Rohstoffe sind einer der beliebtesten Basiswerte im Optionshandel. Händler schätzen vor allem die umfangreichen strategischen Möglichkeiten und das hohe Gewinnpotenzial bei solchen Kontrakten. Leider ist der Einstieg in dieses lukrative Feld vergleichsweise schwer: Eine Fülle an Informationen und potenziellen Gefahren schreckt Neulinge ab.
In diesem Guide zum Thema Rohstoff Optionen erfahren Sie alles Wichtige für den erfolgreichen Start. Zudem haben wir die wichtigsten Einflussfaktoren zusammengefasst, die Sie bei Rohstoff Optionen beachten sollten.
Das wichtigste in Kürze
- Optionen sind Verträge zwischen zwei Handelspartnern. Sie können sowohl die Käufer- als auch Verkäufer-Seite einnehmen
- Die Verträge beziehen sich auf einen Basiswert, zum Beispiel Aktien oder Rohstoffe, und reagieren auf dessen Preisveränderungen
- Rohstoff Optionen bieten besondere strategische Möglichkeiten, da sie nicht immer wie der allgemeine Markt reagieren
- Als Alternativen für Rohstoffe stehen neben Optionen auch ETFs, Aktien und Futures zur Verfügung
Rohstoff Optionen: So funktioniert der Commodity Handel
Rohstoffe wie Getreide, Gold, Erdöl, Eisenerz, Zucker oder Rindfleisch bilden das Fundament unseres Wirtschaftssystems. Sie werden zu allen Produkten, die sich mit Geld kaufen lassen, weiterverarbeitet. Der Handel mit diesen “Commodities” hat daher eine hohe Bedeutung und ein enormes Volumen.
Die wichtigsten Materialien werden heute an Börsen wie der Chicago Mercantile Exchange gehandelt. Ihre Preise schwanken dabei, je nach Angebot und Nachfrage. Auch äußere Faktoren wie Inflation oder die Stimmung an den Finanzmärkten spielen dabei eine Rolle, wenn auch eher untergeordnet. Denn Rohstoffe gelten als weitgehend unabhängig von anderen Märkten, was sie besonders interessant für Händler macht!
Man unterscheidet generell vier Rohstoffklassen:
- Energie. Dazu gehören Energieträger wie Kohle, Öl oder Gas.
- Landwirtschaftliche Produkte. Dazu zählen alle Materialien, die durch und aus Pflanzen gewonnen werden. Also zum Beispiel Zucker, Getreide, Holz oder Sojabohnen.
- Metalle. Sowohl für die Industrie interessante Stoffe wie Eisenerz, Aluminium oder seltene Erden als auch Edelmetalle wie Silber, Gold oder Platin fallen in diese Kategorie.
- Nutztiere. Schweine, Rinder, Hühner und teilweise auch deren Teile werden in der Nutztierkategorie gehandelt.
Dutzende von verfügbaren Commodities bieten umfangreiche Möglichkeiten für Händler. Diese werden durch verschiedene Finanzinstrumente noch einmal gesteigert: Sie können Rohstoffhandel zum Beispiel mit Future Trading, ETPs oder Optionen betreiben. Zudem ist ein “indirekter Rohstoff-Profit” durch Aktien von Unternehmen der Branche möglich.
Wir wollen uns heute jedoch speziell mit Rohstoffhandel durch die “Königsklasse” der Optionen befassen.

Optionshandel einfach erklärt
Optionsgeschäfte scheinen für Neueinsteiger besonders kompliziert, da sie viele Besonderheiten besitzen und bei jedem Kontrakt unterschiedlichste Werte für Verwirrung sorgen. Das Grundkonzept ist jedoch sehr einfach:
Eine Option ist ein Vertrag zwischen zwei Handelspartnern, dem Käufer und dem Verkäufer. Inhalt des Vertrags ist entweder der Kauf oder der Verkauf eines Guts. Das Handelsgut, der Preis, für den das Handelsgut verkauft wird sowie der Verkaufszeitpunkt (immer in der Zukunft) werden vorab festgelegt. Man bezeichnet den Handelsgegenstand als Basiswert oder Underlying.
Sie können Optionskontrakte auf unterschiedliche Wertpapiere, Rohstoffe und mehr abschließen. Optionen auf ETF sind ebenso möglich wie die Verwendung des Volatilitätsindex VIX. Sogar Zinssätze oder das Wetter können einen Basiswert bilden.
