Der Handel mit Optionen bietet für Personen mit großen Konten spannende Chancen, geht aber auch mit speziellen Herausforderungen einher. Wir erklären, wie Sie den Optionshandel ideal einsetzen können und was es in Sachen Steuer, Risiko- und Kapitalmanagement zu beachten gibt.
Das wichtigste in Kürze
- Der Optionshandel für große Konten war in der Vergangenheit durch Verlustverrechnungsgrenzen eingeschränkt, ist aber heute wieder sehr lukrativ.
- Durch ein umfangreiches Vermögen verändern sich die Anforderungen. Einkommensstrategien sind hier besonders attraktiv, während riskante Formen an Reiz verlieren.
- Beispiele für solche Einkommensstrategien sind etwa der Iron Condor und die Wheel-Strategie, die wir hier erläutern.
- Eine Trading-GmbH kann besonders bei großen Konten attraktive Steuererleichterungen bringen.
Optionshandel für große Konten: Bedeutung des verfügbaren Kapitals
Optionen handeln ist eine besonders lukrative Form, das eigene Kapital einzusetzen: Die Kontrakte bieten unzählige Möglichkeiten und können bei allen Marktlagen attraktive Renditen generieren. Die Händler müssen dabei jedoch verschiedene Kennzahlen und Einflussfaktoren beachten:
- Richtigen Basiswert finden: Optionen sind Verträge zwischen zwei Handelspartnern. Aber was wird überhaupt gehandelt? Der Basiswert (= das zu handelnde Gut) ist ein zentraler Punkt im Optionshandel, da die Wahl alle weiteren Faktoren beeinflusst. Sie können zum Beispiel Kontrakte auf Aktien, Anleihen oder Wechselkurse handeln, Rohstoff-Optionen nutzen, Optionshandel mit ETFs betreiben und vieles mehr.
- Absicherung nicht vergessen: Wie bei allen Finanzgeschäften gibt es auch bei Optionen ein Risiko. Einige Kontrakte können theoretisch unbegrenzt hohe Verluste erzeugen und müssen deshalb korrekt abgesichert werden. Dazu nutzt man zum Beispiel das Delta-Hedging oder fasst mehrere Kontrakte zu erweiterten Strategien zusammen.
- Optionsgriechen verstehen: Die Optionsgriechen sind eine Gruppe von Kennzahlen, die verschiedene Einflüsse auf einen Optionskontrakt beschreiben. Die bekannteste ist das Delta (Δ): Es beschreibt, wie stark sich eine Veränderung des Basiswerts auf den Optionspreis auswirkt.
- Terminstrukturkurve im Blick behalten: Auch die Terminstrukturkurve ist ein wichtiger Faktor für den erfolgreichen Optionshandel. Händler sollten sie verstehen und deuten können, um ihre Erfolgschancen zu erhöhen.
- Passende Optionsform wählen: Händlern steht eine Vielzahl von Kontrakten zur Verfügung. Europäischer oder amerikanischer Ausübungsstil? Barausgleich oder physische Lieferung? Restlaufzeit von 90, 30, 10 … Tagen oder doch lieber 0DTE?
- Prognose treffen: Jedes Optionsgeschäft basiert letztlich auf einer Prognose. Händler nutzen eine Vielzahl von Kennzahlen und Werkzeugen, wie zum Beispiel Volatilitätsindizes, um Marktentwicklungen vorherzusagen, passende Trades zu eröffnen und ggf. wieder zu schließen oder zu “rollen”.
Trader haben also alle Hände voll zu tun, um gewinnbringende Positionen zu finden und zu managen. Sie vergessen dabei regelmäßig, dass auch die Größe des Kontos im Optionshandel eine zentrale Rolle spielt! Das verfügbare Kapital beeinflusst Handelsstrategien, Risiken und Money Management, noch bevor überhaupt ein Trade eröffnet wird!
Ein stattliches Vermögen zur Verfügung zu haben ist natürlich besonders angenehm, da dem Besitzer sämtliche Strategien offenstehen. Es geht jedoch auch mit zusätzlichen Herausforderungen einher. Diese sind fast allesamt psychischer/persönlicher Natur!
