriff auf die dafür nötige Hardware oder das Kapital, um Preisdifferenzen effektiv auszunutzen. Daher ist das klassische Arbitrage Trading heute fast nur noch für Finanzinstitute interessant.
Das Konzept ist aber auch außerhalb der Finanzmärkte von großer Bedeutung:
- Im Handel liegt ebenfalls eine Arbitrage vor: Ein Importeur/Großhändler kauft zum Beispiel Produkte von einem Hersteller in Asien zu einem sehr günstigen Preis und veräußert sie für deutlich mehr in Europa. Die Preisdifferenz stellt, nach Abzug weiterer Kosten, seinen Gewinn dar.
- Basis ist auch hier ein Missverhältnis der einzelnen Märkte: abweichende Preise zwischen Asien und Europa erlauben die Arbitragegewinne.
- Unterschiede sind selten von langer Dauer: Die möglichen Gewinne rufen schnell weitere Händler auf den Plan. Die Preise in Europa fallen aufgrund der stärkeren Konkurrenz, während die erhöhte Nachfrage in Asien zu einer Preissteigerung führt. Beide Märkte gleichen sich aneinander an und die Abweichung reduziert sich.
2. Duale Arbitrage (zwei Assets)
Trading Arbitrage lässt sich auch mit zwei unterschiedlichen Assets einsetzen, sofern zwischen ihnen ein starker Zusammenhang besteht.
Typische Beispiele sind:
- Aktien der gleichen Branche, zwischen deren Kursen eine starke Korrelation besteht
- Eng verwandte Rohstoffe im Future Trading oder bei Rohstoff Optionen, die sich typischerweise synchron bewegen
- Verschiedene ETF, die den gleichen Index abbilden
- Festverzinsliche Produkte unterschiedlicher Herausgeber, wie etwa kurzfristige Anleihen von zwei ähnlichen Staaten.
- Zinsen auf die Währungen ähnlicher Staaten
- Kryptowährungen mit ähnlicher Struktur
Auch hier kann es zu Missverhältnissen in der Preisbildung kommen. Weichen die Preise der beiden Assets ausnahmsweise voneinander ab, besteht eine Chance für Arbitragegewinne. Erwartet ein Händler, dass sich die Kurse in Kürze wieder angleichen, kann er entsprechende Positionen eröffnen:
- Tiefer stehendes Asset: Angleichung an das höher stehende Asset durch Kurssteigerungen möglich. Durch eine Long-Position kann der Händler davon profitieren.
- Höher stehendes Asset: Die höheren Kurse könnten vorübergehender Natur sein und sich an das tiefer stehende Asset angleichen. Durch einen Leerverkauf kann ein Händler bei fallenden Preisen Gewinne erzeugen.
- Beide Assets: Natürlich ist es auch möglich, dass sich die Preise der beiden Assets “in der Mitte” treffen. Ein Händler könnte sowohl eine Long- als auch eine Short-Position eröffnen, um von beiden Bewegungen zu profitieren.

Gut zu wissen:
Bei Arbitragegeschäften mit Zinsen spricht man auch von Zinsarbitrage. Sie liegt zum Beispiel dann vor, wenn ein Händler Geld in einer Währung leiht (zum Beispiel via Fremdkapital Trading) und es in eine andere umwandelt, um dort höhere Zinsen zu erzielen.
Zinsarbitrage lässt sich auch mit Devisentermingeschäften, Futures oder Forwards realisieren. Je nach Variante können Risiken und Chancen größer oder geringer ausfallen. Möchten Sie das Zinsarbitrage Trading lernen, empfiehlt sich aufgrund der strategischen Tiefe eine längere Probephase.
Mit dem CapTrader Paper Trading Konto steht Ihnen eine kostenlose Möglichkeit zur Verfügung, den Handel mit komplexen Finanzprodukten zu erproben. Hier können Sie Futures und Co. in einer realistischen Handelsumgebung ohne echtes Risiko einsetzen.