Der Käufer einer Option hat ein Wahlrecht: Er kann den Vertrag zum vereinbarten Zeitpunkt ausführen oder darauf verzichten. Seine Entscheidung hängt vom Kurs des Basiswerts ab. Sollte der Preis am Ende der Laufzeit für ihn unvorteilhaft sein, wird er es unterlassen.
Der Käufer befindet sich in einer privilegierten Position, da er selbst entscheiden kann, ob das Geschäft durchgeführt werden oder die Option verfallen soll. Der Verkäufer hingegen hat keine Wahl: Er muss den vereinbarten Handel durchführen, wenn der Käufer dies wünscht. Im Gegenzug für diese ungleiche Ausgangslage muss der Käufer eine Gebühr and den Verkäufer entrichten, die dieser - unabhängig vom Ausgang des Geschäfts - behalten darf.
Sie können bei Optionsgeschäften jeweils beide Seiten einnehmen. Man verwendet hier die am Finanzmarkt üblichen Bezeichnungen “Long” für den Käufer und “Short” für den Verkäufer. Der Inhalt des Kontrakts kann dabei der Kauf oder Verkauf eines Basiswerts sein. Hier haben sich die Begriffe “Call” für das Kaufrecht und “Put” für das Verkaufsrecht etabliert.
Insgesamt entstehen so vier verschiedene “Grundformen”:
Durch eine Kombination verschiedener Optionen sowie unterschiedlicher Laufzeiten, Preise (“Strike”) und mehr entstehen vielfältige strategische Möglichkeiten. Egal ob hochriskante Spekulationen oder konservative Absicherung: Optionshandel ist für alle Marktsituationen und für jede Vorgehensweise geeignet.
Zudem ist es möglich, die Kontrakte in gehebelter Form zu verwenden. Beim Fremdkapital-Trading steigen die möglichen Gewinne, aber auch die Risiken stark an. Egal, ob Sie nur eigenes Kapital einsetzen oder zusätzliches Margin-Trading betreiben: es handelt sich um eine Anlageklasse mit hohem Gefahrenpotenzial. Falsch angewendet, können Sie als professionell eingestufter Händler mit einzelnen Kontrakten sogar mehr als das eingesetzte Kapital verlieren – die möglichen Verluste sind bei einigen Konstellationen theoretisch unbegrenzt.
Wir empfehlen daher vor dem Start einen Blick in unsere Anleitung “Optionen Handeln”. Haben Sie sich mit den Grundlagen vertraut gemacht, sollten Sie Ihr neues Wissen unbedingt zuerst auf einem CapTrader Demokonto anwenden! Hier können Sie in einer realistischen Umgebung mit Spielgeld handeln. Erst, wenn Sie hier zuverlässige Resultate erzielen, ist es sinnvoll ein reguläres Depot zu eröffnen und echtes Geld einzusetzen.
Das kann CapTrader:
Nur wenige Broker bieten den Optionshandel an - und CapTrader ist einer davon! In unserem umfangreichen Produktsortiment finden Sie Optionen zu Bestpreisen. So können Sie zum Beispiel EU-Optionen bereits ab 2,00 € pro Kontrakt handeln.
Vor- und Nachteil von Rohstoff Optionen
Rohstoffe sind eine spannende Assetgruppe, die über besondere Vor- und Nachteile verfügt. Der Zugang zu dieser Klasse über Optionen sorgt für eine Fülle an zusätzlichen Potenzialen, Risiken und Besonderheiten. Daraus ergeben sich in Summe einzigartige Eigenschaften.
Vorteile:
- Rohstoff Optionen bieten umfangreiche strategische Möglichkeiten. Sie können bei Bulle und Bär an der Börse genauso wie bei unbeweglichen Märkten Gewinne erzeugen, der Absicherung dienen oder Kaufpreise eines Investments reduzieren.
- Commodities verhalten sich weitgehend losgelöst vom Aktienmarkt und anderen Bereichen. Sie bilden damit eine ideale Beimischung zu einem ausgeglichenen Portfolio.
- Sie können bei Optionsgeschäften Fremdkapital Trading betreiben und so einen Hebel auf Ihre Positionen anwenden. Dieser verstärkt Gewinne, aber auch Verluste!
