Schwelende Nahostrisiken, eine unklare geldpolitische Marschroute und kritisch hinterfragte KI-Bewertungen halten den DAX in einer Nebelkiste gefangen und lassen eine klare Orientierung vermissen. Von einem Goldenen Herbst kann nach wie vor nicht die Rede sein. Die Anleger agieren weiterhin mit angezogener Handbremse, getrieben von Zinssorgen und den ambitionierten Erwartungen im KI-Sektor. Ohne festen Orientierungspunkt fehlt Anlegern in einem Spannungsfeld aus geopolitischen Risiken und Zinserwartungen sowie KI-Fantasien der rote Faden. Auch die Berichtssaison lieferte zwischenzeitlich immer wieder nicht eindeutige Impulse.
DAX

Chinesische Konjunkturdaten liefern Rückenwind
Bereits zu Wochenbeginn lieferten verschiedene Konjunkturdaten aus dem Reich der Mitte Lichtblicke. So lag die BIP-Wachstumsrate im Jahresvergleich mit 4,5 Prozent höher als im Vorfeld gedacht (4,4 Prozent). Auch die Industrieproduktion präsentierte sich mit einem Plus im Vergleich zum Vorjahr besser als erwartet (0,5 Prozent). Last but not least konnte auch die Einzelhandelsumsätze mit 1,1 Prozent fast doppelt so stark zulegen wie erwartet.
ZEW-Index für Konjunkturerwartungen fällt erstmals seit fünf Monaten
Erstmals seit fünf Monaten ist der ZEW-Index für die Konjunkturerwartungen wieder gefallen. Im Oktober fiel dieser um 6,6 Punkte auf 28,1 Einheiten. Als Gründe wurden neben hohen Energiepreisen ein schwacher Konsum genannt. „Die deutsche Wirtschaft kommt langsam aus der Stagnation heraus, doch der Aufschwung trägt sich nicht selbst“, hieß es von ZEW-Präsident Achim Wambach.
Wöchentliche Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe sinken überraschend
Die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe aus der vergangenen Woche waren mit 194.000 Einheiten unter den Erwartungen geblieben (200.000), wie aus am Donnerstagnachmittag publizierten Daten hervorging. Zu Beginn des Monats war der offizielle US-Arbeitsmarktbericht (Non-Farm Payrolls) für den Monat September schwächer ausgefallen als gedacht. Für die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) spielt die Entwicklung des Jobmarkts eine zentrale Rolle in Bezug auf geldpolitische Entscheidungen. Kommende Woche Mittwoch entscheidet die US-Notenbank über das zukünftige Leitzinsniveau.
Einkaufsmanager im Blick – Impulse dies- und jenseits des Atlantiks denkbar
Die Einkaufsmanager aus dem Hause S&P Global für den deutschen Sektor gaben insgesamt ein gemischtes Bild ab. Während der Index für das verarbeitende Gewerbe besser ausfiel als gedacht, lagen der Gesamtindex als auch der Dienstleistungsbereich unter den Schätzungen.
Die europäische Seite konnte die Erwartungen allesamt nicht erfüllen.
Am heutigen Freitag blicken Anleger zudem noch auf die Pendants für die US-amerikanische Seite (15:45 Uhr).
Dow Jones Industrial Average Index