3. Trianguläre Arbitrage (drei Assets)
Das Arbitrage Trading ist auch mit einem Umweg über ein anderes Asset möglich. Man spricht dabei von einer triangulären Arbitrage oder Dreiecksarbitrage. Sie ist besonders im Forex Handel weit verbreitet und basiert ebenfalls auf Preisunterschieden:
- Ein Händler tauscht Währung 1 in Währung 2 um
- Anschließend wandelt er Währung 2 in Währung 3
- Nun wird Währung 3 wieder in Währung 1 umgetauscht

Durch Preisabweichungen entsteht ein Gewinn im dritten Schritt. Natürlich können dafür nicht einfach beliebige Währungspaare ausgewählt werden: Marktteilnehmer müssen zunächst entsprechende Abweichungen identifizieren und anschließend möglichst schnell den Dreieckshandel ausführen.
Denn aufgrund der extrem hohen Liquidität des Forex-Marktes (pro Tag werden fast 7 Milliarden USD in Währungen gehandelt) sind solche Opportunitäten nie von langer Dauer.
Bitte beachten Sie: Wegen der drei nötigen Transaktionen und der generell eher geringen Gewinnspannen beim Arbitragehandel sind die Handelsgebühren hier besonders wichtig. Schon geringfügig zu hohe Kosten können die Effektivität der Dreiecksarbitrage stark reduzieren.
Das kann CapTrader:
Dank Forex-Handel ab 3,75 € und einem extrem niedrigen Spread von lediglich 0,1 Pip ist Trading bei CapTrader besonders günstig möglich. So lassen sich bei entsprechender Lot-Größe auch durch Dreicksarbitrage beeindruckende Gewinne erzielen!
4. Arbitrage als finanzielles Grundkonzept
Der Begriff Arbitrage wird heute zunehmend auch außerhalb des Tradings für alle Arten von Vorteilen bei Finanzgeschäften angewandt. Finanzinfluencer, Ratgeber-Portale und Co. nutzen die Bezeichnung, um eine Art “gesunden finanziellen Menschenverstand” zu beschreiben:
- Das generelle Ausnutzen von Preisvorteilen, zum Beispiel durch Rabattaktionen und Sonderangebote oder die Auswahl eines möglichst günstigen Händlers.
- Gezieltes Umschichten von Kapital, um Zinserträge zu maximieren (Wechsel von Angebot A zu Angebot B, wenn es hier höhere Zinsen gibt).
- Grundlegendes Money Management und sinnvoller Kapitaleinsatz, zum Beispiel aufgenommene Kredite mit dem höchsten Zinssatz zuerst abbezahlen etc.
Ganz korrekt ist die Begriffsverwendung natürlich nicht: Es handelt sich eher um ein allgemeines Nutzen von finanziellen Vorteilen. Mit dem Arbitrage Trading im finanzwirtschaftlichen Sinne haben diese Vorgänge kaum etwas zu tun.
Wann lohnt sich der Arbitrage Handel?
Das klassische Arbitrage Trading (Preisunterschiede für ein einzelnes Asset an unterschiedlichen Börsen) wird heute überwiegend von institutionellen Tradern dominiert. Für Privatpersonen ist es zunehmend schwierig, die oft minimalen Preisunterschiede zu entdecken und zeitnah zu nutzen.
Als grundlegendes Konzept der Finanzmärkte ist die Arbitrage jedoch weiterhin äußerst wichtig. Sie beeinflusst Händler auf vielfältige Weise:
- Abweichungen von üblichen Preisen sind sehr aussagekräftige Trading Signale! Egal, ob Sie Aktien, Futures, ETFs oder Optionen handeln: Wenn ein Asset seinen üblichen Kursverlauf verlässt, kann dies eine spannende Möglichkeit für Trader bieten.
- Am Aktienmarkt kommt es zu starken Kursveränderungen, wenn ein Unternehmen ein anderes aufkauft. Händler erwerben regelmäßig Wertpapiere von Firmen, die in Verkaufsverhandlungen stehen, in der Erwartung, dass ihr Preis nach der Fusion steigt. Ein solches Geschäft birgt allerdings Risiken (der Deal könnte platzen). Man spricht daher auch von Risiko-Arbitrage oder Fusionsarbitrage.
