Dear traders, dear stock market friends.
Nach einem schwachen April startete der S&P 500 mit Kursgewinnen in den Mai. In der vergangenen Handelswoche konnte der Index 1,85 Prozent zulegen und die positive Stimmung hielt somit an, nachdem in der Vorwoche die Fed und der Arbeitsmarktbericht Auslöser für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends waren.
Bullischer Ausbruch aus der Korrektur-Formation
Mit dem Ausbruch über die 5120 Punkte hat der S&P 500 die abwärts verlaufende Trendlinie der Korrektur-Formation sowie den horizontalen Widerstandsbereich hinter sich gelassen. Ebenso wurden alle gleitenden Durchschnitte bullisch durchbrochen und das Momentum nahm wieder Fahrt auf. Die Aufwärtsbewegung endete am Freitag am oberen Bollinger-Band, einige Punkte unter dem Allzeithoch vom März.
S&P 500 Index daily chart
Schwaches Volumen
Wie Sie in dem Chart oben sehen können, erfolgte die Aufwärtsbewegung der letzten Woche unter rückläufigem Volumen. Ein Anstieg unter hohem Volumen wäre ein weiteres positives Signal gewesen. Das schwache Volumen deutet darauf hin, dass der Rally möglicherweise kurzfristig die Luft ausgehen könnte. Das Volumen ist zwar ein wichtiger sekundärer Indikator, sollte aber nicht als alleiniges Handelssignal genutzt werden. Wichtig ist die Tatsache, dass der Aufwärtstrend völlig intakt ist. Sollte ein Rücksetzer erfolgen, kann dies als erneute Chance für bullische Trades gesehen werden (Buy The Dip). Die grün markierte Kurszone bei 5100 - 5120 Punkte wäre charttechnisch ein interessantes Unterstützungsniveau.
AD-Line generiert neues Hoch
Die Marktbreite signalisiert bzw. unterstützt derzeit ebenfalls das bullische Szenario. Der wichtigste Marktbreite-Indikator, die Advance-Decline-Line, konnte bereits auf ein neues Allzeithoch ansteigen. Historisch betrachtet ist die AD-Line ein sehr zuverlässiger Indikator, der häufig auch vorauslaufende Signale generiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass auf ein neues Hoch in der AD-Line der Index nachzieht, ist sehr hoch.

Advance-Decline-Line Tageschart
Viele Aktien mit neuen 52-Wochen-Hochs
Auch die Anzahl an Aktien mit neuen 52-Wochen-Hochs ist wieder angestiegen und ein weiteres Signal für die Stärke des breiten Marktes. Der nachfolgende Chart zeigt den S&P 1500 mit dem High-Low-Percent Indikator für den Index unter dem Chart. Der S&P 1500 besteht aus den Aktien des S&P 500 sowie den Aktien des S&P 400 (Mid Caps) und den Aktien des S&P 600 (Small Caps). Im Vergleich zum S&P 500 ist der S&P 1500 somit ein Index, der eine größere Marktbreite besitzt. Der High-Low-Percent Indikator ermittelt, wie viele Aktien des S&P 1500 an einem Handelstag neue 52-Wochen-Hochs generiert haben und wie viele Aktien auf ein neues 52-Wochen-Tiefs fielen. Die Anzahl Tiefs wird von der Anzahl Hochs subtrahiert und anschließend durch die Gesamtzahl an Aktien (in diesem Fall 1500) dividiert. Die in dem Indikator eingezeichneten horizontalen Linien bei +5 Prozent und bei -5 Prozent stellen Schwellenwerte bzw. Signal-Linien dar. Ein Ausbruch über 5 Prozent signalisiert demnach, dass vergleichsweise viele Aktien neue Hochs generieren, was sich als positives Signal für die Entwicklung des Index (sprich: einer Fortsetzung des Aufwärtstrends) bewährt hat.

S&P 1500 Index Tageschart mit High-Low-Percent Indikator
Offensive Marktsektoren mit relativer Schwäche
Ein etwas anderes Bild ergibt sich bei der Betrachtung der einzelnen Marktsektoren des S&P 500. In einem gesunden Bullenmarkt, sollten die offensiven Marktsektoren die Rally anführen und sich stärker entwickeln als die defensiven Sektoren. In der letzten Woche waren jedoch die defensiven Sektoren vergleichsweise stark und die offensiven Sektoren zeigten relative Schwäche. Der nachfolgende Chart zeigt die Performance der elf Marktsektoren im Verhältnis zum S&P 500 in den letzten fünf Tagen. Eine positive Zahl bedeutet eine Outperformance gegenüber dem Index, eine negative Zahl signalisiert eine Underperformance bzw. relative Schwäche (keine absolute Schwäche).

Relative Performance der elf Marktsektoren des S&P 500 im Vergleich zum Index
Wie zu erkennen ist, entwickelten sich die offensiven Sektoren Consumer Discretionary, Communication Services und Technology schwächer als der S&P 500. Die defensiven Sektoren Consumer Staples, Health Care und Utilities zeigen hingegen relative Stärke.
Die Signale sind derzeit also etwas gemischt. Der S&P 500 hat die Korrektur beendet und befindet sich in einer neuen Bewegungsphase des Aufwärtstrends. Das schwache Volumen deutet darauf hin, dass es nicht verkehrt ist, auf eine Korrektur zu warten und nicht auf die weit fortgeschrittene Bewegung aufzuspringen. Die Marktbreite-Indikatoren liefern indes bullische Signale, die für eine Fortsetzung des Trends sprechen. Allerdings sollte die Sektoren-Rotation in den nächsten Tagen und Wochen genau beobachtet werden. Aktuell zeigen die offensiven Sektoren relative Schwäche, befinden sich aber nach wie vor in intakten Aufwärtstrends. Bei einer Fortsetzung des Bullenmarktes sollten jedoch auch die offensiven Sektoren wieder Stärke zeigen, damit die Chancen auf eine Trendfortsetzung gut stehen.
Author: Tobias Schmid
Datum: 13.05.2024