Weniger Rendite notwendig: Wer Optionshandel mit kleinen Konten betreibt, versucht meist, durch hohe Gewinne (und größere Risiken) sein Kapital stark zu vermehren. Wer hingegen bereits mit einem großen Konto ausgestattet ist, verspürt den Drang nach hohen Renditen oft weniger intensiv.
Interesse an Cashflow: Wurde ein großes Konto aufgebaut und persönliche Meilensteine erreicht, möchten Händler früher oder später von ihrem Erfolg profitieren. Cashflow-Strategien, die Einnahmen generieren, ohne das Tradingkapital zu verringern, sind hier besonders attraktiv.
Weniger Risiko gewünscht: Beim Optionshandel mit großen Konten sind Fehlschläge deutlich kostspieliger. Ein Risiko von 1 % des Kapitals mag bei kleinen Konten verschmerzbar sein, entspricht aber bei großen Konten direkt mehreren Tausend Euro!
Absicherung wird wichtiger: Wer bereits ein großes Konto aufgebaut hat, möchte es keinesfalls wieder verlieren! Hedging, Risikomanagement und Diversifikation spielen nun eine viel größere Rolle.
Planung für die Zukunft: Ein großes Konto kann die Basis für den eigenen Ruhestand, einen Immobilienkauf oder andere weitreichende Lebensentscheidungen darstellen. Händler machen sich daher unweigerlich Gedanken über die weitere Verwendung des Vermögens – ein Vorgang, der bei kleinen Konten noch keine Rolle spielt.
Steuerfragen: Beim Optionshandel mit großen Konten kommt es zu erheblichen Gewinnen und einer entsprechenden Steuerlast. Steuererfragen rücken daher immer stärker in den Fokus. Zudem wird eine VvGmbH / Trading-GmbH mit steigendem Vermögen immer attraktiver.
Zusätzliche Ressourcen: Wer über ein großes Konto verfügt, kann problemlos in Coachings und Seminare, professionelle Software, Signaldienste oder sogar eine professionelle Vermögensverwaltung investieren.
Das kann CapTrader:
Mit den Managed Accounts hat CapTrader eine besondere Form der Vermögensverwaltung geschaffen, die Händlern mit großen Konten erhebliche Vorteile bietet. Professionelle Portfoliomanager verwalten Ihr Investment in Ihrem Sinne, während Sie durchgehend volle Transparenz und Kontrolle bewahren.
Unterschiede zwischen großen und kleinen/mittleren Konten
Bevor wir strategische und praktische Besonderheiten beim Optionshandel mit großen Konten analysieren, müssen wir zunächst die Frage klären: Was ist überhaupt ein “großes Konto”? Hier gibt es keine allgemeingültige Definition; es haben sich jedoch folgende Richtwerte eingebürgert:
| Kleines Konto | Mittleres Konto | Großes Konto |
| 10.000 bis ca. 45.000 € | 45.000 bis ca. 90.000 € | 90.000 € und mehr |
- Bei Beträgen von unter 10.000 € ist ein effektiver Optionshandel leider kaum möglich, sodass man typischerweise diesen Mindestbetrag annimmt.
- Die Grenzwerte stimmen ungefähr mit dem Median Jahresgehalt in Deutschland (ca. 45.000 €) bzw. dessen Vielfachem überein.
- In Ländern mit höherem oder niedrigerem Durchschnittseinkommen können die Grenzwerte entsprechend abweichen. So nimmt man zum Beispiel für ein Wertschriftendepot in der Schweiz deutlich höhere Beträge an.
Das Jahresgehalt stellt nicht ohne Grund einen wichtigen Richtwert dar: Wer ein Vielfaches des Medianeinkommens für den Optionshandel zur Verfügung hat, befindet sich in einer sehr privilegierten Position. Führt man sich vor Augen, dass erfolgreiche Trader problemlos Renditen zwischen 10 und 20 % p.A. erzielen können, zeigt sich schnell, wie attraktiv der Handel mit großen Konten ist:
Beispielrechnung
Verfügbares Kapital: 360.000 € (achtfaches Medianeinkommen)
Durchschnittliche Rendite durch den Optionshandel: 12,5 % p. a.
