- Dank eines Marktanteils bei landwirtschaftlichen Maschinen in Nordamerika zwischen 50 und 60 Prozent positioniert sich Deere als unangefochtener Marktführer
- Die Kultivierung landwirtschaftlicher Flächen verlangt nach einer effizienten Maschinerie, da der Welt die Ackerflächen ausgehen. Deere bedient die Nachfrage nach Präzisionsgeräten für die Bodenbewirtschaftung
- Bis 2030 will Deere vollständig autonome Produktionssysteme entwickeln. Dem Bedarf an Hightech-Maschinen wird neben der eigenen Forschungs-&-Entwicklung auch durch die Integration von Tech-Startups begegnet
- Deere legt einen hohen Wert auf den Shareholder Return. Die Firmenpolitik in Sachen Kapitalallokation ist durch einen attraktiven Track-Record bei Dividendenwachstum und großzügigen Aktienrückkäufen klar auf den Aktionär ausgerichtet
- Click here for the DGI model portfolio and here to the overview of this series The dividend custody account.

Unternehmensprofil und Geschäftsmodell: Wer ist und was macht die Deere
Der aus einem kleinen Dorf in Vermont stammende John Deere (1804-1886), er selbst war gelernter Hufschmied, eröffnete 1837 im Bundesstaat Illinois eine kleine Werkstatt. Dank eines innovativen Fertigungsverfahrens entwickelte Deere den ersten selbstreinigenden Stahlpflug. Der emsige Tüftler stellte einen hohen Qualitätsanspruch an die eigenen Produkte: „I will never put my name on a product that does not have in it the best that is in me".
Bis zum Kauf der Waterloo Gasoline Engine Company (WGEC) im Jahr 1918, blieb der Produktionsfokus auf die Bereitstellung von Landwirtschaftsgeräten. In den 1890er Jahren experimentierte Deere sogar mit der Herstellung von Fahrrädern. Ebenso versuchte sich das Unternehmen mit wenig Erfolg in der Produktion von eigenen Traktoren. Der große Wurf kam aber erst durch die Übernahme der auf diesem Gebiet innovativen WGEC, welche einst den ersten benzinbetriebenen Traktor herstellte.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis zur Gegenwart reihten sich verschiedene Übernahmen in die Unternehmenshistorie ein. Diese Akquisitionen sind Ausdruck einer stärkeren Internationalisierungswelle von Deere, da auch neue Produktionsstandorte weltweit eröffnet wurden. Erwähnenswert sind u.a. der Zukauf des deutschen, traditionsreichen Landmaschinenherstellers Heinrich Lanz AG (1956), Cameco Industries (1998) und der Wirtgen Group (2017).
Heute beschäftigt der größte Landmaschinenhersteller der Welt ca. 83.000 Mitarbeiter und betreibt seine Produktion an 68 Standorten – hievon 23 in den Vereinigten Staaten und Kanada. Der Vertrieb in Nordamerika wird durch ein Netzwerk von über 2.050 weitestgehend unabhängigen Händlern gemanagt. Davon verkaufen etwa 1.600 landwirtschaftliche Geräte, während rund 450 Händler Geräte für den (Straßen-)Bau, die Erdbewegung, und/oder Forstwirtschaft vertreiben.

Im Zentrum des Geschäftsmodells von Deere steht die Herstellung von Landmaschinen, schweren Geräten, Forstmaschinen und Rasenpflegegeräte. Dabei gliedert der Konzern die Geschäftsaktivitäten in drei Segmente:
- Production & Precision Agriculture, in dem Landwirtschaftsmaschinen (Großtraktoren, Sprüh- und Erntegeräte, Mähdreschern, etc.) hergestellt werden
- Construction & Forestry, welches Baumaschinen und Forstwirtschaftsequipment produziert
- Small Agriculture and Turf, in dem John Deere eine breite Palette von Produkten anbietet wie Kleintraktoren, Sä- und Pflanzmaschinen sowie Geräte zur Bodenbearbeitung und -pflege


The Mehrheit der Umsatzerlöse entfällt auf den US-amerikanischen Markt (54 Prozent). Die verbleibenden 46 Prozent teilen sich auf Lateinamerika, Westeuropa, Kanada, Zentraleuropa sowie den restlichen Kontinenten auf. In den letzten Jahren nahm die Bedeutung der Vereinigten Staaten als Heimatmarkt wieder stärker zu, was mitunter durch die bereits materialisierten positiven Effekte des Inflation Reduction Act für die nationale Landwirtschaft zu erklären ist.