- Durch das Margin-Trading ist es möglich, hohe Gewinne mit geringem Kapitalbedarf zu erzielen.
- Alle Optionen sind genormte Finanzprodukte, die an offiziellen Börsen gehandelt werden. Im Vergleich Optionen vs. Optionsscheine sind sie damit berechenbarer und ihre Preisbildung klar nachvollziehbar.
- Mit Long-Kontrakten können Sie sehr hohe, im Falle eines Long Puts sogar unbegrenzte Gewinne erzielen. Gleichzeitig ist Ihr Risiko auf die zu zahlende Prämie begrenzt.
- Komplexe Strategien aus mehreren Kontrakten bieten attraktive Chancen und lassen sich an Ihre Bedürfnisse (gewünschtes Risiko, Laufzeit, Wunschrendite …) anpassen
Nachteile:
- Hohe Einstiegsschwelle. Für erfolgreichen Optionshandel müssen Sie eine Fülle von Konzepten wie den inneren Wert eines Kontrakts, die “Optionsgriechen” und mehr kennen und verstehen. Es kann recht aufwendig sein, sich diesen Wissensschatz zu erarbeiten.
- Hohe Risiken, insbesondere bei unvorsichtiger Anwendung. Einige Kontrakte (zum Beispiel Short Calls) können sogar theoretisch unbegrenzt hohe Verluste erzeugen.
- Moderater Kapitalbedarf. Optionen umfassen immer größere Mengen des Basiswertes, wie zum Beispiel 100 Aktien. Dadurch ist auch ein einzelner Kontrakt vergleichsweise teuer und entsprechendes Kapital erforderlich.
- Sie müssen für Ihre Gewinne selbstverständlich eine entsprechende Trading-Steuer zahlen. Je nach Umfang Ihrer Handelstätigkeit können dabei hohe Aufwände für Ihre Steuererklärung entstehen.
Der Rohstoffmarkt und seine Besonderheiten
Rohstoff Optionen verbinden zwei Bereiche, die sich durch enorme Vielseitigkeit auszeichnen. Optionskontrakte gelten als flexibelste Anlageklasse, mit der sich bei jeder Marktlage Gewinne erzielen lassen. Das Rohstoffsegment bietet gleichzeitig hunderte von einzelnen Produkten mit besonderen Eigenschaften.
Werfen wir dazu einen Blick auf die verschiedenen Rohstoff-Kategorien und die Faktoren, die ihren Preis beeinflussen:
1. Energie
Der Bedarf nach elektrischer Energie und Wärme ist gigantisch. Die Firmen, die diese Nachfrage bedienen, zählen dementsprechend zu den größten und profitabelsten Konzernen überhaupt. Der Markt erlebt einen gewaltigen Umbruch hin zu erneuerbaren Energien, der Unternehmen im Bereich fossile Brennstoffe zu schaffen machen könnte.
Tatsächlich gibt es aber keine Anzeichen eines nachlassenden Verbrauchs - ganz im Gegenteil! Der Konsum befindet sich auf einem absoluten Höhepunkt. Die Förderung, Aufbereitung, Transport und Verkauf der Brennstoffe sind lukrativ wie eh und je. Wer Rohstoff Optionen auf den Energiemarkt handeln möchte, hat daher eine Vielzahl von Möglichkeiten:
- Auf weitere Gewinne der Ölfirmen setzen, da es keine Anzeichen für einen zurückgehenden Verbrauch gibt.
- Einen baldigen Kurseinbruch der Öl- und Gasfirmen aufgrund des Energiewandels annehmen und durch Rohstoff Optionen von den zurückgehenden Kursen profitieren
- Sie gehen davon aus, dass der Öl-Verbrauch zugunsten der etwas weniger klimaschädlichen Gase zurückgeht und setzen dementsprechend auf einen Kursgewinn bei Gas bzw. einen Verlust bei Öl und Kohle.
- Sie rechnen mit Veränderungen des Energiemarktes, zum Beispiel durch eine Aufhebung der Sanktionen gegen Russland (Gas) oder Iran (Erdöl), was für dramatische Preissenkungen sorgen könnte.
2. Tierprodukte
An den internationalen Rohstoffbörsen werden Schweine, Lebendvieh und Mastvieh gehandelt. Zudem sind Butter, Milch und verschiedene Milchpulver gelistet. Rohstoff Optionen dienten ursprünglich vor allem Landwirten, Transporteuren, Händlern und Co. zur Preisabsicherung, sind heute allerdings in erster Linie ein Spekulationsgut.