Gewinn pro Jahr: 45.000 € brutto
Ein Konto mit dem achtfachen Medianeinkommen ist also für einen versierten Trader ausreichend, um das deutsche Medianeinkommen nur durch Optionshandel zu erzielen. Spätestens an diesem Punkt könnte ein Händler das Trading problemlos als hauptberufliche Tätigkeit ausüben und eine ansprechende Entlohnung erzielen.
Praktische Bedenken beim Optionshandel mit großen Konten
Ein großes Vermögen führt zu veränderten Sichtweisen und Prioritäten bei den Händlern. Es gibt jedoch auch ganz praktische Aspekte, die sich durch das verfügbare Kapital verändern.
- Kontraktgröße. Optionen sind genormte Derivate, deren Inhalt stets festgelegt ist. So umfasst eine Option auf US-Aktien zum Beispiel immer genau 100 Wertpapiere. Der zu handelnde Betrag lässt sich also nicht stufenlos festlegen, wie es etwa beim Daytrading mit Aktien möglich ist. Wer mit einem großen Vermögen aktiv Optionen handeln will, hat daher drei Möglichkeiten:
- Mehrere gleiche Kontrakte nutzen. Anstatt nur einer Option können Sie zwei, drei, fünf oder mehr Positionen eröffnen. Sie erhöhen damit selbstverständlich Ihren Verdienst im Erfolgsfall (in absoluten Euro/Dollar Beträgen); gleichzeitig vervielfacht sich aber auch der mögliche Verlust. Da sich der mögliche Schaden ebenfalls summiert, ist diese Methode nur begrenzt sinnvoll: Nur wenige Händler haben die eisernen Nerven, mehrere Tausend Euro potenzieller Verluste hinzunehmen – selbst, wenn sie über ein sehr großes Konto verfügen.
- Mehrere unterschiedliche Kontrakte nutzen. Mit einem ausreichenden Vermögen ist es möglich “mehr Optionshandel” zu betreiben und viele verschiedene Positionen (verschiedene Strategien, auf unterschiedliche Basiswerte …) zu eröffnen. So könnten Sie Ihr Kapital und Margin (die Möglichkeit zum Fremdkapital Trading) ideal ausnutzen und eine maximale Rendite erwirtschaften. Natürlich ist “mehr Optionen handeln” in der Praxis einfacher gesagt als getan: Händler geraten schnell in die ungünstige Situation, keine passenden Trades mehr zu finden. Zudem steigt der Zeit- und Arbeitsaufwand, wenn Sie zu viele Positionen eröffnen und managen wollen. Der Optionshandel wird dann schnell zum Vollzeitjob, was nicht jedem Trader zusagt!
- Weniger Kontrakte als möglich nutzen. Natürlich müssen Sie nicht Ihr gesamtes Kapital mit maximaler Effizienz für den Optionshandel einsetzen. Sie können auch bei einem großen Konto nur einzelne Positionen eröffnen, die dann eben nur einen geringen Prozentsatz Ihres Vermögens ausmachen. Für den Rest Ihres Vermögens stehen mehr als genügend andere Investments zur Verfügung, wie etwa kurzlaufende Anleihen, dividendenstarke Aktien oder klassische Value Aktien. Mit den CapTrader Managed Accounts besteht zudem die Möglichkeit, einen Teil Ihres Kapitals in eine lukrative Vermögensverwaltung auszulagern und so eine ansprechende Gesamtrendite sicherzustellen.
- Handel mit teuren Basiswerten: Es gibt eine unglaubliche Vielzahl von möglichen Basiswerten für den Optionshandel, die mit ganz unterschiedlichen Preisen daherkommen. Personen mit großen Konten sind in der Lage, alle Basiswerte problemlos zu handeln, während Trader mit geringerem Vermögen oft Einschränkungen erleben.