Zudem betreibt das Unternehmen das John Deere Financial Services Segment, welches im Rahmen einer eigenen Gesellschaft namens John Deere Capital Corp. Dienstleistungen wie die Finanzierung, Leasing und Kreditvergabe für Kunden und Händler anbietet. Diese Finanzprodukte sind darauf ausgerichtet, den Verkauf von firmeneigenen Maschinen und Ausrüstungen zu unterstützen und die Kunden dank der Finanzierungassistenz langfristig zu binden.
Seit 2020 führt John C. May als Chief Executive Officer (CEO) und Präsident des Board of Directors die Geschäfte von Deere. Der 55-jährige US-amerikanische Staatsbürger begann seine Karriere bei Deere vor mehr als 25 Jahren und leitete früher u.a. die chinesische Dependance. Der studierte Betriebswirt war vor seinem Engagement bei Deere als Consultant bei KPMG Peat Marwick tätig. Aktuell hält der CEO insgesamt Aktien bzw. Aktienoptionen von über 200.000 Stück. An der ownership structure von Deere fällt der ausgesprochen hohe Anteil an Institutionellen Investoren auf. Dieser beträgt über 70 Prozent und speist sich für gewöhnlich aus den „üblichen Verdächtigen“ der Vermögensverwalter. Darunter auch zu finden ist die prominente Bill & Melinda Gates Stiftung, welche einst sogar mit ca. fünf Prozent an Deere beteiligt war.

Industry profile and competitive situation
Die Charakteristik des Geschäftsmodells von Deere macht den Vergleich mit der börsennotierten Konkurrenz nicht so einfach, da die Kombination aus Agrar-, Landwirtschafts- und Baumaschinen sowie Fahrzeuge für die Forstwirtschaft in Verbindung mit den Finanzdienstleistungen kaum ein anderes Unternehmen in dieser Skalierung aufweisen kann. Ein Faktor, der die außergewöhnliche Wettbewerbsposition von Deere unterstreicht.
Verschaffen wir uns dank der folgenden Gegenüberstellung einen Überblick. Als adäquate Peer-Group entschied ich mich für die beiden Mitbewerber CNH Industrial and Kubota aus Japan. Die Branchengröße Claas KGaA GmbH ist nicht börsengelistet. Ob diese Selektion nun beispielsweise um andere Konkurrenten wie AGCO oder der deutlich anders spezialisierten Caterpillar erweitert werden sollte, kann jeder Anleger für sich selbst entscheiden.

Notes on the values contained in the table:
- Green or red coloring of the figures indicates growth or decline compared to the previous year
- All values are stated in US dollars
- Die Free Cash-Flow-Werte sind durch das jeweilige Finanzierungsgeschäft nur zum Teil aussagekräftig
Das Finanz-Lagebild der Deere
Nachdem wir uns einen Überblick über die Branche im Allgemeinen verschafften sowie das Unternehmen, das Management und den Wettbewerb als relevante Faktoren näher betrachteten, werfen wir einen Blick in die Bilanz und den daraus abgeleiteten Finanzkennzahlen von Deere. Der Fokus liegt hierbei auf die Aspekte Growth, profitability and Financing.
Zur Analyse des finanziellen Lagebilds sehen wir uns im ersten Schritt die Entwicklung von Umsatz, Gewinn und Free Cash-Flow an. Zur unternehmensinternen Verteilung der Umsätze je Segment ging ich bereits weiter oben ein. Im Durchschnitt wuchs der Turnover in den letzten fünf Jahren um 12,1 Prozent p.a. an.

At Earnings per share sehen wir seit zehn Jahren eine dynamische Entwicklung nach oben. Ziehen wir das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 heran, so stieg der bereinigte Gewinn pro Aktie um beeindruckende 48,8 Prozent (34,63 vs. 23,28 USD). Deere erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Nettogewinn von 10,2 Mrd. USD (2022: 7,1 Mrd. USD).

