Zwischen Ölpreisspitzen, Inflations- und Zinssorgen suchen Anleger derzeit ihren roten Faden. Die Börsen sind mittlerweile vom geopolitischen ins geldpolitische Glatteis geraten.
Die Märkte befinden sich aktuell in einer klassischen Wartestellung. Vor dem EZB-Leitzinsentscheid und Veröffentlichung neuer US-Inflationsdaten will sich offensichtlich niemand zu weit aus dem Fenster lehnen. Am deutschen Aktienmarkt herrscht ein Spannungsfeld aus Inflationsdruck und Zinssorgen, welches die Aussicht auf neue Rekordstände vorerst in den Hintergrund rücken lässt.
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Europäische Zentralbank will am Donnerstag über Leitzins entscheiden – Christine Lagarde im Fokus
Aus Sicht des Wirtschaftskalenders dürfte es am Donnerstag insbesondere mit der EZB-Notenbanksitzung spannend werden. Für 14:15 Uhr wird der Leitzinsentscheid erwartet und für 14:45 Uhr die anschließende EZB-Pressekonferenz mit Präsidentin Christine Lagarde. Möglicherweise könnte der Währungshüter das Leitzinsniveau um 0,25 Prozentpunkte nach oben korrigieren. Der Zinssatz für die sogenannte Einlagefazilität liegt derzeit bei 2,25 Prozent und für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte bei 2,40 Prozent.
Laut einer Schätzung der Statistikbehörde Eurostat hatte die Inflation im Euroraum im August bei 3,3 Prozent gelegen, nach 2,9 Prozent im Juli. Eigentlich peilt die EZB eine Teuerungsrate von 2,0 Prozent an. Bereits Ende Juli hatte die EZB den Leitzins in Höhe eines Viertelprozentpunkts nach oben korrigiert.
US-Erzeugerpreise könnten geldpolitische Impulse senden – Teuerungsdaten für die Vereinigten Staaten am Freitag erwartet
Die US-Erzeugerpreise werden am Donnerstag um 14:30 Uhr erwartet und könnten folgerichtig ebenfalls wichtige geldpolitische Hinweise abgeben.
Als Wochenhighlight dürften jedoch die US-Inflationsdaten fungieren, welche am Freitag um 14:30 Uhr veröffentlicht werden sollen. Ökonomen zufolge könnte die Teuerungsrate im August bei 3,4 Prozent (gegenüber dem Vorjahresmonat) gelegen haben und damit so hoch wie im Juli. Allerdings wird mit einer Rate im Vergleich zum Vormonat in Höhe von 0,4 Prozent gerechnet, nach 0,1 Prozent im Juli.
Für die Kernrate der Teuerung, welche die Treiber Energie und Lebensmittel ausblendet, wird ein Rückgang um 0,1 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent erwartet. Sollte der Preisdruck insgesamt höher ausfallen als erwartet, könnte dies die Zinssorgen zusätzlich befeuern.
Die Verbraucherstimmung aus dem Hause Uni Michigan (vorläufige Daten) runden die Handelswoche ab (16:00 Uhr).