Beispielrechnung kleines Konto:
Die Apple-Aktie steht aktuell bei 220 €. Ein Händler mit einem kleinen Konto von 15.000 € möchte eine Wheel-Strategie auf das Wertpapier anwenden, um zusätzliches Einkommen zu generieren. Er plant daher, einen Cash Secured Put mit der Apple-Aktie als Basiswert für einen Strike von 200 € zu eröffnen.
Preis der Option: 100 Aktien x 200 € = 20.000 €
Die Kosten der Option von 20.000 € übersteigen die verfügbaren 15.000 € des Händlers. Denn bei fallenden Kursen kommt der Put zur Ausübung und die Aktien müssen für 20.000 € gekauft oder der Kontrakt mit Verlust geschlossen werden.
Durch Margin Trading wäre es zwar möglich, trotz unzureichenden Kapitals diese Position anzulegen. Es ist jedoch kaum sinnvoll, alles auf eine Karte zu setzen und der Händler wird diesen Trade nicht durchführen.
Beispielrechnung großes Konto:
Gehen wir von den gleichen Voraussetzungen (Cash Secured Put auf Apple Aktien, Optionspreis: 20.000 €), aber einem großen Konto von mehreren hunderttausend Euro aus, zeigt sich sofort ein anderes Bild. Ein Händler mit großem Konto kann die Position ohne Probleme anlegen und ist nicht einmal auf eine Margin von seinem Broker angewiesen.
Kommt die Option zur Ausübung, erhält er 100 Apple-Aktien für einen Gesamtpreis von 20.000 € eingebucht. Er kann nun mit dem zweiten Teil der Wheel-Strategie, dem Covered Call, fortfahren. Aufgrund der Depotgröße bleibt eine gute Diversifikation gewahrt.

Verlustverrechnung und Steuerfragen
In den Jahren 2020 bis 2024 war die Verlustverrechnung für Privatpersonen in Deutschland auf 20.000 € begrenzt. In der Praxis bedeutete dies, dass verschiedene Optionsstrategien (wie etwa der Iron Condor) und der Optionshandel mit großen Konten für Privatleute eher unattraktiv wurde: Gewinne und Verluste aus den Termingeschäften konnten nur sehr eingeschränkt aufgerechnet werden, sodass es zu einer hohen Steuerlast kam.
Das Mittel der Wahl für aktive Optionshändler mit mittleren oder großen Konten war daher die Trading-GmbH, auch vermögensverwaltende Gmbh oder VvGmbH genannt. Neben vielen steuerlichen Vorteilen (zum Beispiel beim Aktienhandel) war hier auch eine vollständige Anrechnung der Verluste möglich.
Private Händler konnten aber mit dem Jahreswechsel 2025 aufatmen: Dank einer Gesetzesänderung ist die Verlustverrechnung wieder unbegrenzt möglich. Eine Trading-GmbH ist daher für effektiven Optionshandel mit großen Konten nicht mehr unbedingt erforderlich; sie kann sich jedoch immer noch stark lohnen!
Eine Trading-GmbH bietet zahlreiche Vorteile:
- Es gibt enorme Steuererleichterungen, da Kapitalerträge und Einnahmen aus Beteiligungen nur in minimaler Form besteuert werden. Dadurch kann sich das Vermögen in einer solchen Gesellschaft schnell vermehren und der Zinseszinseffekt kommt voll zum Tragen.
- Das eigene Vermögen lässt sich an einer zentralen Stelle konsolidieren. Das ermöglicht nicht nur den Schutz vor äußeren Zugriffen, sondern erleichtert auch die Übertragung im Rahmen einer Erbschaft.
- Sie können Immobilien und andere Gegenstände abschreiben, Kosten für die Unternehmensführung und sogar ein Geschäftsführergehalt abziehen. Zu versteuern ist nur der übrigbleibende Gesamtgewinn – nicht sämtliche Kapitalerträge, wie es bei Privatpersonen der Fall ist.