Anhand westlicher Essgewohnheiten und medialer Berichterstattung könnte man annehmen, dass der Konsum von Fleisch- und Tierprodukten weltweit zurückgeht - weit gefehlt! Angefeuert durch aufstrebende Bevölkerungsgruppen in Asien und dem Mittleren Osten, die neu über das nötige Einkommen verfügen, hat die Nachfrage stark zugenommen.
Die U.N. geht von einem weiteren Anstieg aus und rechnet für das Jahr 2030 mit einem Verbrauch, der 14 % über dem Wert des Jahres 2020 liegt. Der Konsum von Geflügel nimmt dabei deutlich stärker zu. Gründe sind unter anderem niedrigere Preise dank einfacherer Aufzucht sowie die leichtere Verarbeitung für den Endverbraucher. Auch dies wird die Tierpreise in den nächsten Jahren maßgeblich beeinflussen.
Die Kurse könnten nicht nur aufgrund der steigenden Nachfrage steigen; auch der Anbau wird zunehmend schwieriger. Nutztiere benötigen bis zu 12 Mal mehr Anbaufläche für die Aufzucht, als es für Gemüse erforderlich ist. Extreme Trockenperioden Jahr für Jahr in Europa und den USA sorgen jedoch für immer weniger nutzbare Fläche. Die globale Erwärmung ist damit ein Hauptgrund für Preisanstiege. Für Händler bietet der Tiermarkt damit zahlreiche Möglichkeiten, um lukrative Rohstoff Optionen anzuwenden.
3. Agrarerzeugnisse
Auch bei den Nutzpflanzen steht alles im Zeichen der globalen Erwärmung. Extreme Wetterphänomene und eine Verschiebung der klimatischen Zonen machen dem Sektor stark zu schaffen. Es ist unklar, wie die Versorgung der Menschheit, insbesondere in Anbetracht des westlichen Überkonsums, bewerkstelligt werden soll.
Ein weiterer Faktor ist die vollständige globale Vernetzung. Heute steht nahezu jede Region für den Anbau zur Verfügung, sodass Produzenten die für ihre Fläche idealen Nutzpflanzen auswählen können. Das Optimierungspotenzial ist gewaltig und kann für hohe Gewinne sorgen.
Gleichzeitig erstarkt jedoch auch eine Gegenbewegung, die die Absurdität und Umweltschäden gigantischer Transportwege ablehnt. Regionaler Anbau und Nachhaltigkeit sind wichtige Themen, die zunehmend an Bedeutung gewinnen. Rohstoff Optionen auf Lebensmittel können diesen Meinungswandel nur schwer abbilden; interessierte Händler können jedoch auf konkrete Aktien oder nachhaltige Sektor-ETFs ausweichen.
Preisveränderung der gehandelten Commodities sind jedoch weiterhin ein spannendes Feld für Rohstoff Optionen. Kaffee, Kakao, Weizen, Hafer, Mais, Zucker, Soja und weitere Erzeugnisse bieten ansprechende Investments und sind vom Finanzmarkt weitgehend entkoppelt.
Wie alle Rohstoffe reagieren auch Agrarerzeugnisse stark auf geopolitische Veränderungen. So hat etwa der Angriff Russlands auf die Ukraine für Preissteigerungen bei Weizen gesorgt, die folgenden Sanktionen wiederum die Energieträger verteuert. Auch hier bieten sich jeweils lukrative Einstiegspunkte für Rohstoff Optionen.
4. Metalle
Der Bereich der Metalle unterteilt sich in zwei Felder: Produkte wie Kupfer, Nickel, Aluminium, Cobalt oder Molybdän werden für die Industrie benötigt. Zahlreiche wirtschaftlich interessante Metalle werden leider nicht an den Optionsbörsen gehandelt. Dazu zählen vor allem Seltene Erden, die für die Produktion von Elektronikgeräten eine große Rolle spielen, oder das für Batterien wichtige Lithium.
Unabhängig davon bleibt der konstante Bedarf an Metallen in der Industrie für Händler interessant. Sie gelten als vergleichsweise preisstabil und haben sich dadurch eine wichtige Nische unter den Rohstoff Optionen erkämpft.
