Dear traders, dear stock market friends.
Der Dow Jones hat die vergangene Handelswoche mit einem Minus von rund 0,9 Prozent beendet. Damit entwickelte sich der Index zwar ebenfalls negativ, hielt sich aber deutlich besser als der Nasdaq 100, der auf Wochensicht rund 2 Prozent verlor. Noch auffälliger war die Entwicklung am Freitag: Während der Nasdaq um 2,9 Prozent einbrach, verlor der Dow lediglich 1,1 Prozent.
Hinter dieser relativen Stärke steckt vor allem eine zunehmende Rotation innerhalb des Aktienmarktes. Während große Technologie- und KI-Aktien erneut stark verkauft wurden, floss Kapital in andere Branchen. Der Russell 2000 legte über die Woche sogar 1,3 Prozent zu und auch der gleichgewichtete S&P 500 stieg um rund 0,8 Prozent. Neun der elf großen S&P-Sektoren beendeten die Woche im Plus.
Der Tech-Sell-off sieht damit deutlich dramatischer aus als die Entwicklung des Gesamtmarktes.
Tech-Abverkauf trifft den Dow deutlich weniger
Der Verkaufsdruck der letzten Woche konzentrierte sich vor allem auf die großen Technologie- und KI-Aktien. Alphabet verlor auf Wochensicht rund 12,6 Prozent, nachdem schwächere Search-Umsätze und erneut sehr hohe Investitionen in KI-Infrastruktur Zweifel daran weckten, ob sich die Milliardeninvestitionen schnell genug auszahlen. Auch Amazon, Nvidia und Salesforce gerieten unter Druck.
Am Freitag verschärfte sich der Abverkauf nochmals. Intel brach nach den Quartalszahlen um fast 29 Prozent ein, AMD verlor knapp 11 Prozent und Nvidia mehr als 4 Prozent. Der Nasdaq verzeichnete damit seinen stärksten Tagesverlust seit Anfang Juni.
CHART
Der Dow konnte sich dieser Entwicklung nicht vollständig entziehen. Neben Alphabet gehörten Caterpillar, Boeing und Salesforce zu den größten Wochenverlierern im Index. Caterpillar verlor 9,4 Prozent, Boeing 8,9 Prozent und Salesforce 7,8 Prozent. Boeing wurde unter anderem von schwächeren Produktionsaussichten und einem enttäuschenden Free-Cashflow-Ausblick belastet.
Trotzdem blieb der Schaden für den Dow insgesamt überschaubar.
Finanz- und Gesundheitswerte stützen den Dow Jones
Der Grund dafür zeigt sich beim Blick auf die einzelnen Dow-Werte. 16 der 30 Aktien legten auf Wochensicht zu, während 14 verloren. Besonders gut liefen Gesundheitswerte, Basiskonsumgüter und Finanzaktien.
Amgen gewann rund 6,1 Prozent, McDonald's 3,9 Prozent, Nike 3,7 Prozent, Johnson & Johnson 3,6 Prozent und Walmart 3 Prozent. Auch Goldman Sachs, American Express und JPMorgan gehörten zu den Gewinnern. Innerhalb des Dow stiegen Gesundheitswerte im Schnitt um rund 2,4 Prozent und Finanzwerte um etwa 1,6 Prozent.

Besonders interessant ist dabei einmal mehr die Preisgewichtung des Dow. Einige wenige hochpreisige Aktien können den gesamten Index stark bewegen. Caterpillar und Alphabet gehörten deshalb trotz der vielen Gewinner zu den größten Belastungsfaktoren.
Noch wichtiger ist aber das Gesamtbild: Der Tech-Abverkauf hat sich bislang nicht zu einem breiten Rückzug aus Aktien entwickelt. Auch außerhalb des Dow zeigt sich diese Rotation. Der S&P 500 Equal Weight Index legte in der vergangenen Woche um 0,8 Prozent zu, obwohl der normale S&P 500 0,6 Prozent verlor. Über den gesamten Oktober gewann der Equal-Weight-Index sogar knapp 5 Prozent.
Deshalb spricht die aktuelle Entwicklung eher für eine Verschiebung innerhalb des Marktes als für einen echten Risk-off-Modus.
Dow Jones hält sich über 51.500 Punkten
Charttechnisch befindet sich der Dow weiterhin in einer Korrektur, die allerdings deutlich weniger ausgeprägt ist als beim Nasdaq.
Zum Wochenschluss stand der Index bei 51.770 Punkten. Der Bereich um 51.500 Punkte bildet damit zunächst eine kurzfristige Unterstützung. Darunter rückt erneut die Zone zwischen rund 50.500 und 51.000 Punkten in den Fokus. In diesem Bereich verläuft aktuell auch die 200-Tage-Linie bei ungefähr 50.650 Punkten.

Auf der Oberseite liegt der erste wichtige Widerstandsbereich zwischen etwa 52.500 und 52.650 Punkten. Dort kam der Dow bereits in der vergangenen Woche mehrfach nicht weiter.
Solange sich der Index oberhalb der 200-Tage-Linie hält, bleibt der langfristige Aufwärtstrend intakt. Für einen erneuten Angriff auf das Allzeithoch bei knapp 54.750 Punkten müsste der Dow aber zunächst wieder nachhaltig über 52.500 Punkte steigen.
Apple, US-Wahlen und Arbeitsmarkt im Fokus
Auch die neue Handelswoche hat einiges zu bieten. Bereits am Montag nach Börsenschluss veröffentlicht Apple seine Quartalszahlen. Nach dem starken Abverkauf vieler anderer Tech-Aktien wird interessant sein, ob sich Apple weiterhin besser halten kann und wie das Unternehmen den Ausblick für das Weihnachtsquartal einschätzt.
Am Dienstag folgen die US-Zwischenwahlen. Ebenfalls am Dienstag berichtet AMD nach Börsenschluss, während Palantir bereits am Montag seine Quartalszahlen veröffentlicht.
Zum Wochenschluss steht dann erneut der Arbeitsmarkt im Mittelpunkt. Am Freitag wird der US-Arbeitsmarktbericht für Oktober veröffentlicht. Nachdem die Fed den Leitzins in der vergangenen Woche unverändert bei 3,75 bis 4,00 Prozent ließ, dürften die neuen Arbeitsmarktdaten besonders wichtig für die Frage sein, ob im Dezember eine weitere Zinserhöhung folgt.
Author: Tobias Schmid
Datum: 02.11.2026