Es gibt jedoch auch Nachteile, die zu beachten sind:
- Steuervorteile greifen nur, solange das Vermögen innerhalb der Gesellschaft verbleibt. Bei Auszahlung fällt in der Regel die Kapitalertragsteuer oder der persönliche Einkommensteueratz an. Die Unternehmensform lohnt sich daher meist nur dann, wenn das Geld langfristig in der GmbH verbleibt.
- Das eingebrachte Kapital steht Ihnen nicht mehr ohne Weiteres zur Verfügung. Die Entnahme geht mit einer erhöhten Steuerlast einher. Von verdeckten Entnahmen und ähnlichen Vorgängen ist dringend abzuraten, da die Behörden schnell Verdacht hegen könnten.
- Es fallen erhebliche Kosten, zum Beispiel für Jahresabschlüsse, IHK-Beiträge etc. an. Die Gebühren für einen Steuerberater sind ebenfalls nicht zu unterschätzen und summieren sich besonders bei vielen Trades schnell. Auch die persönlichen Aufwände (Zeit und Energie für die Verwaltung) können enorm sein. Zudem müssen Sie als Unternehmen auch für Dienstleistungen wie Bankkonten oder Depots oft höhere Gebühren entrichten. Eine VvGmbH zu gründen, lohnt sich daher besonders für Personen mit großen Konten, bei denen die Steuerersparnis die Ausgaben übersteigt.
Das kann CapTrader:
Wir bieten unseren Geschäftskunden die gleichen Handelskonditionen wie Privatkunden. Durch die extrem günstigen Tradinggebühren von z. B. $ 0,01 pro Aktie für US-Titel (Orderminimum: $ 2,00), Optionen ab 2,00 € oder Futures ab 1,00 €, erzielen Sie auch mit Ihrer VvGmbH eine bessere Rendite!
Sie haben Interesse an der Gründung einer VvGmbH? Dann sollten Sie mit einem auf die Thematik spezialisierten Steuerberater oder Anwalt Rücksprache halten.
Aus der Praxis: Optionsstrategien für große Konten
Der Optionshandel mit großen Konten verfolgt andere Ziele als der Handel mit kleinen oder mittleren Depots. “Rendite um jeden Preis” rückt in den Hintergrund; stattdessen gewinnen ein zuverlässiger Cashflow und der Schutz des aufgebauten Vermögens stark an Bedeutung.
Ideal für den Optionshandel mit großen Konten sind daher Einkommensstrategien. Wir wollen Ihnen im Folgenden zwei beliebte Varianten vorstellen.
Sollten Sie mit den Grundbegriffen wie Put, Call, Long, Short oder der Funktionsweise von Optionen noch nicht vertraut sein, empfehlen wir zunächst unseren Artikel “Optionen handeln”.
1. Iron Condor
Der Iron Condor ist eine Strategie, die aus vier Optionen besteht:
- Ein Long Put der weiter aus dem Geld liegt
- Ein Short Put der näher am Geld liegt
- Ein Long Call der weiter aus dem Geld liegt
- Ein Short Call der näher am Geld liegt
Mit dem Iron Condor spekulieren Sie auf einen gleichbleibenden Preis des Basiswerts. Der maximale Gewinn ist auf die Prämien für die beiden verkauften Optionen, abzüglich der Brokergebühren und Optionskosten, begrenzt.
Sollte der Preis des Basiswerts hingegen über den Long Call steigen oder unter den Short Call fallen, schlägt Ihr Iron Condor fehl. Der maximale Verlust entspricht in diesem Fall dem Preisunterschied zwischen dem Long Call und dem Short Call oder dem Long Put und Short Put – je nachdem, in welche Richtung sich der Preis des Basiswerts bewegt.

Händler mit großen Konten schätzen den Iron Condor als attraktive Einkommensstrategie mit begrenztem Risiko. Die beiden weiter aus dem Geld liegenden Put- und Call-Optionen schützen Sie vor größeren Verlusten. Mit einem Basiswert, dessen Kurs während der Laufzeit weitgehend gleich bleibt, lässt sich somit kontinuierlicher Cashflow generieren.