Die zweite Gruppe bilden die Edelmetalle Gold, Platin, Silber und Palladium. Sie werden primär aufgrund ihres Wertes gehandelt und meist zur Absicherung vorgehalten. Industrielle Anwendungen bestehen jedoch bei Platin, Silber und Palladium, während Gold kaum eine Rolle in der Produktion von Gütern spielt.
Die Edelmetalle sind eine äußerst beliebte Investmentklasse in Krisenzeiten. Ihr Preis steigt daher während Phasen hoher Inflation, Börsencrashs oder internationaler Ereignisse sprunghaft an. Sie sind damit auch ein spannendes Feld für Rohstoff Optionen. Gold ist dabei zweifellos der Klassiker unter den Edelmetallen. Sie können bei CapTrader sogar Gold über die Trader Workstation steuerfrei handeln
Das könnte Sie auch interessieren: Optionshandel ist auch mit Fremdwährungen als Basiswert möglich. Mehr Informationen finden Sie in unserem Beitrag zum Thema Devisenhandel.

Praktische Umsetzung von Rohstoff Optionen
Händler können auf unterschiedliche Arten von Commodities profitieren. Der direkte Kauf oder Leerverkauf von Aktien eines Unternehmens, das im Bereich Rohstoffe aktiv ist, stellt sicherlich die einfachste Form dar. Ein ETF, der zahlreiche solcher Firmen enthält, ermöglicht ein weniger volatiles Investment.
Zusätzlich können Sie ETPs eines Rohstoffs handeln oder Futures nutzen. Deutlich flexibler und potenziell lukrativer wird der Handel jedoch, wenn Sie die beschriebenen Anlageklassen als Basiswerte für Optionen nutzen! Denn bei Rohstoff Optionen muss es nicht immer direkt um den Kurs einer Commodity gehen.
Im erweiterten Sinn zählen auch Optionen auf Aktien von Rohstoffunternehmen, auf Sektor-ETFs, Rohstoff-ETPs oder Rohstoff-Futures in dieser Kategorie. Sie alle haben jeweils eigene Besonderheiten, Vor- und Nachteile.
1. Optionen auf Aktien
Optionshandel mit Aktien von Rohstoffunternehmen ist unter Händlern sehr beliebt, da er zwei wichtige Vorzüge vereint: Sie können eine umfangreiche Due Diligence betreiben und sämtliche Kennzahlen der Firma eingehend prüfen. Ein Luxus, der Ihnen bei direkten Wetten auf Rohstoffpreise nicht zur Verfügung steht.
Gleichzeitig lassen sich unterschiedliche Optionsstrategien umsetzen. Verschiedene Spreads, Covered Calls, Butterflies, der Klassiker “Cash Secured Put” und vieles mehr ist hier möglich. So können Sie Rohstoff Optionen mit Aktien als Basiswert in jeder erdenklichen Marktlage sinnvoll nutzen.
Veränderungen am Rohstoffmarkt können für drastische Kursveränderungen der Wertpapiere sorgen. So stiegen zum Beispiel die Kurse zahlreicher Energieproduzenten nach Beginn des Ukraine-Krieges stark an. Derartige Bewegungen können lukrative Handelsmöglichkeiten bieten, sind aber auch notorisch unberechenbar und riskant.
Wie immer, wenn Sie Optionen handeln möchten, ist auch hier eine ausreichende Diversifikation und gutes Money Management unbedingt erforderlich. Wir empfehlen auch hier zunächst das CapTrader Demokonto zu nutzen, um sich mit den Feinheiten und Gefahren dieser Form von Rohstoff Optionen vertraut zu machen.
2. Commodity-ETFs und ETPs
Ein Exchange Traded Fund verbindet Dutzende bis Hunderte Aktien oder andere Assets in einem praktischen Paket. Ähnlich anderen Fonds erwerben Sie bei einem Investment Anteile an allen enthaltenen Firmen. Besonderes Merkmal der ETFs ist die automatische Zusammenstellung: die Funds bilden einen Index nach und werden nicht aktiv gemanaged.
Da keine hochbezahlten Fondsmanager notwendig sind, ist diese Anlageklasse sehr günstig. Die laufenden Kosten liegen in den meisten Fällen unter 0,5 % pro Jahr. ETFs erfreuen sich vor allem bei Privatanlegern großer Beliebtheit, sind aber auch als Basiswerte für Derivate sehr interessant.