Der dem Unternehmen zur Verfügung stehende Free Cash-Flow kann für die Rückzahlung von Schulden, Expansion via Unternehmenszukäufe, Ausschüttungen von (steigenden) Dividenden oder Aktienrückkäufe verwendet werden. In absoluten Zahlen – auf die ich primär gerne zurückgreife – drückt sich das Bild aus Operativen und Freien Cash-Flow sowie Kapitalinvestitionen für den Zeitraum 2016 bis 2023 folgendermaßen aus:

A look at the Debt situation zeigt uns, dass auf Basis des letzten Geschäftsjahres Deere einen Anteil an zinstragenden Finanzverbindlichkeiten von 63,7 Mrd. USD aufweist, dem wiederum liquide Mittel und Wertpapiere von in Summe 5,8 Mrd. USD gegenüberstehen. Teilen wir nun die verbleibenden Nettoschulden von 58,9 Mrd. USD durch das zuletzt erwirtschaftete EBITDA von 16,6 Mrd. USD ergibt sich ein Wert von 3,5. Prinzipiell liegt dieses Ergebnis über den als kritisch erachteten Schwellenwert von 3, allerdings ist dieser Schuldenstand auf Konzernebene durch die im Finanzsegment angelaufenen Verbindlichkeiten, die ähnlich wie bei einer Bank überproportional hoch ausfallen, stark verwässert.
Betrachten wir das Industriegeschäft isoliert, betragen die darauf bezogenen Verbindlichkeiten brutto 30,9 Mrd. USD. Daher kann die Verschuldungssituation von Deere als unbedenklich eingestuft werden.

Daraus erklärt sich auch die Investment Grade Einstufung der Bonität von Deere seitens der bekannten Ratingagenturen.

Finally, we look at the Profitability von Deere anhand der Entwicklung von Brutto-, Operativer- und Netto-Margen. Der Aufwärtstrend in den letzten Jahren untermauert die Margenstärke von Deere im Vergleich zum Mitbewerb eindrucksvoll.

Opportunities & risks
Der über Jahrzehnte forcierte Qualitätsanspruch an die eigenen Produkte sorgt für eine sehr gute Reputation der Deere-Marke. Komplementär zum guten Ruf und hervorragenden Marktposition baut Deere die Basis für einen höheren Anteil an wiederkehrenden Umsätzen auf. Einerseits sichert der Finanzierungs-Service eine langfristige Kundenbindung. Andererseits ermöglichen die technologie-bedingten Software-Upgrades sowie Wartungs- und Ersatzinvestitionszyklen eine Steigerung der wiederkehrenden Erträge.
Zudem beeindruckt die horizontale sowie vertikale Geschäftsmodell-Diversifikation. Denn in der Vergangenheit trieb Deere durch Akquisitionen wie die deutsche Wirtgen Group, der Marktführer bei Maschinen im Straßenbau, die Expansion voran. Damit sicherte sich der US-Konzern nicht nur die Präsenz außerhalb des traditionellen Segments Landwirtschaft, sondern weitete auch den geographischen Schwerpunkt der Geschäftsaktivitäten erheblich aus.
The Zyklik des Geschäftsmodells steht zum Teil mit der allgemeinen Konjunkturentwicklung in Verbindung. Die Bauwirtschaft verhält sich prozyklisch. Sinkt die Wirtschaftsaktivität und gehen die Aufträge zurück, hemmt dies aufgrund geringerer Umsatzaussichten die Unternehmen die Kapazitäten im Fuhrpark auszubauen.
Ähnliches trifft auf den Investitionszyklus der Farmer zu. So verdienten die Landwirte in den Vereinigten Staaten von 2015 bis 2020 aufgrund der niedrigen Preise für Agrarerzeugnisse zu wenig Geld, um die Anschaffung von neuen Maschinen zu finanzieren. Zuletzt drücken höhere Zinsen für Fremdkapital auf die Bereitschaft, neue Investitionen durch Schuldenaufnahme zu stemmen. Eine Verschiebung zu einem späteren Zeitpunkt führt zu einer längeren Phase von Unterinvestitionen.
Aktuelle Bewertung der Deere Aktie
For the valuation of companies, I use the so-called Enterprise Value (EV) is used. In the case of a takeover, the EV indicates the amount required to purchase the assets required for operations and excludes the non-operating assets. I relate this key figure to operating profitability (before interest, taxes and investments (CAPEX)), expressed as EBITDA. The prevailing opinion is that a value of less than 10 indicates a „healthy valuation“ - as is always the case with generic Rules of thumb muss der unternehmensindividuelle Kontext in der Analyse vom sorgfältigen Investor selbst mitgedacht werden. Im Anwendungsfall von Deere müssen wir für eine ähnliche Bewertung von Ergebnis von 10,6 bis in das Jahr 2015 zurückblicken:

The Maximum decrease in the last six years amounted to approx. 38 Prozent im März 2020:

In den letzten sechs Jahren brachte ein Investment in Deere gemessen am Total Return, including dividends received, a Overall performance from 154 Prozent for the investor:

Capital allocation
Bei der Betrachtung der Dividendenhistorie fällt auf, dass Deere über längere Jahre die Dividende konstant hielt und in darauffolgenden Phasen wiederum die Ausschüttung stark anhob. Dies geschah vor allem in den letzten drei Jahren. Deere verfolgt dabei einen konservativeren Ansatz, denn das Niveau für die Ausschüttungsquote gemessen am Gewinn bewegt sich in der Bandbreite von 25 bis 35 Prozent eines Mehrjahresdurchschnitts.

Bei einem aktuellen Kurs von 368,58 USD errechnet sich eine Dividendenrendite von 1,6 Prozent. Die Fünfjahres-Dividendenwachstumsrate beträgt 14,1 Prozent p.a. bzw. 9,9 Prozent p.a. im Zehnjahres-Zeitraum. Das Unternehmen erhöhte zuletzt im Dezember letzten Jahres um 8,9 Prozent die Dividende. Zum Abrunden noch die letzten Jahren an Dividendenerhöhungen im Überblick:
- 2023: +22,50 % (annualisiert)
- 2022: +14,29 % (annualisiert)
- 2021: +38,16% (annualisiert)
- 2020: unverändert
- 2019: unverändert
- 2018: +26,67 % (annualisiert)
The quartalsweise ausgeschüttete Dividende beträgt aktuell 1,47 USD pro Aktie und wird in den Monaten zur Quartalsmitte ausbezahlt (Februar, Mai, August, November).
If we take the average value of the Free Cash-Flow der letzten drei Jahre als Grundlage für die Ermittlung der Ausschüttungsquote heran, landen wir bei einem komfortablen Ergebnis von 31,6 Prozent für das Payout Ratio von Deere. In den kommenden Jahren würde ich daher ausreichend Spielraum für Dividendenerhöhungen im ähnlichen Ausmaß wie in den letzten Jahren sehen, d.h. zumindest im oberen einstelligen Prozentbereich.
The Number of shares outstanding reduzierte sich um 2,5 Prozent pro Jahr bzw. 15 Prozent akkumuliert in den vergangenen sechs Jahren.

The current Aktienrückkaufprogramm beinhaltet das dem Management eingeräumte Pouvoir von 18 Mrd. USD für Aktienrückkäufe, welches bis Ende 2023 in etwa zu einem Drittel abgerufen wurde:

Fazit: Überlegungen für meine Entscheidung in Deere zu investieren
Der Aktienkurs von Deere & Company hatte in den letzten Monaten aufgrund der zyklischen Natur des Geschäfts sowie seiner Abhängigkeit von den Getreidepreisen und den Bauausgaben zu kämpfen. Konsequenterweise zeigten die jüngsten Geschäftsergebnisse des Unternehmens einen Rückgang der Nettoumsätze und Erträge, die auf geringere Liefermengen und einer schwächeren Nachfrage zurückzuführen sind. Trotz dieser kurzfristigen Herausforderungen bleibt Deere aufgrund seiner starken Fundamentaldaten, der Fokussierung auf Innovationen wie die Automatisierung und die strategische Ausrichtung eine überzeugende Investition für langfristig-orientierte Anleger.
Als Investor, der sich auf den Erwerb von Qualitätsunternehmen zu fairen Bewertungen konzentriert, schätze ich die aktuelle Kursdelle bei der Deere-Aktie als eine attraktive Gelegenheit ein. Die diversifizierten Ertragsströme liefern zuverlässige Cash-Flows, die sowohl das Investieren in neue Wachstumschancen als auch eine aktionärsfreundliche Kapitalallokation in Form von Dividendenzahlungen und üppigen Aktienrückkaufprogrammen ermöglichen. Zwei Anschauungsbeispiele gemessen an den letzten zehn Jahren machen diesen Umstand evident: erstens die Reduzierung der ausstehenden Aktien um 23 Prozent bei – zweitens – gleichzeitiger Verdreifachung der Dividende. Der Total Return betrug in dieser Zeit rund 350 Prozent.