- Paar-Trading, also der Handel mit besonderem Augenmerk auf Verbindungen zwischen zwei Assets, kann ebenfalls sehr lukrativ sein. Bei dieser Form der Trading Arbitrage zeigen sich Gewinnchancen durch Preisabstände zwischen zwei Partner-Assets.
- Arbitrage im Trading zeigt Händlern die Bedeutung von Preisdifferenzen, Spreads und der Wahl des richtigen Handelsplatzes auf. Es führt damit zusätzlich eine andragogische Aufgabe aus und hilft Neulingen, die das Trading lernen möchten.
Das kann CapTrader:
Die Bedeutung des besten (günstigsten) Handelsplatzes wird von zahlreichen Tradern unterschätzt! Bei CapTrader stehen Ihnen über 170 Handelsplätze in 37 Ländern zur Verfügung und erlauben einen optimierten Handel für bestmögliche Ergebnisse!
Mögliche Risiken einer Arbitragestrategie
Arbitrage Trading wird oft als “risikoloser Gewinn” bezeichnet. Dies entspricht allerdings, zumindest aus Sicht privater Händler, nicht der Realität! Bei Arbitragegeschäften kann einiges schiefgehen:
- Kauft ein Händler ein Asset in der Erwartung, es für einen höheren Preis an einem anderen Handelsplatz weiterzuverkaufen, spielt Zeit eine wichtige Rolle. Preisdifferenzen werden in Sekundenbruchteilen ausgeglichen und könnten bereits geschlossen sein, bevor der Verkauf ausgeführt wurde.
- Die Gewinnmargen sind im Arbitragehandel oft sehr gering. Vor jedem Handel ist daher genau zu prüfen, ob tatsächlich ein positives Ergebnis übrig bleibt. Rechenfehler, eine falsche Strategie etc. führen schnell zu Verlusten.
- Auch die Brokergebühren, Spreads, Kommissionen etc. belasten die Ergebnisse und der Arbitrageure. Wie bei anderen Vorgehensweisen mit kleinen Gewinnen und hoher Frequenz ist auch eine Arbitragestrategie stark auf günstige Konditionen angewiesen.
Das kann CapTrader:
Um Ihre Arbitragegewinne zu erhalten, sollten Sie auf einen möglichst günstigen Broker setzen. Bei CapTrader finden Sie besonders attraktive Konditionen und hervorragende Spreads: Handeln Sie Aktien und ETFs bereits ab 2,00 €, Futures ab 1,00 €, Forex ab 3,75 €, Optionen ab 2,00 € und vieles mehr!
Fazit: Arbitrage Trading hat eine enorme Bedeutung für die Finanzwelt!
Verzeichnet ein Handelsgut abweichende Preise an verschiedenen Handelsplätzen, lässt sich durch ein- und sofortigen Verkauf ein Gewinn erzielen. Diese Form von Trading wird als Arbitrage bezeichnet.
Arbitrageure nutzen dabei eine Vielzahl von Methoden, um ein, zwei oder drei Assets ohne Wartezeit zu handeln. Leider sind derartige Preisunterschiede zwischen Börsen im Zeitalter von Hochfrequenztrading nur noch selten zu finden.
Innerhalb von Sekundenbruchteilen werden die abweichenden Kurse durch institutionelle Trader ausgeglichen. Andere Marktbereiche, etwa die trianguläre Arbitrage im Forex-Handel, sind hier besser geeignet und bieten nach wie vor attraktive Möglichkeiten.
Generell sind die Gewinne bei Arbitragestrategien eher überschaubar. Bei korrekter Ausführung ist jedoch auch ihr Risiko minimal. Durch stetige Wiederholung können Arbitrageure so attraktive Renditen erzeugen.
Bitte bedenken Sie, dass für jeden Trade Gebühren anfallen, die Ihre Ergebnisse stark angreifen können. Gutes Money Management und die Wahl eines günstigen Brokers wie CapTrader sind daher unumgänglich!