Die breite Auswahl umfasst auch Sektoren-ETFs, die bestimmte Wirtschaftsbereiche abbilden. Auch Rohstoffe zählen dazu. Optionen auf einen solchen Commodity-ETF funktionieren grundsätzlich wie Kontrakte auf einzelne Aktien; durch die größere Anzahl enthaltener Titeln entsteht jedoch eine natürliche Diversifikation.
Dies kann in vielen Fällen für eine niedrigere Volatilität sorgen. Dennoch bleiben die potenziellen Risiken hoch, da Veränderungen von Rohstoffpreisen oder geopolitische Ereignisse die gesamte Branche treffen können.
ETPs (“Exchange Traded Products”) hingegen enthalten ein oder mehrere Produkte wie Rohstoffe, Währungen oder andere, Nicht-Wertpapier-Assets. Rohstoff Optionen mit solchen Commodity-ETPs als Basiswert sind ebenfalls denkbar; in der Praxis ergibt sich jedoch kaum ein Vorteil gegenüber einem direkten Investment in das jeweilige Material.
Oft findet man ETPs bei Brokern mit kleinem Produktsortiment. Lukrative Finanzinstrumente wie Optionen oder Futures auf Commodities stehen hier nicht zur Verfügung; ETPs sollen jedoch den Anschein erwecken, die Nutzer hätten Zugang zu dieser lukrativen Anlageklasse.
Das kann CapTrader:
Nur wenige Broker in Deutschland bieten Ihnen Zugang zu Optionen, Futures und anderen “Profi-Werkzeugen”. Bei CapTrader können Sie unser Produktsortiment von über 1,2 Millionen Wertpapieren für Ihren Handel nutzen.
3. Futures
Bei Futures handelt es sich, wie bei Optionen, um Verträge, bei denen ein Basiswert zu einem festgelegten Zeitpunkt und Preis gehandelt wird. Im Gegensatz zu Optionskontrakten haben die beiden Seiten jedoch kein Wahlrecht bei der Ausführung und sind daher gleichberechtigt.
Futures sind aufgrund ihrer hohen Hebelwirkung beliebt: Trader können enorme Gewinne erzielen, wenn ihre Prognosen korrekt waren und sich der Preis des Basiswerts in die richtige Richtung bewegt. Umgekehrt sind jedoch auch hohe Verluste möglich, wenn der Plan schief geht.
Sie können Futures auf unterschiedlichen Basiswerte handeln: Währungen, Kryptowährungen, Zinssätze, Aktienindizes und Rohstoffe gehören dazu. Ein Futures-Kontrakt selbst kann wiederum der Basiswert für eine Option sein und bietet so besonders interessante Möglichkeiten für den Rohstoffhandel!
Solche Rohstoff Optionen verbinden die hohe Volatilität der Futures mit den vielfältigen strategischen Möglichkeiten des Optionshandels. Aufgrund der hohen Risiken empfehlen diese Variante nur fortgeschrittenen Optionshändlern.
Contango und Backwardation: So wirken die Lagerkosten auf Rohstoff Optionen
Wer Rohstoff Optionen handelt, hat in der Regel kein Interesse an einer physischen Lieferung der Waren. Kaum ein Trader möchte mehrere Tonnen Weizen, eine Rinderherde oder einen Tanklastzug voll Rohöl in seinem Vorgarten lagern!
Stattdessen geht ein auslaufender Kontrakt direkt in den nächsten über, während die eigentlichen Güter gelagert werden. Die später auslaufenden Optionen sind oft teurer als solche, die bald ihr Enddatum erreicht haben. Unter anderem, da die Lagerkosten eingepreist werden.
Zeichnet man diese Preisentwicklung in einen Graphen ein (sogenannte Terminstrukturkurve oder Forwardkurve), sehen wir eine aufsteigende Kurve. Man spricht hierbei einer “Contango”-Kurve.
Besteht hingegen aktuell eine hohe Nachfrage nach sofortiger Lieferung der Rohstoffe oder vermuten die Marktteilnehmer in der Zukunft rückläufige Absatzmengen, kann es zu einer entgegengesetzten Terminstrukturkuve kommen. Diese “Backwardation”-Kurve kann interessante Möglichkeiten für Preisspekulationen bieten, geht aber auch mit erheblichen Risiken einher.