Gut zu wissen:
Durch ein Verschieben der inneren (näher am Geld liegenden) Short Put und Short Call ist es möglich, den Iron Condor auf fallende und steigende Preise auszurichten. So können Sie von Bulle und Bär profitieren. Das Gewinn- und Risikoprofil der Strategie bleibt gleich.
Aufgrund der vier Bestandteile dieser Optionsstrategie kann es zu hohen Transaktionskosten kommen, die Ihre Rendite angreifen. Bei Verwendung des Iron Condors ist daher ein günstiger Broker besonders zu empfehlen.
Das kann CapTrader: Mit Optionshandel ab 2,00 € pro Ausführung für Kontrakte in Europa und 3,50 USD für Kontrakte in den USA bietet Ihnen CapTrader besonders günstigen Optionshandel. Wir sind der ideale Partner für kontinuierlichen Cashflow und in der Betreuung großer Konten erfahren.

2. Wheel-Strategie
Die Wheel-Strategie setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen, die für sich genommen bereits zu den beliebtesten Optionsstrategien überhaupt zählen: der Cash Secured Put und der Covered Call. Diese beiden Formen werden in stetiger Wiederholung angewendet, um ein ansprechendes Zusatzeinkommen bei überschaubarem Risiko zu erzeugen.
Der Ablauf ist wie folgt:
1. Cash Secured Put anlegen
Sie wählen zunächst eine hochwertige Aktie aus, der Sie langfristig gute Aussichten unterstellen. Auch der Optionshandel mit ETF ist hier möglich: Exchange Traded Funds können ebenfalls gute Basiswerte für einen Cash Secured Put bilden.
Anschließend verkaufen Sie einen Put auf die Aktie für einen Preis, der unterhalb des aktuellen Kurses liegt. Sie müssen das nötige Kapital vorhalten, um 100 Wertpapiere zum vereinbarten Strike zu erwerben. Daher ist diese Strategie für den Optionshandel mit großen Konten besonders gut geeignet.
Es gibt zwei mögliche Resultate der Put-Option
- Der Preis der Aktie ist über dem Strike der Option geblieben. Die Gegenseite wird die Option nicht ausüben und die Aktien nicht an Sie verkaufen, da an der Börse ein besserer Preis verfügbar ist. Der Kontrakt verfällt wertlos und Sie dürfen die Prämie nach Abzug der Brokerkosten als Gewinn verbuchen. Sie können den Vorgang nun mit dieser (oder einer anderen) Aktie wiederholen, um zusätzliche Einnahmen zu erzielen.
- Der Preis der Aktie ist unter den Strike der Option gefallen. Die Gegenseite wird die Option jetzt ausüben und die Wertpapiere zum höheren Preis an Sie verkaufen. Das Geld wird von Ihrem Konto abgebucht und die Aktien in Ihr Depot übertragen. Da es sich um ein attraktives Unternehmen handelt und Sie das nötige Kapital zur Verfügung hatten, entsteht kein echter Schaden für Sie.
Beide Ausgänge sind zunächst positiv, da Sie entweder einen Gewinn erzeugt oder eine attraktive Aktie erhalten haben. Gefahren drohen jedoch von zwei Seiten:
- Ihre Fundamentalanalyse war unzureichend oder unvorhersehbare Ereignisse verringern den Kurs des Unternehmens während der Optionslaufzeit drastisch. Sie erwerben dann eine wertlose oder geringwertige Aktie zu einem sehr hohen Preis. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, den Kontrakt vorzeitig mit einem Verlust zu schließen.
- Die Aktienkurse steigen immer weiter. Sie können zwar kontinuierlich einen Gewinn durch Cash Secured Puts erzielen, erhalten aber nie die gewünschten Aktien. Die mögliche Rendite aus dem Kursanstieg entgeht Ihnen daher.