Beispiel: Spekulation durch eine Long Call Rohstoff-Option
Optionsstrategien umfassen häufig mehrere Kontrakte, die in einem komplexen Zusammenspiel interagieren. Es geht jedoch auch ganz einfach, mit Einsatz eines einzelnen Kontrakts! Für unser Beispiel wollen wir den Einsatz einer Long-Call-Option auf einen Rohstoff betrachten.
Dabei nehmen wir an, dass der Preis für Weizen aufgrund der jüngsten Ereignisse in der Ukraine, einem wichtigen Weizenproduzenten, bald stark ansteigen wird. Wir nutzen einen Long Call, um von dieser Entwicklung zu profitieren.
Mit einem Long Call erwerben wir das Recht, den Basiswert - in unserem Fall Weizen - zu einem festgelegten Preis (“Strike”) in der Zukunft zu kaufen. Als Strike wählen wir einen Betrag knapp über dem aktuellen Kurs, die Laufzeit entsprechend unserer Prognose.
Wir erwerben damit das Kaufrecht und können dieses auf Wunsch ausüben oder den Kontrakt verfallen lassen. Für diese privilegierte Position müssen wir eine Gebühr, die Optionsprämie, bezahlen. Sie geht direkt an den Verkäufer der Option und ist unabhängig vom Ausgang des Geschäfts. Auch die Kosten für den Broker kommen hinzu und müssen, unabhängig vom weiteren Verlauf, gezahlt werden.
Das Ergebnis dieser Rohstoff-Option kann folgendermaßen aussehen:
- Der Weizenpreis steigt, wie erwartet, an und übertrifft den in unserer Rohstoff-Option vereinbarten Kaufpreis. Wir nehmen unser Optionsrecht war und kaufen den Weizen zum günstigeren Preis. Der Unterschied zwischen unserem Strike und dem aktuellen Kurs stellt (nach Abzug von Brokergebühren und zu zahlender Optionsprämie) unseren Gewinn dar.
- Der Weizenpreis bleibt konstant oder sinkt, entgegen unserer Erwartungen. Die Ausübung unserer Rohstoff-Option wäre nicht sinnvoll, da wir am freien Markt einen günstigeren Preis erhalten könnten. Wir lassen den Kontrakt daher verfallen. Die Gebühren unseres Brokers sowie die gezahlte Optionsprämie müssen wir als Verlust verbuchen.
Ein wichtiger Vorteil dieser einfachen Rohstoff-Option ist das begrenzte Risiko. Wir können maximal die gezahlte Optionsprämie (+Brokergebühren) verlieren, nie mehr. Selbst, wenn der Weizenpreis in extremer Weise einbrechen sollte, bleibt der mögliche Verlust begrenzt. Umgekehrt ist unser Gewinnpotenzial bei steigenden Preisen aber quasi unbegrenzt!

Fazit: Rohstoff Optionen zur Absicherung und Spekulation
Der Optionshandel mit Rohstoffen als Basiswert ist eine spannende Möglichkeit für Trader, zusätzliche Rendite zu erzielen. Commodities reagieren weniger stark auf die Bewegungen der Finanzmärkte, was sie zu einer sinnvollen Beimischung in Ihrem Depot machen kann.
Die handelbaren Produkte werden in die vier Hauptkategorien Energie, Tierprodukte, Agrarerzeugnisse und Metalle unterschieden. Sie haben jeweils eigene Vor- und Nachteile, Einflussfaktoren, Risiken und Potenziale. Rohstoff Optionen lassen sich direkt auf diese Basiswerte handeln.
Zudem sind Kontrakte auf die Aktien von Rohstoffunternehmen sowie spezielle Commodity ETFs und ETPs möglich. Auch Rohstoff-Futures (direkt gehandelt oder als Basiswert für Optionen ) bieten ihnen Zugang zu diesem attraktiven Markt.
Generell sind alle Optionsstrategien auch mit Rohstoffen als Basiswert durchführbar. Das Segment ist breitgefächert! So können Sie zum Beispiel Commodities mit unterschiedlichen Volatilitäten finden und gewinnbringend einsetzen.
Rohstoff Optionen sind dadurch nützliche Werkzeuge für Trader und wichtiger Baustein erfolgreicher Handelsstrategien.