Der Cash Secured Put wird immer wiederholt und erzeugt jedes Mal eine Prämie, die Sie als Gewinn verbuchen können. Früher oder später kommt es jedoch einmal zur Ausübung und Sie erhalten die Aktien in Ihr Depot übertragen. In diesem Fall können Sie mit dem zweiten Teil der Wheel-Strategie fortfahren:
2. Covered Call
Einer der Cash Secured Puts wurde ausgeübt und die Aktien in Ihr Depot eingebucht. Sie befinden sich nun in der idealen Position, um einen Covered Call auszuführen und erneut zu profitieren!
Dazu gehen Sie wie folgt vor:
- Legen Sie einen Short Call für die erworbenen Aktien an
- Der Strike sollte so gewählt werden, dass der Aktienpreis am Ende der Laufzeit darunter bleibt.
Auch hier gibt es wieder zwei mögliche Resultate:
- Der Aktienpreis bleibt gleich oder sinkt und ist zum Ende der Laufzeit niedriger als der Strike der Option. Der Kontrakt verfällt wertlos, da eine Ausübung für die Gegenseite nicht sinnvoll wäre (an der Börse könnte die Gegenseite die Aktien deutlich günstiger erwerben). Sie dürfen die Prämie abzüglich der Brokergebühren als Gewinn verbuchen.
- Der Aktienpreis steigt und ist am Ende der Laufzeit höher als der Strike. Die Gegenseite wird die Ausübung verlangen und Ihnen die Wertpapiere zu niedrigeren Preis abkaufen. Im Gegenzug erhalten Sie den Geldbetrag und dürfen die Prämie abzüglich der Brokergebühren ebenfalls behalten.
Der Covered Call wird ebenfalls wiederholt, bis es früher oder später zur Ausübung kommt. Ihre Aktien sind nun verkauft, aber Sie haben den vereinbarten Kaufbetrag erhalten. Sie können jetzt zurück zu Schritt 1 gehen und einen neuen Cash Secured Put anlegen. Dieser Vorgang wiederholt sich immer wieder, was der Wheel-Strategie ihren Namen verleiht.

Die Wheel-Strategie lässt sich selbstverständlich auch auf kleinen und mittleren Depots anwenden. Beim Optionshandel mit großen Konten bietet sie sich jedoch besonders an. Denn der Cash Secured Put ist einfacher zu realisieren (auch bei teuren Aktien problemlos möglich) und stellt ein geringeres Risiko dar, da er nur einen kleinen Teil des Gesamtvermögens ausmacht.
Fazit: Andere Ziele und Strategien beim Optionshandel mit großen Konten
Die meisten Trader müssen mit begrenzten Mitteln zurechtkommen und träumen von einem umfangreichen Vermögen, mit dem sich alle Strategien nach Belieben realisieren lassen. Doch erfahrene Händler mit großen Konten wissen: Mit dem zusätzlichen Kapital gehen auch neue Herausforderungen einher!
Zunächst ändert sich die Zielsetzung für die meisten Personen. Optionshandel mit großen Konten ist in der Regel stärker auf Kapitalsicherung ausgelegt. Einkommensstrategien bieten die Chance, regelmäßigen Cashflow zu erzeugen, ohne das Vermögen in Gefahr zu bringen.
Hier bieten sich zum Beispiel der Iron Condor und die Wheel-Strategie an. Beide Vorgehensweisen verbinden kontinuierliche Einnahmen mit einem überschaubaren Risiko für Ihr Kapital.
Eine maximale Rendite mit riskanten Trades zu erzielen, rückt hingegen in den Hintergrund. Kommt es zum Beispiel zu einem Verlust von zwei Prozent des Gesamtvermögens, klingt dies zunächst verschmerzbar. Bei großen Konten können diese zwei Prozent jedoch schnell dem Gegenwert eines Monatsgehalts entsprechen! Beträge, die nur wenige Händler bereits sind, zu riskieren.
Wenn Sie den Optionshandel mit großen Konten beginnen möchten, empfehlen wir Ihnen zunächst einen Blick in unseren Beitrag “Hedging Strategien für volatile Märkte” zu werfen.


